Die auf dem Papier stärkste B-Junioren-Mannschaft Nordfrieslands, die JHV Nordfriesland, kam am Mittwochabend auf die Insel. Die bisherigen Saisongegner der JHV lesen sich wie ein Who-is-Who des Fußballs im Norden: Heider SV, Weiche Handewitt oder VfB Lübeck. Oberliga eben. Doch an diesem Abend wartete der Kreisligist von der Insel, und es ging um nichts Geringeres als den Einzug ins Kreispokalfinale.
Das Team vom Festland trat entsprechend couragiert auf und erspielte sich in der Anfangsphase gleich mehrere Chancen. Eine davon verwandelte Hounsa eiskalt zum 0:1. Auch im weiteren Verlauf war die JHV spürbar überlegen. Teilweise glich die Partie am Anfanghttps://www.youtube.com/watch?v=pkWE7QkqOxk einem Schaulaufen des Oberligisten.
Ein Sylter Keeper wächst über sich hinaus
Doch die Gäste hatten die Rechnung ohne den Sylter Keeper Mikosz Ruki gemacht, der an diesem schönen Frühlingsabend ein unfassbares Spiel ablieferte. Während Ruki hinten glänzte, setzte Abdul-Rauf Toure in der Offensive immer wieder gefährliche Nadelstiche und begeisterte die zahlreichen Zuschauer. Nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch begann sich das Blatt nun zu wenden. Die Sylter kamen immer besser ins Spiel. Nach einem Konter über die rechte Seite nutzte Fabian Schröder die Verwirrung im Strafraum: 1:1! Da waren gerade einmal 21 Minuten gespielt, und es entwickelte sich ein völlig offener Schlagabtausch.
Abwehrschlacht und ein blitzsauberes Solo
Nach der Pause drückten die Festländer enorm auf das Sylter Tor, erhöhten den Druck und schnürten Team Sylt zeitweise regelrecht in der eigenen Hälfte ein. Doch die Abwehr stand wie ein Bollwerk. Immer hatte ein Sylter noch ein Bein, den Kopf oder den Körper dazwischen. Und falls doch ein Ball in Richtung Tor flog, war Ruki zur Stelle.
Dann griff eine alte Fußballweisheit: Machst du sie vorne nicht… Den zweiten Teil dieses Satzes beantwortete Joel Oliete eindrucksvoll auf dem Platz. Mit einem blitzsauberen Solo ließ er Abwehr und Torwart stehen und schob zum viel umjubelten 2:1 für die Hausherren ein.
Der Rest des Spiels ist einfach zu erklären: 31 Minute Daueroffensive der Gäste und ein großartiger Kampf der Hausherren, die ihren Kasten bis zum erlösenden Abpfiff nach packenden 86 Minuten sauber hielten. Ruki hielt in dieser Phase einige eigentlich unhaltbare Bälle und wurde nach dem Schlusspfiff völlig zu Recht von seinen Mitspielern gefeiert.
Doppeltes Finale für den Insularen Nachwuchs
Pokalfinale! Damit folgt die B-Jugend der A-Jugend, die ebenfalls das Endspiel erreicht hat. Für die B-Jugend geht es jetzt gegen den Ligakonkurrenten Frisia Lindholm um den Titel. Die A-Jugend hat im Pokalfinale derweil ein ungleich schwereres Los gezogen: Es wartet der Oberligist Husumer SV.





