Tinnum, direkt am Flughafengelände. Wer die Flughafenstraße kennt, erinnert sich an den Imbiss, der dort jahrzehntelang zum Inselrhythmus gehörte. Die Matzen-Bude war kein Feinschmeckertempel, aber sie war verlässlich – und genau das schätzen Menschen auf Sylt. Als sie verschwand, hinterließ sie eine Lücke. Jetzt schließt sich diese Lücke wieder.
An gleicher Stelle steht seit Kurzem ein leuchtend roter Foodtruck. Drumherum Holzbänke, ein paar Strandkörbe, und der großzügige Parkplatz davor lädt ein, kurz innezuhalten. Zwei Stunden stehen – ohne Parkuhr, ohne Aufregung. Wer mit dem Lieferwagen kommt, ist genauso willkommen wie wer mit dem Fahrrad vorfährt.
Ein Platz, der wieder lebt. Und diesmal mit einem Konzept, das bleibt.
Hinter dem Projekt steht Marcus Westdorf – ein Bremer, der Sylt längst als zweite Heimat betrachtet. Gastronomisch ist er auf der Insel kein Unbekannter. Wer am Wochenende unterwegs ist, kennt sein Monkey Island in Westerland. Was ihn antreibt, ist nicht Wachstum um jeden Preis, sondern das Gespür für Orte, die etwas bedeuten. Und die Flughafenstraße hat definitiv etwas.
Den Grill bedient Lars Oliver Witte, den alle auf der Insel nur Elo nennen. Der gebürtige Sylter war viele Jahre mit seiner Beach Box in Westerland präsent – ein Laden, der Stammgäste hatte, weil das Essen gut war und weil Elo einfach weißt, wie Sylt tickt. Genau dieses Wissen bringt er jetzt an die Flughafenstraße mit.
Auf der Karte stehen Dinge, die man kennt und will: ein ordentlicher Burger, Currywurst, Pommes. Dazu ein tägliches Gericht, das wechselt – Quesadillas an einem Tag, der Schaschlik-Klassiker am nächsten. Alles bodenständig, alles frisch. Handwerker aus der Umgebung haben den Spot schon zur Mittagspause entdeckt, und das ist vielleicht das beste Zeugnis, das ein Imbiss bekommen kann.
Die Blickrichtung? Landebahn. Flugzeuge rollen an, steigen auf, verschwinden im Nordsee-Dunst. Es gibt schlechtere Kulissen für eine Bratwurst.
Pläne für die Zukunft gibt es ebenfalls: Abendveranstaltungen sind in Vorbereitung, der Truck soll für Feste und Inselevents auf Reisen gehen. Was bleibt, ist der Grundgedanke: ein Ort für alle, nicht nur für Touristen.
Tinnum hat seinen Treffpunkt wieder.
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