Es war das Finale des Kreispokals Nordfriesland — und Team Sylts A-Junioren standen drin. Das allein ist eine Geschichte wert. Denn um überhaupt bis hierher zu kommen, hatten sie im Halbfinale Außergewöhnliches geleistet: Den Landesligisten TSV Hattstedt im Elfmeterschießen mit 5:3 bezwungen. Eine Sensation, die zeigte, was in dieser Mannschaft steckt.
Für das Finale nach Rantum zu kommen war für ein Inselteam keine Selbstverständlichkeit. Die Reisekosten, die auf Sylter Teams zukommen wenn sie das Wasser überqueren, sind erheblich — Zug, Bus, Logistik, alles zusammen eine Belastung, die Festlandvereine nicht kennen. Hier sprang der Förderverein des TSV Tinnum 66 ein und spendete 1.500 Euro, damit Spieler und Fans gemeinsam nach Rantum fahren konnten. Eine Geste, die mehr war als finanzielle Unterstützung — sie war eine klare Bestätigung: Diese Mannschaft steht nicht allein. Die ganze Insel ist dabei.
Husumer SV. Landesliga. Eine andere Welt — auf dem Papier. Und doch begann das Finale ausgeglichen. Team Sylt stand gut, kämpfte, ließ sich nicht einschüchtern.
Dann der Moment, der das Spiel hätte kippen können. David Schmidt setzte sich durch, wurde im Strafraum gefoult — stand auf — wurde erneut gefoult. Kein Pfiff. Eine Entscheidung, die auf Sylter Seite für Fassungslosigkeit sorgte. Mit einer Führung im Rücken, wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen. Was danach passierte, war bitter: Husum drehte auf.
Mit Pavlonek hatte der Husumer SV ein Ausnahmetalent auf dem Platz, das von Beginn an Torgefahr ausstrahlte. In der 7. Minute nutzte er einen Abwehrfehler der Sylter zum 1:0. Clausen erhöhte in der 12. Minute auf 2:0 — wieder hatten Lücken in der Hintermannschaft den Unterschied gemacht. Vielleicht waren diese beiden Treffer, die das Spiel schnell entschieden. Denn bei diesen Temperaturen einem Rückstand hinterherlaufen, das bedurfte Kampfgeist.
Doch Team Sylt gab nicht auf. Die Mannschaft fand ins Spiel, brach zunehmend die Dominanz der Husumer, die sich vielleicht etwas zu sicher fühlten. Zwar hatten die Nordfriesländer mehr Ballbesitz, doch die Sylter bekamen Zugriff auf die starken Angriffsspitzen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war Schmidt nah dran — sein Abschluss strich knapp am Tor vorbei. Die Hoffnung lebte. Denn Husum offenbarte die ein oder andere Schwäche in der Hintermannschaft.
Nach der Pause war es mit der Hoffnung schnell vorbei. Sultani traf zum 3:0 — und mit ihm endeten alle Pokalträume. Was folgte, war ein Schaulaufen des Landesligisten, der nun seine konditionellen Vorteile in die Wagschale warf. Standards rissen immer wieder Lücken in die Sylter Abwehr. Die Laufbereitschaft der Husumer war beeindruckend und der Klassenunterschied wurde sichtbar. Das Endresultat: 0:7.
Die Zahl schmerzt. Aber die Spieler von Team Sylt wussten sie einzuordnen — und das sagt viel über diese Mannschaft. Landesliga ist in diesem Jahr noch kein Maßstab. Nächste Saison sieht das vielleicht anders aus.
Was bleibt, ist ein Finale. Ein Halbfinalsieg gegen einen Landesligisten im Elfmeterschießen. Ein Förderverein, der 1.500 Euro locker macht, damit eine Inselmannschaft nicht allein auf dem Festland kämpfen muss. Und eine Mannschaft, die weiß, wohin sie will.
Wir sehen uns nächstes Jahr im Finale wieder.





