Vom Anpfiff weg brannte Team Sylt ein Feuerwerk ab. In den ersten 20 Minuten wussten die Gäste aus Nordau kaum, wie ihnen geschah. Die Hausherren schnürten die SG derart in der eigenen Hälfte ein, dass Entlastungsangriffe Seltenheitswert hatten. Belohnt wurde dieser Sturmlauf bereits in der 8. Minute, als Örjan Petersen eiskalt zur 1:0-Führung einschob.
Dabei bot sich den Zuschauern ein ungewöhnliches Bild: Der Torhüter der SG Nordau agierte extrem offensiv, postierte sich permanent weit vor seinem Strafraum und agierte fast als zusätzlicher Feldspieler. Eine riskante Taktik, die Team Sylt zwar erkannte, aber trotz einer Vielzahl hochkarätiger Chancen zunächst nicht entscheidend bestrafen konnte.
Kalte Dusche und schwindendes Konzept
Wie aus dem Nichts dann der Dämpfer: Ein einziger präziser Konter der Gäste hebelte die Sylter Defensive aus – 1:1. Dieser Treffer hinterließ Spuren. Plötzlich war der rote Faden im Sylter Spiel weg, das Konzept ging verloren und die Partie wurde zu einem wilden Schlagabtausch. Zwar blieb Sylt die spielerisch stärkere Mannschaft, doch Nordau war nun voll im Spiel. Mit einem leistungsgerechten 2:2 ging es in die Kabinen.
Der „Abdul-Faktor“ und das große Zittern
Nach dem Seitenwechsel drohte die Partie zunächst zu kippen. Nordau drängte, Sylt wirkte kurzzeitig unsortiert. Doch in dieser Phase bewiesen die Insulaner enorme Cleverness – und sie hatten einen Mann in ihren Reihen, der derzeit schlichtweg nicht zu stoppen ist: Abdul-Rauf Toure.
Wie schon in den vergangenen Partien spulte Abdul ein immenses Laufpensum ab und war an fast jeder gefährlichen Aktion beteiligt. In der 34. Minute (wieder auf Kurs) und später mit seinem zweiten Streich in der 62. Minute brachte er Sylt auf die Siegerstraße. Als Örjan Petersen in der 68. Minute seinen Doppelpack schnürte und auf 4:2 erhöhte, schien der Heimsieg sicher.
Doch der Fußballgott hatte noch eine Pointe parat. Wie aus dem Nichts markierte Nordau den Anschlusstreffer zum 4:3. Plötzlich kehrte die Nervosität zurück. Fehlpässe häuften sich, die Beine wurden schwer und das Zittern auf der Tribüne war förmlich greifbar. Nordau warf alles nach vorne, doch mit Glück, Geschick und leidenschaftlichem Kampf rettete Team Sylt den knappen Vorsprung über die Zeit.
Ein Sieg des Willens
Am Ende stehen drei hart erkämpfte Punkte auf dem Konto von Team Sylt. Es war ein Spiel zweier bärenstarker Offensivreihen, in dem die Sylter B-Junioren trotz phasenweiser Nervosität den längeren Atem bewiesen. Ein großes Lob geht an die gesamte Truppe für diesen tapferen Auftritt – und natürlich an Abdul-Rauf Toure, der einmal mehr seine Hochform unter Beweis stellte.
Torschützen für Team Sylt:
- Örjan Petersen (8., 68.)
- Abdul-Rauf Toure (34., 62.)
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