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WM 2026 auf Sylt: Public Viewing – und was das den Wirt kostet

WM 2026 auf Sylt: Public Viewing – und was das den Wirt kostet
Foto: Redaktion
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Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist da. 48 Mannschaften, drei Gastgeberländer, eine Zeitzone, die deutschen Fans zuverlässig um den Schlaf bringt. Und mittendrin: Sylt. Die Insel, auf der man eigentlich wegen des Meeresrauschens ist – und jetzt plötzlich um Mitternacht vor einer Leinwand sitzt und hofft, dass der Schiedsrichter Deutsch spricht.

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Willkommen in der schönsten Nebensaison des Fußballs.

Was der Gastronom wirklich zahlt – oder auch nicht

Wer auf Sylt Public Viewing anbieten möchte, hat vermutlich als Erstes gegoogelt: Was kostet mich das? Und die Antwort lautet – in typischer FIFA-Manier – es kommt drauf an.

Die gute Nachricht: Wer einfach die Spiele zeigt, keinen Eintritt verlangt, keine Sponsorenbanner an die Wand hängt und die Currywurst zum normalen Preis verkauft, zahlt der FIFA: nichts. Null. Nada. Der weltgrößte Fußballverband lässt die Dorfkneipe in Ruhe – zumindest in diesem Punkt.

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Anmelden muss man sich trotzdem. Über publicviewing.fifa.org. Weil ein Formular noch nie jemandem geschadet hat.

An die GEMA zahlt man schon etwas – aber auch das bleibt überschaubar. Für einen normalen Fernseher bis 106 Zentimeter werden rund 30 Euro für die gesamten WM-Wochen fällig. Mit Leinwand oder Großbildschirm bis zu 150 Euro. Wer also gedacht hat, die FIFA kassiert bei jedem Public Viewing wie beim Champions-League-Finale im Wembley: weit gefehlt. Die meisten Sylter Locations sind davon meilenweit entfernt – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Teurer wird es erst bei größeren Events mit kommerziellem Charakter: Ab 300 Besuchern mit Eintritt oder Sponsoren werden gestaffelte Gebühren fällig. Ab 5.000 Personen darf man direkt mit der FIFA verhandeln. Das ist auf Sylt in etwa so wahrscheinlich wie ein Fanmarsch durch die Friedrichstraße.

Wer draußen überträgt, braucht außerdem eine kommunale Genehmigung. Und wer bis nach Mitternacht die Leinwand laufen lassen will, profitiert von der Public-Viewing-Verordnung der Bundesregierung, die eigens für diese WM eine Ausnahme vom Lärmschutz ermöglicht. Der Gedanke, dass deutsche Politiker nachts um halb zwei Curaçao gegen Deutschland schauen und dabei an Lärmschutzverordnungen denken, ist irgendwie tröstlich.


Die deutschen Spiele – und der heimliche Favorit des Turniers

Deutschland spielt in Gruppe E. Eine Gruppe, die auf dem Papier machbar klingt und beim genaueren Hinschauen ein bisschen mehr Kaffee braucht als gedacht.

Aber von vorne.

Da wäre zunächst Curaçao. Eine Karibikinsel mit rund 158.000 Einwohnern – weniger als Kiel – die als kleinste Nation der WM-Geschichte erstmals die Endrunde erreicht hat. Ein Märchen. Wirklich. Chapeau, Curaçao. Chapeau.

Und dann schickt das Schicksal sie ausgerechnet gegen Deutschland. Im ersten Gruppenspiel. Vor vollen Rängen und mit dem gesamten Erwartungsdruck der deutschen Fußballnation im Nacken.

Curaçao ist damit offiziell der Favorit dieses Turniers. Zumindest in den Herzen aller, die eine gute Geschichte einer guten Taktik vorziehen. Der Rest tippt auf Deutschland – und schaut dabei leicht nervös auf die Uhr, weil das Spiel um 19 Uhr angepfiffen wird und man um 19:03 Uhr schon ein Tor erwartet.

Dann kommt die Elfenbeinküste, Afrikameister 2024. Kein Gegner für schwache Nerven und zu viel Selbstvertrauen. Und zum Abschluss Ecuador, das sich in der südamerikanischen Qualifikation hinter Weltmeister Argentinien behauptet hat. Ein Abend, an dem man besser nicht mit vollem Magen auf der Couch sitzt.

Die Gruppenspiele:

Deutschland gegen Curaçao – Sonntag, 14. Juni 2026, 19:00 Uhr Der Pflichttermin. Kein Ausrede. Wer hier nicht dabei ist, erklärt hinterher trotzdem alles besser.

Deutschland gegen Elfenbeinküste – Donnerstag, 19. Juni 2026, 22:00 Uhr Spätabends, dafür mit echtem Herzrasen. Bitte vorher gut essen.

Deutschland gegen Ecuador – Dienstag, 24. Juni 2026, 22:00 Uhr Das letzte Gruppenspiel. Alles ist möglich. Auch das Weiterkommen.


Wo man die Spiele auf Sylt schaut

Damit niemand allein vor dem Laptop sitzt und beim entscheidenden Tor in die leere Wohnung jubelt, hier die vollständige Übersicht der Public-Viewing-Locations auf der Insel:

Westerland:

  • Kompass, Friedrichstraße – alle deutschen Spiele, drinnen, ohne Strandkorb aber mit Sitzplatz
  • Alt Berlin, Friedrichstraße – Großbildleinwand und Monitore, keine Reservierung, wer zu spät kommt, steht an der Theke und hat trotzdem Spaß
  • Bierbrunnen, Wilhelmstraße – bewährt, gesellig, kein Schnickschnack
  • Bell’s 4, Andreas-Nielsen-Straße – vier Fernseher plus Leinwand, alle Spiele, kein schlechter Platz im Haus
  • Sunset Beach, Strandpromenade – ausgewählte Spiele mit Nordseeblick, weil Fußball mit Meerblick einfach besser ist
  • Budersand Hotel und Spa – alle deutschen Spiele, auch für Gäste ohne Zimmerkey
  • Mikado – deutsche Spiele

Wenningstedt-Braderup:

  • Saal am Kliff – alle Gruppenspiele auf Großleinwand, mit Kliff-Panorama im Kopf

Hörnum:

  • Leuchtturm Lounge – auch die späten Nachtspiele, weil der Leuchtturm eh nicht schläft

List:

  • Erlebniszentrum Naturgewalten – alle drei Gruppenspiele auf großer Leinwand, Foyer und Außenbereich, Getränkewagen und Grillstand direkt vor dem Gebäude. Fußball und Bratwurst unter freiem Nordsee-Himmel – besser wird es nicht

Kampen:

  • Restaurant-Café Manne Pahl – alle deutschen Spiele, für alle, die beim Torejubel lieber Champagner als Bier in der Hand halten

Tinnum:

  • Tinem Hüs – Auftaktspiel Deutschland gegen Curaçao am 14. Juni, Anpfiff 19 Uhr

Rantum:

  • Café do Brasil, Project Bay – Neueröffnung am 14. Juni, deutsche Spiele und ausgewählte weitere Partien. Brasilianisches Flair, deutsches Herzrasen – eine interessante Kombination

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Wer die WM nicht nur schauen, sondern auch ein bisschen drüber nachdenken möchte – ohne dabei zu ernst zu werden – dem sei unsere WM-Kolumne empfohlen. Wir begleiten das Turnier mit dem nötigen Humor, dem gebührenden Respekt und dem festen Glauben, dass Curaçao das Zeug hat, die Welt zu überraschen.

Wir tippen trotzdem auf Deutschland. Aber leise…

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