Wenn der Kreis den Schirm aufspannt – Gute Fahrt für unsere blauen Busse
Nordfriesland/Sylt. Es gibt Nachrichten aus dem Husumer Kreishaus, die wärmen besser als ein steifer Grog bei Ostwind. Der Kreistag hat am 12. Dezember einstimmig beschlossen, unsere Insel-Busbetriebe auch im Jahr 2026 nicht im Regen stehen zu lassen.
Das Thema ist ein alter Bekannter: das Deutschlandticket. Was für den Fahrgast ein Segen ist – einfach einsteigen und losdüsen, egal ob in München oder Morsum –, war für unsere Verkehrsbetriebe bislang oft ein Rechenexempel mit Bauchschmerzen. Denn wenn gefühlt halb Deutschland für einen schmalen Taler durch die Lande gondelt, fehlt am Ende das Geld in der Kasse derer, die den Diesel bezahlen müssen.
Gerechtigkeit siegt (und der Kreis zahlt)
Ab 2026 steigt der Preis für das Ticket zwar auf 63 Euro (wir erinnern uns mit einer Träne im Knopfloch an die 9-Euro-Zeiten), doch für privatwirtschaftliche Unternehmen wie unsere Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) bliebe es ohne Hilfe ein Verlustgeschäft. Anders als die Kollegen auf dem Festland, die ohnehin am Finanztropf der öffentlichen Hand hängen, müssen unsere Inselflitzer nämlich eigentlich selbst sehen, wie sie über die Runden kommen.
Doch Udo Maart vom Wirtschaftsausschuss brachte das Zauberwort „Gerechtigkeit“ ins Spiel. Man wollte kein Zwei-Klassen-System zwischen Festland und Insel. Und siehe da: Ohne großes Murren und mit viel Einigkeit nickte der Kreistag das „Standardprozedere“ ab.
Jeder Zweite wedelt mit dem Ticket
Wie wichtig das ist, weiß SVG-Chef Sven Paulsen am besten. Er verriet der SHZ, dass mittlerweile jeder zweite Fahrgast in den Sylter Bussen mit dem Deutschlandticket unterwegs ist. Damit die SVG am Ende nicht nur Sand, sondern auch Einnahmen zählt, greift der Kreis nun tief in den großen Topf (immerhin drei Milliarden Euro schwer, gefüllt von Bund und Ländern) und reicht den fairen Anteil an die Inseln weiter.
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