Gefahr auf Sylt: Giftiges Jakobskreuzkraut breitet sich rasant aus
In den vergangenen Jahren hat sich auf den Weiden, an Wegrändern und entlang der Bahnböschungen auf Sylt eine ernsthafte Bedrohung festgesetzt: das Jakobskreuzkraut. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche, gelb blühende Wiesenpflanze aussieht, birgt eine massive Gefahr für die Tierwelt und kann auch für den Menschen zum Risiko werden.
Tödliche Gefahr für Pferde und Weidetiere
Das Jakobskreuzkraut ist hochgiftig. Besonders Pferde und Rinder reagieren extrem empfindlich auf die Pflanze, doch auch für Schafe und Ziegen besteht ein Gesundheitsrisiko. Auf den Weiden der Insel kommt es immer wieder vor, dass Tiere die Pflanze fressen. Besonders gefährlich ist hier das frühe Wachstumsstadium (Rosettenstadium). Zu diesem Zeitpunkt fehlen der Pflanze noch die warnenden Bitterstoffe, weshalb sie vor allem von Jungtieren nicht gemieden wird.
Das unsichtbare Gift im Winterfutter Eine tückische Besonderheit des Jakobskreuzkrauts: Wenn es gemäht und zu Heu oder Silage verarbeitet wird, bauen sich die abstoßenden Bitterstoffe ab – das eigentliche Gift, die sogenannten Pyrrolizidinalkaloide, bleibt jedoch vollständig erhalten. Da das Gift im tierischen Organismus nicht abgebaut wird, summiert sich selbst die Aufnahme kleinster Mengen über einen längeren Zeitraum und kann schließlich zu lebensbedrohlichen Leberschäden führen.
Verstecktes Risiko für den Menschen
Die toxischen Pyrrolizidinalkaloide stellen nicht nur auf den Sylter Weiden eine Gefahr dar. Auch für den Menschen sind diese Stoffe gesundheitsgefährdend. Ein bekanntes Einfallstor ist der Sommerhonig: Sammeln Bienen den Nektar der gelben Blüten, können sich die Giftstoffe im Honig anreichern.
Explosive Vermehrung im Sylter Wind
Die Bekämpfung der Pflanze ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Jakobskreuzkraut besitzt ein enormes Vermehrungspotenzial. Ein einziges Exemplar kann bis zu 150.000 Samen ausbilden. Einmal herangereift, sorgt der stetige Sylter Wind dafür, dass sich die Samen flächendeckend über die gesamte Insel verteilen.
Der Landschaftszweckverband Sylt (LZV) warnt: Richtig handeln und entsorgen
Um die unkontrollierte Ausbreitung und die damit verbundene Gefahr auf Sylt einzudämmen, ruft der Landschaftszweckverband Sylt (LZV) dringend zur Mithilfe auf. Bekannte Vorkommen müssen zwingend entfernt werden, bevor die Pflanzen ihre Samenreife erreichen.
Bei der Beseitigung ist eine strikte Regel zu beachten:
- Niemals in die Biotonne oder auf den Kompost: Wegen der starken Giftstoffe und der extrem robusten Samen darf das Jakobskreuzkraut nicht in den biologischen Kreislauf zurückgelangen.
- Ab in den Hausmüll: Die ausgerissenen Pflanzen müssen ausnahmslos und sicher verpackt über den regulären Restmüll entsorgt werden.
Unsere Partner
Mehr aus Sylt News alle Beiträge

Der Tabellenführer kommt: SCN empfängt den TSV Süderlügum am Freitag
Der ungeschlagene Spitzenreiter gastiert am Freitagabend in Wenningstedt. Die beiden torgefährlichsten …

Sturm mit Zugabe: Warum Sylt am Sonntag eine Stunde länger durchgepustet wird
Rettet die Strandkörbe! Holt die Kinder rein! Wer noch einen Keller hat, sollte ihn mit Kerzen, Dosenbrot und …

Wer spielt wann? Der neue Sylter Spielplan zeigt alle Fußballtermine der Insel
Team Sylt und SC Norddörfer, 89 Spiele, eine Liste: Der neue Spielplan auf sylt1.tv zeigt alle Fußballtermine der …

Sylt muss zum Update-Check: PHP-Lücke schreckt Webseiten-Betreiber auf
Während auf der Insel die Saison langsam die Strandkörbe einklappt, klappt im Internet gerade etwas ganz anderes …


































