Sechzehn Mann. Mittwochabend. Lange Fahrt rüber nach Hattstedt. Wer schon mal bei einem Auswärtsspiel unter der Woche dabei war, weiß, was das bedeutet — Feierabend, schnell umziehen, Auto vollpacken, los. Und trotzdem standen sie alle da. Mehr als sonst bei solchen Spielen. Das allein war schon ein Statement.
Auf dem Platz dann genau das, was man sich erhofft hatte. Die Norddörfer liefen nicht hinterher, sie spielten mit. Und in der elften Minute war es soweit: Jan Niklas Wolff traf, 0:1, Führung für den SCN. Auf der Auswärtsbank wurde gejubelt, und man hatte kurz das Gefühl — heute könnte es was werden.
Doch Hattstedt antwortete prompt. Alexander Biehn traf in der siebzehnten Minute zum Ausgleich, und noch während der Ball im Netz zappelte, humpelte Leuschel vom Platz. Kein schöner Moment. Hoppe kam rein, das Spiel ging weiter.
Dann die vierundzwanzigste Minute. Hermerding — Nummer neun bei Hattstedt, der Mann, den man im Auge behalten sollte und es dann doch nicht ganz schaffte — zog von irgendwo jenseits der dreißig Meter einfach ab. Nicht irgendwie. Richtig. Der Ball flog ins Eck, Thöming im SCN-Tor hatte keine Chance, hatte rein gar nichts damit zu tun. Einer dieser Treffer, bei denen man auf der Tribüne erst ungläubig schaut, dann leise flucht. 2:1. Bitter, weil unnötig — und doch nicht zu verhindern gewesen.
Die zweite Halbzeit begann, der SCN steckte nicht auf. Aber das Spiel kippte endgültig in der achtundfünfzigsten Minute. Elfmeter für Hattstedt. Ob er berechtigt war, darüber lässt sich streiten — auf dem Platz wurde es heiß, die Gelbe Karte kurz zuvor hatte die Stimmung schon angeheizt. Hermerding trat an, verwandelte, und mit dem 3:1 war die Luft raus. Derselbe Mann, der schon mit dem Traumschuss getroffen hatte, machte jetzt auch noch den Deckel drauf.
Was bleibt: ein Spiel, das man hätte mitnehmen können. Frühe Führung, ordentlicher Auftritt, kein Einbruch. Aber ein nicht zu haltender Distanzschuss und ein Elfmeter haben am Ende den Unterschied gemacht. Keine Rote, keine Gelb-Rote für die Blau-Gelben — das ist zumindest etwas, was man mitnimmt auf der langen Fahrt zurück nach Sylt.
Und jetzt? Dienstag, neunzehn Uhr dreißig. Wiesharde kommt. Heimspiel. Zwei Punkte Rückstand. Wer am Mittwoch in Hattstedt dabei war, weiß: Diese Mannschaft hat mehr drauf als Platz dreizehn. Jetzt muss es raus.
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