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Gute Reise Jo Bohnsack.

Jo Bohnsack - die Sylter Pianolegende

In diesem Sylt News Artikel

Der legendäre Sylter Pianist Jo Bohnsack ist gestorben. Ein Nachruf von Axel Link.

„Man wird so gestreichelt von dem Klang“, sagt Jo und fliegt mit seiner linken Hand verliebt über die Tasten seines Steinway-Flügels in seinem Wohnzimmer. Mit ungeheurer Leichtigkeit entlockt er dem sündhaft teuren Instrument eine Kaskade von Tönen, die sofort ins Herz des Zuhörers vorstoßen. Wow – der kann’s. Eigentlich ist es gar nicht sein Steinway-Flügel und auch nicht wirklich sein Wohnzimmer. Das wertvolle Instrument steht im alten Kursaal in Westerland, und der Mensch, der am häufigsten die kunstvollen weißen und schwarzen Tasten bearbeitete, war der „Steinway Artist“ Jo Bohnsack. 1978 trat Jo zum ersten Mal im alten Kursaal auf – damals in Begleitung des Schlagzeugers Werner Dressen – und danach regelmäßig. Er spielte gerne in seinem „Wohnzimmer“ und hämmerte gut gelaunt seine Töne in den Kursaal, der oft randgefüllt war mit Fans, die eines seiner legendären Boogie-Woogie-Konzerte miterleben wollten. Seine „bluesige, mit Salzwasser gespülte“ Stimme war grandios, seine mitreißende Art ansteckend. Nun ist die einzigartige Stimme verstummt. Der Steinway im alten Kursaal ist verwaist, und viele Sylter und Fans sind tieftraurig. Jo Bohnsack ist nach schwerer Krankheit im Alter von nur 64 Jahren in Westerland gestorben. Farewell, lieber Jo.

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Jo Bohnsack, die Klavier spielende Insellegende im Beach House Talk
Jo Bohnsack beim Beachhouse Talk im Juni 2021.

Der gebürtige Sylter Jo Bohnsack galt als einer der besten zeitgenössischen Boogie- und Blues-Pianisten. Bereits als Achtjähriger lernte er Klavier spielen. In seinem Zimmer stand das Instrument, das ihn am meisten faszinierte. Und Western mochte er auch. Die typische Ragtime-Musik inspirierte ihn, und er malträtierte die Hämmer und Saiten seines Klaviers mit Reißzwecken und Pergamentpapier, um den typischen Ragtime-Sound zu imitieren. Schlecht für das Klavier, gut für die Fantasie des jungen Jo, den die Liebe zur Musik nie wieder losließ. Nach dem Abitur studierte Jo Musik an der Hochschule in Hamburg mit dem Hauptfach Klavier. Und als Sohn eines Lehrers (sein Vater war Lehrer in Westerland) studierte er sicherheitshalber noch auf Lehramt in Musik und Französisch. Brotlos war seine Kunst aber nie. In jungen Jahren verdingte er sich als Barpianist in der Pianobar in Westerland und bei „Muffel“ im Kampener Dorfkrug.

Schon als Jugendlicher lernte Jo Bohnsack auf Sylt seinen Lehrmeister Champion Jack Dupree kennen, mit dem er später ausgiebig tourte und zwei CDs auf der Insel produzierte. Aber auch Fats Domino und Ray Charles beeinflussten ihn – mit dem großartigen B.B. King und vielen anderen Stars war Jo Bohnsack auf Tournee.
Mit Glanz in den Augen erzählte Jo in einem seiner TV-Auftritte bei SYLT1, dass er bei einem Jazzfestival in Italien einmal nach Miles Davis auftreten durfte. Erst Miles Davis, dann Jo Bohnsack. Hammer.
In einer großen TV-Sendung in Mexiko zeigte Jo sein Können am Klavier, und überhaupt war er in der Boogie-Woogie-Szene eine anerkannte Größe. Montreux, Den Haag, Umbrien – Jo tingelte durch die Welt, spielte aber am liebsten zu Hause. Seine größte Liebe und seine größte Bühne war seine Heimatinsel Sylt. Anstatt weiter in die Welt zu ziehen, lud er einfach Gäste in sein „Wohnzimmer“ ein. Axel Zwingenberger, David Kaplan oder der jüngere Bruder von Mick Jagger waren regelmäßige Gäste auf Sylt.

Legendär waren seine spontanen Konzerte in Strandnähe. Wenn es kein Klavier gab, brachte er eins mit. Klavier auf Rollbrett und los ging’s – eine Spezialität des Enthusiasten. So lernte ich Jo auch kennen, vor rund 30 Jahren. Da schob er sein Klavier vor den ehemaligen Kursaal in Wenningstedt, ich schob ein bisschen mit, und dann spielte er – einfach so. Und die Traube um den gut gelaunten jungen Mann am Klavier wurde immer größer. Jo hatte seine Fans. Seine gute Laune, gepaart mit seiner großen Spielkunst, wirkte ansteckend. Toll. In den letzten Jahren spielte Jo auch gerne in der Friesenkapelle. „Boogie in the Church“ – auch ein Knaller. Immer volles Haus und gute Laune.

