Sylt News
Kaffeeklatsch statt Krawall: Der Sylter Bus-Dialog oder „Die Kunst des gemeinsamen Wartens“

Ach, wie herrlich ist es doch, wenn wir Sylter uns zusammensetzen, um über das Lieblingsthema der Insel zu plaudern: Dem öffentlichen Nahverkehr…
Wer am letzten Donnerstag beim Bürgerdialog der Gleichstellungsbeauftragten Andrea Dunker und den politisch aktiven Frauen vorbeigeschaut hat, erlebte eine Überraschung. Während die Schlagzeilen der Presse gleich wieder von „Forderungen“ und „Kritik“ krakeelten, war die Realität – wie so oft auf unserer Insel – viel charmanter, konstruktiver und, ja, fast schon gemütlich.
App-Ventures und andere Rätsel
Natürlich wurde auch ein bisschen gefachsimpelt. Zum Beispiel über die „Sylt Go“-App. Ein wunderbares digitales Abenteuer, das vor allem unseren fitten Senioren zeigt, dass man für ein Busticket heutzutage fast schon ein Informatikstudium braucht. „Schwierig und kompliziert“ nannte es eine Teilnehmerin vornehm. Wir nennen es: ein tägliches Gehirnjogging, das uns jung hält! Wer braucht schon Sudoku, wenn er versuchen kann, in der Nebensaison ein Online-Ticket zwischen Keitum und Westerland zu buchen?
Barrierefreiheit mit Aussicht
Auch die Haltestellen kamen zur Sprache. Hier und da wünscht man sich für Rollatoren und Kinderwagen ein bisschen mehr „roten Teppich“ statt Hürdenlauf. Dass dafür die Gemeinden zuständig sind und nicht die SVG, ist eine jener feinen bürokratischen Nuancen, die wir auf Sylt so lieben. Es ist wie beim Wetter: Jeder ist zuständig, aber am Ende müssen wir alle durch den Wind.
Der Winter-Takt: Die Entschleunigung des Nordens
Ein großes Thema war die Taktung im Winter. Wenn die Insel tief durchatmet und die Busfahrpläne sich vornehm ausdünnen, wird Mobilität zum echten Entschleunigungs-Erlebnis. Dass die Busse dann manchmal etwas „kuscheliger“ (sprich: voller) sind, fördert doch eigentlich nur den sozialen Zusammenhalt. Und mal ehrlich: Ein Sozialticket für Rentner oder ein subventioniertes Insulaner-Ticket? Das klingt nicht nach einer harten Forderung, sondern nach einer wunderbaren Einladung, öfter mal gemeinsam über den Hindenburgdamm – oder zumindest bis zur nächsten Haltestelle – zu träumen.
Ein Hoch auf die Kapitäne der Landstraße
Das Schönste am ganzen Abend war jedoch das dicke Lob für das Personal der SVG. Unsere Busfahrer sind die wahren Psychologen der Insel: immer freundlich, immer hilfsbereit, selbst wenn der Fahrgast mal wieder verzweifelt mit der App kämpft. Im Vergleich zu unseren Nachbarn auf Föhr, wo Bus und Fähre sich anscheinend nur aus der Ferne zuwinken, läuft es bei uns doch eigentlich „wie geschmiert“.
Sven Paulsen von der SVG nahm die Impulse gelassen und konstruktiv auf. Am Ende war es kein politischer Schlagabtausch, sondern ein wertvoller Austausch unter Nachbarn. Wir fordern nicht – wir gestalten gemeinsam. Und solange wir dabei noch miteinander lachen können, ist der nächste Bus, egal wann er kommt, eigentlich immer ein Erfolg!






















































































































