Ein Jahr ist es nun her, dass Tina Haltermann das Steuer im Rathaus übernommen hat. Zeit für eine erste Bilanz. Hat sie die Mühlen der Sylter Verwaltungspolitik unbeschadet überstanden? Oh ja – und sie lächelt sogar noch. Mit einer erfrischenden Prise Pragmatismus und spürbarer Bodenhaftung blickt die Bürgermeisterin auf ihr erstes Dienstjahr zurück. Ihr Fazit: Die Aufgaben wachsen, aber man wächst eben mit.
Die Insel rückt zusammen – und das ganz offiziell
Ihr größter Meilenstein in den vergangenen zwölf Monaten: Die Inselgemeinden haben sich für ein gemeinsames Amt entschieden. Wer die Sylter Kommunalpolitik kennt, weiß: Das gleicht fast schon einer diplomatischen Mondlandung. Haltermann weiß, dass die bürokratischen Herausforderungen von der Infrastruktur bis zu gesetzlichen Vorgaben nicht weniger werden. Deshalb wird die Verwaltung weiter fleißig zentralisiert und modernisiert.
Für alle, die genau verstehen wollen, wie man auf der Insel Behörden-Tetris spielt, hat sie übrigens einen Tipp parat: den Insel-eigenen und passend betitelten Podcast „Zwischen Düne und Dienstweg“.
Doch die Bürgermeisterin betont auch, dass sie den Karren nicht allein zieht. Ein dickes Lob geht an ihr Führungsteam sowie an die Macher im Hintergrund: den Tourismus-Service (ISTS) und das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM). Ohne diese Institutionen, so Haltermann, wäre das Zusammenleben auf der Insel kaum denkbar.
Von digitalen Akten und analogen Hilfen
Neben den großen Strukturen wurde auch im April kräftig angepackt. Während die Gemeinde beim Pilotprojekt „VAUDI“ gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein versucht, der Verwaltung digitale Flügel zu verleihen, kümmert man sich im Sozialzentrum ganz analog und herzlich um die Bürger- und Seniorenberatung. Und beim sensiblen Thema Tourismusstrategie macht Haltermann klar: Es sollen alle mit ins Boot geholt werden. Die ersten Beteiligungsprozesse stehen in den Startlöchern.
Marschbahn-Hoffnung, Damm-Geburtstag und Skateboard-Träume
Richtig spannend wurde es beim Marschbahndialog. Wenn der Ministerpräsident und die Bahn-Chefin auf die Insel kommen, wird Klartext geredet. Haltermann hat aus diesen Gesprächen tatsächlich eine „echte Perspektive“ mitgenommen. (Wir Inselbewohner drücken natürlich die Daumen, dass sich diese Perspektive demnächst auch in pünktlichen Zügen niederschlägt!)
Zudem werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus: Im kommenden Jahr wird der Syltdamm stolze 100 Jahre alt. Die Planungen im Arbeitskreis laufen auf Hochtouren. Wer es lieber etwas moderner mag, darf sich auf den 12. Juni freuen: Dann gehen endlich die Pforten des Multiparks mit Skatepark und Streetball-Court auf.
Ein charmantes Versprechen für die Zukunft
Tina Haltermanns Resümee nach zwölf Monaten? Ein ehrliches Eingeständnis, dass Rom nicht an einem Tag erbaut wurde – und die perfekte Inselverwaltung eben auch nicht. „Nicht alles lässt sich von heute auf morgen umsetzen und nicht alles gelingt dabei sofort“, gibt sie unumwunden zu.
Doch genau diese Offenheit macht sie aus. Sie arbeitet mit klarem Blick weiter, bleibt lösungsorientiert und vor allem nah an den Menschen. Ein erstes Jahr voller Herausforderungen liegt hinter ihr, doch Tina Haltermann bleibt optimistisch und schließt mit den Worten: „Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen.“