Lebenslustig war er, der Jo. Auch mit 60 Jahren noch musikalischer Berufsjugendlicher. Stets gut gelaunt – einem Plausch und einem Getränk nie abgeneigt. Nicht alles in seinem Leben hat funktioniert – und doch hat er Dinge erreicht, die andere, bei denen scheinbar alles im Leben klappt, vielleicht nie erreichen werden. Jo hat Menschen, Herzen und Seelen berührt. So wie er war. Ich hoffe, im Himmel steht ein Klavier. Und dann triffst du sicher auch deinen alten Freund Champion Jack Dupree wieder – und Miles Davis ist ja auch schon da. Danke, Jo, und gute Reise.

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Sylt News

Ansage an die Liga: SCN-Damen zerlegen den Titelfavoriten Wer wissen wollte, wer in dieser Saison die Kreisklasse Nordfriesland prägen wird, hatte am Freitagabend an der Sam-Beese-Kampfbahn eine ziemlich eindeutige Antwort. Der SC Norddörfer fegte die FSG Goldebek-Arlewatt II mit 9:0 vom Platz – und das war noch das freundliche Ergebnis. Die Vorzeichen hatten eine andere Sprache gesprochen. Die Gäste waren als Zweiter der Vorsaison und designierter Titelfavorit angereist. Der SCN hingegen hatte im Vorjahr gar nicht gemeldet; in der Saison davor reichte es nur zu einem Platz im unteren Mittelfeld. Was sich in Wenningstedt allerdings verändert hat, ist die personelle Ausgangslage: Das einzige Sylter Frauenteam der Vorsaison, der Meister von Team Sylt, hat seine Meldung zurückgezogen – und ein Teil dieser Meisterinnen läuft jetzt für den SCN auf. Zwei Namen stehen dabei besonders heraus. Laetitia Mikolassek, die bereits für Holstein Kiel und Turbine Potsdam gespielt hat, dort aber immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde, und Madlen Glonner, die zuletzt als Torfrau in der Männermannschaft von Team Sylt gehalten hat. Für Goldebek-Arlewatt wurde genau diese Verstärkung zum Problem. Zwei Kontakte, dann der Abschluss Es dauerte 120 Sekunden. Mikolassek traf in der 2. Minute zur Führung, Lis Emma Boysen legte in der 5. nach. Danach lief das Spiel nur noch in eine Richtung. Die Inselnerinnen wirkten frischer, vor allem aber technisch eine Klasse besser: maximal zwei Ballberührungen, schnelle Flügelspielerinnen, saubere Abschlüsse. Die Abwehr des Favoriten kam mit dem Tempo schlicht nicht mit. Besonders Pina Rohde und Mikolassek lasen die Räume gedankenschnell – jeder Fehlpass der Gäste wurde umgehend bestraft. Mikolassek traf in der 10., 15. und 24. Minute zum 5:0-Pausenstand. Dass es zur Halbzeit nicht schon zweistellig stand, war einzig das Verdienst von Gästetorfrau Emmily Kohlmüller, die mit einer Reihe starker Paraden das Debakel in Grenzen hielt. Die Chancenverwertung war denn auch der einzige Punkt, an dem sich der SCN Kritik gefallen lassen muss. Dass eine Spielerin mit Mikolasseks Vita heute in der Kreisklasse aufläuft, hat einen bitteren Grund: Verletzungspech hat sie in Kiel und Potsdam immer wieder zurückgeworfen. Auf Sylt scheint sie ihre Freude am Fußball wiedergefunden zu haben – und die Liga bekommt das gerade zu spüren. Und in den wenigen Momenten, in denen die überforderten Gäste doch einmal vor das Tor kamen, war entweder Glonner zur Stelle oder die enorm agile Nommi Marie Rohde, die hinten alles zumachte. Die zweite Hälfte gehört der Kapitänin Nach dem Seitenwechsel machte Mikolassek in der 55. mit ihrem fünften Treffer das halbe Dutzend voll. Dann übernahm Kapitänin Pina Rohde: 62., 65. und schließlich 82. Minute – Dreierpack, 9:0, Schlusspunkt. Neun Tore, kein Gegentor, keine erkennbare Schwäche. Es ist der erste Spieltag, und trotzdem drängt sich der Gedanke auf: Vielleicht haben wir an der Sam-Beese-Kampfbahn die designierten Meisterinnen der Kreisklasse Nordfriesland gesehen. Torfolge: 1:0 Mikolassek (2.), 2:0 Boysen (5.), 3:0 Mikolassek (10.), 4:0 Mikolassek (15.), 5:0 Mikolassek (24.), 6:0 Mikolassek (55.), 7:0 P. Rohde (62.), 8:0 P. Rohde (65.), 9:0 P. Rohde (82.) Torschützinnen: Mikolassek 5, P. Rohde 3, Boysen 1 SC Norddörfer: Glonner – N. M. Rohde, Reinhardt, Boysen, Stückmark, Mikolassek, P. Rohde (C). Ersatzbank: Ertl, Binn Harder, Torn, Olsson. Trainer: Marko Schneider-Pauly. Beste Gästespielerin: Torfrau Emmily Kohlmüller Ansage an die Liga: SCN-Damen zerlegen den Titelfavoriten Wer wissen wollte, wer in dieser Saison die Kreisklasse Nordfriesland prägen wird, hatte am Freitagabend an der Sam-Beese-Kampfbahn eine ziemlich eindeutige Antwort. 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