Man kennt das: Der Vorsatz ist da, die Sporttasche seit drei Monaten im Kofferraum „eingefahren“, und das Gewissen klopft lauter als die Brandung bei Windstärke 10. Doch auf Sylt ist alles ein bisschen anders – sogar das Schwitzen. Im Syltness Center in Westerland wird Sport nämlich nicht als Strafe, sondern als „panoramagestützte Selbstoptimierung“ zelebriert.
Die Strategie: Planlose Perfektion
Unsere Protagonisten Alex und Nick haben den Kampf gegen den inneren Schweinehund (und den äußeren Zucker) aufgenommen. Die Taktik? Genial einfach: Kein Plan ist auch ein Plan. Warum sich mit komplizierten Trainingszyklen belasten, wenn man doch erst einmal 20 Minuten damit verbringen kann, die Sitzhöhe des Indoor-Bikes auf Millimeter-Präzision zu justieren? Auf Sylt weiß man: Eine falsche Sattelstellung ruiniert nicht nur die Knie, sondern auch das gesamte ästhetische Gefüge des Raumes.
Der Ausblick: Schau mal, Newcastle!
Das eigentliche Problem im Syltness Center ist die Ablenkung. Wer soll sich bitteschön auf seine Oberschenkelmuskulatur konzentrieren, wenn draußen die Nordsee so fotogen gegen den Strand klatscht? Man radelt so vor sich hin, starrt auf den Horizont und ist sich nach zehn Minuten sicher: Wenn man jetzt noch einen Gang höher schaltet, taucht am Horizont gleich die englische Küste auf. Dass man sich de facto keinen Zentimeter von der Stelle bewegt hat, wird durch das maritime Freiheitsgefühl gekonnt überspielt.
Von Automatten und Nationalsportarten
Besonders kreativ wird es bei der Gerätebezeichnung. Zwischen „Automotten“ (die eigentlich Matten für draußen sind) und den mysteriösen blauen Hockern entwickelt Alex seine ganz eigene Disziplin: Das meditative Matten-Liegen. Ein Nationalsport, der auf der Insel viel zu wenig Anerkennung findet.
Auch das Board, das die Wellen der Nordsee simuliert, wird fachmännisch geprüft. Es sieht aus wie Surfen, fühlt sich an wie Wackelpudding und dient vor allem dazu, die Tiefenmuskulatur davon zu überzeugen, dass man ein echter Naturbursche ist – zumindest solange man nicht vornüber in den Spiegel kippt.
Fazit: Wichtig is auf’m Deich
Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis: Im Syltness Center brennen die Kalorien allein schon durch das Staunen über das Panorama. Und wenn das mit dem Sport doch nichts wird, hat man wenigstens 30 Minuten lang sehr sportlich auf das Meer geschaut.
Denn wie sagt man so schön? Grau ist alle Theorie – aber blau ist die Nordsee. Und die ist im Syltness Center definitiv der härteste Trainer von allen.
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