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Sylt Video – Flammen-Inferno in Westerland: Gasofen-Explosion zerstört Friedhofsgärtnerei
Westerland. Es war ein Montagmorgen, der die Bewohner von Westerland jäh aus dem Alltag riss. Um Punkt 9:14 Uhr ging bei der Rettungsleitstelle Nord der erste Notruf ein: Großbrand in der Munkmarscher Straße. Was als lokales Feuer in der Friedhofsgärtnerei am Westerländer Friedhof begann, entwickelte sich binnen Minuten zu einem dramatischen Großeinsatz, der die Insel in Atem hielt.
Die Ursache: Ein technischer Defekt mit fatalen Folgen
Dank der Informationen von Siegfried Engel lässt sich das Geschehen nun präzise rekonstruieren. Auslöser der Katastrophe war ein herkömmlicher Gasofen in einem der Betriebsräume der Gärtnerei. Das Gerät fing aus bislang ungeklärter Ursache plötzlich Feuer.
Die Angestellten der Gärtnerei bewiesen in dieser brenzligen Situation enorme Zivilcourage: Geistesgegenwärtig griffen sie sich Handfeuerlöscher und versuchten, den Brand im Keim zu ersticken. Doch gegen die tückische Technik hatten sie keine Chance. Nur Augenblicke später explodierte der Gasofen mit gewaltiger Wucht. Die Detonation setzte den Raum sowie die unmittelbar angrenzenden Gebäude und Garagen sofort in Vollbrand.
95 Einsatzkräfte im Kampf gegen die schwarze Wand
Die dunkle Rauchwolke war kilometerweit über der Insel sichtbar. Durch den kräftigen Ostwind wurde der beißende Qualm direkt in den Westerländer Ortskern gedrückt. Die Behörden reagierten sofort und lösten über die Warn-App NINA und Katwarn eine öffentliche Gefahreninformation aus: Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Insgesamt 95 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei eilten zum Brandherd. Die oberste Priorität der Feuerwehrleute war es, ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern und die im Brandbereich gelagerten Gasflaschen zu sichern.
Schaumteppich erstickt die letzte Gefahr
Um das Feuer endgültig zu besiegen, entschieden sich die Einsatzleiter für eine massive Schaumattacke. Der Brandherd wurde vollständig mit einem dichten Schaumteppich überzogen. Diese Methode ist besonders effektiv, da der Schaum das Feuer förmlich erstickt und gleichzeitig die Trümmer kühlt, um eine erneute Entzündung zu verhindern.
Nachdem die offenen Flammen niedergeschlagen waren, begann die akribische Suche nach den unsichtbaren Gefahren. Hierbei kam eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Mit diesem hochmodernen Gerät scannten die Retter die rauchenden Ruinen Zentimeter für Zentimeter ab, um verborgene Glutnester aufzuspüren, die unter dem Schaumteppich noch immer schwelen könnten.
Sachschaden statt Personenschaden
Die wichtigste Nachricht des Tages verkündete die Einsatzleitung am Mittag: Trotz der Explosion und der massiven Rauchentwicklung wurde niemand verletzt. Alle Angestellten und Einsatzkräfte blieben unversehrt. Während die Munkmarscher Straße für die langwierigen Nachlöscharbeiten und die Sicherung der Brandstelle gesperrt blieb, steht die Friedhofsgärtnerei vor den Trümmern ihrer Existenz. Der Sachschaden ist enorm, doch die Erleichterung über das ausgebliebene menschliche Leid überwiegt an diesem schweren Tag für Westerland.




