Am 9. Mai verwandelt sich Sylt wieder in eine Laufstrecke der besonderen Art. Von Kampen bis Hörnum und zurück – wer antritt, kämpft nicht nur gegen die Uhr.
Wer einmal früh morgens in Kampen gestanden hat, wenn die Sonne gerade über die Dünen kriecht und der Wind schon ahnen lässt, was der Tag bringen wird – der weiß: Diese Insel ist wunderschön. Und sie ist gnadenlos.
Genau das macht den North Sea Ultra aus. 111 Kilometer rund um Sylt. Solo oder in der Staffel. Und der Wind ist immer dabei – eingeladen oder nicht.
Eine Runde Sylt – klingt einfach, ist es nicht
Die Strecke beginnt und endet am Parkplatz Sturmhaube in Kampen. Dazwischen liegt praktisch alles, was Sylt zu bieten hat: das Naturschutzgebiet am Ellenbogen, Deutschlands nördlichstem Punkt, das Weltnaturerbe Wattenmeer, die Häfen von List und Hörnum, das beschauliche Keitum, das Morsumer Kliff – und zwischendurch immer wieder dieser Wind, der einem das Gefühl gibt, gegen eine unsichtbare Wand zu laufen.
Höhenmeter? Kaum. Rund 210 insgesamt. Klingt nach einem flachen Spaziergang. Ist es nicht. Denn eine steife Nordseeböe fühlt sich schnell an wie tausend Höhenmeter – nur eben ohne den Ausblick als Belohnung. Den gibt es hier allerdings gratis dazu.
Solo, zu zweit oder zu dritt – für jeden das Richtige
Der North Sea Ultra bietet drei Formate. Wer alleine antritt, läuft die kompletten 111 Kilometer am Stück – von Sonnenaufgang bis bestenfalls lange vor Sonnenuntergang. Zeitlimit: 16 Stunden.
Wer lieber im Team unterwegs ist, kann als Zweier- oder Dreierstaffel starten. Der erste Wechsel erfolgt nach rund 38 Kilometern in List, der zweite nach rund 58 Kilometern in Morsum. So wird aus einem Extremsport-Abenteuer ein Mannschaftserlebnis – und das Leiden teilt sich bekanntlich besser.
Was dieses Rennen besonders macht
Verpflegung gibt es an 14 Stationen entlang der Strecke – organisiert von Sylter Gemeinden und Unternehmen, die ihre Insel von ihrer gastfreundlichsten Seite zeigen. Und wer schon mal bei einem anderen Ultramarathon mitgelaufen ist, wird staunen: Hier gibt es die Verpflegung auf Porzellantellern. Ein Detail, das es so weltweit kein zweites Mal gibt. Typisch Sylt – selbst beim Leiden wird Stil großgeschrieben.
Dazu kommt GPS-Tracking auf der Startnummer, ein durchdachtes Staffellogistik-System und eine Atmosphäre, die Jahr für Jahr mehr Läufer aus Deutschland, Österreich und Dänemark auf die Insel zieht.
2025 – ein Rennen, das Maßstäbe gesetzt hat
Beim letzten Mal gingen rund 200 Athletinnen und Athleten an den Start. Bei den Männern gewann Christoph Lux in beeindruckenden 9 Stunden und 26 Minuten. Bei den Frauen setzte sich Kira Kuschnerus in 11 Stunden und 13 Minuten durch. Knapp 130 Finisher – jeder einzelne davon ein kleiner Triumph gegen Wind, Sand und den inneren Schweinehund.
9. Mai, Kampen, 6:00 Uhr morgens
Wer nicht selbst läuft, sollte trotzdem hingehen. Die Startszene in Kampen im frühen Morgenlicht, wenn Hunderte Läufer sich auf den Weg machen – das ist ein Bild, das bleibt. Und an den Verpflegungsstationen, entlang der ganzen Strecke, kann man den Sportlerinnen und Sportlern zujubeln, die sich durch das Beste und Härteste geben, was Sylt zu bieten hat.
Am 9. Mai gehört die Insel den Läufern. Und wer an der Strecke steht und anfeuert, ist genauso Teil dieses besonderen Tages. 🏃♂️🌊💨
Alle Infos und Anmeldung unter: www.northseaultra.com
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