Rantum. Nach Jahren des Übergangs steht für das Meerkabarett auf Sylt die Rückkehr an den Traditionsstandort fest: 2027 soll die Kulturveranstaltung wieder am Rantumbecken spielen. Das kündigte Geschäftsführer Joachim Wussow zum Ende der Saison 2026 an – verbunden mit einer ganzen Reihe von Neuerungen. Das komplette Interview mit Joachim Wussow gibt es Ende der Woche bei uns im TV und auf YouTube.
Sieben Jahre Verfahren, Abschluss im Dezember
Verhandelt wird über den neuen Bebauungsplan bereits seit 2019. Inzwischen seien alle strittigen Punkte geklärt, so Wussow gegenüber final muss der Plan noch durch die Gremien der Gemeinde, der Prozess soll im Dezember abgeschlossen werden. Dass es so lange gedauert hat, verschweigt er nicht: mühsam sei es gewesen, weiter wäre man gern schon jetzt. Klagen will er darüber aber nicht. Sein Fokus liegt auf dem Ziel – einem Kunst- und Kulturangebot am Rantumbecken „in einem wirtschaftlich stabilen Umfeld“. Der Zeitplan steht, und damit auch die Zuversicht, die es braucht, um jetzt Verträge mit Künstlern und Partnern für 2027 zu schließen. Eike Koch (im Bild) kümmert sich um die Buchungen. Zum Teil auch schon für 2028. Den die guten Acts gilt es weit im Voraus zu buchen.
Bilanz 2026: mehr Programm, weniger Zuspruch als erhofft
Die abgelaufene Saison brachte elf Veranstaltungen – mehr als doppelt so viele wie 2025, im Schnitt drei pro Woche. Namen wie Markus Krebs und Eckart von Hirschhausen standen auf der Bühne. Knapp 4.000 Besucher kamen zusammen; gemessen an den Zahlen früherer Jahre hatte Wussow bei den meisten Terminen mehr erwartet. Der Vorverkauf war schleppend, an den Veranstaltungstagen war er ebenfalls durchwachen. Gleiches haben wir im alten Kursaal bei Robert Hoffmann erlebt, wo nur ein Teil der Karten wegging. Interssanterweise hatte dann Martin Sonneborn wesentlich mehr Karten verkauft. Manchmal ist es dann auch eine Art Lotterie. Natürlich spielt auch die wirtschaftliche Gesamtsituation eine Rolle. Die Frage, die sich viele stellen: Was darf ein Abend kosten?
Was sich 2027 ändert
Der Außenbereich zieht um – vom Betriebshof auf den zentralen Platz zwischen Mineralwassermanufaktur, Quellenhaus, Wattenmeer und Kunstparcours. Dort entsteht auch der neue Eingang. Probehalber wurde die Außenbestuhlung am neuen Standort schon aufgebaut, und das Ergebnis hat das Team nach Wussows Worten „völlig begeistert“. Die Umgestaltung soll zügig umgesetzt werden; die größeren Umbauten werden bis zum Sommer 2027 dagegen noch nicht fertig – für ein Angebot auf dem Niveau früherer Jahre reiche es aber. Ein erstes Signal für den Neuanfang kam mit der Eröffnung des Cafe do Brasil auf, dessen Neueröffnung trotz Nachlässigkeiten der Vorpächtern im Vorjahr für viel Frequenz an der Sylt Quelle gesorgt hat.
In der Eventhalle sind weitere Sitzgelegenheiten geplant, perspektivisch ein Foodcourt mit mehreren gastronomischen Anbietern, damit vor dem Programm und in der Pause Auswahl besteht. Interessenten gab es bereits – die haben sich wegen der Verzögerungen inzwischen anders orientiert. Wussow hofft ausdrücklich auf Sylter Partner und bittet Interessierte, sich direkt bei ihm zu melden. Bei solchen Projekten ist sicherlich der kreative Part gefragt. Wer Wussow kennt, der weiß: 0/815 wird er hier nicht geben.
Eine Änderung betrifft alle Gäste: Wegen der Auflagen des Lärmschutzes beginnt das Programm künftig eine Stunde früher, um 19 Uhr. Bleiben soll dagegen das, was den Abend am Rantumbecken ausmacht – die Mischung aus bekannten Rückkehrern und neuen Künstlern, die Clubatmosphäre im Zuschauerraum, in der Getränke und Snacks mit an den Platz genommen werden dürfen. Auch die SVG-Busfahrt nach Rantum soll wieder im Ticket enthalten sein: ein Angebot, das zuletzt immer stärker genutzt wurde – und die Diskussion erspart, wer sich nach dem Abend hinters Steuer setzt.
Kulturförderung schon vor der Rückkehr
Dass Wussow Kultur nicht erst ab 2027 ermöglichen will, zeigt sich abseits der Bühne: Im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt er die lokale Szene aktiv – so hat er einer Sylter Musikband einen Raum für ihre Proben zur Verfügung gestellt
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