Ein echtes Ausrufezeichen der Sylter C-Mädchen! Beim Tabellendritten SG Weiche 08 Wiesharde II bewies die bunt gemischte Truppe von der Insel nicht nur spielerische Klasse, sondern auch enorme Kämpferqualitäten.
Mit einer nunmehr unfassbaren Bilanz von 72:5 Toren aus gerade einmal neun Spielen untermauert das Team seine absolute Dominanz in dieser Saison. Trotz eines schwierigen Rasenplatzes, einer körperlich harten gegnerischen Gangart und dem Fehlen der etatmäßigen Torhüterin feierte das Team einen hochverdienten 7:2-Auswärtserfolg.
Flexibilität zwischen den Pfosten und früher Jubel
Die Vorzeichen für dieses Topspiel forderten sofortiges Improvisationstalent: Da die Mannschaft ohne ihre Stammtorhüterin Cristina Constantinescu anreisen musste, wurde die wichtige Position im Kasten vereinsintern gelöst. Savanna Wahedi (in der ersten Halbzeit) und Alisa Russkova (im zweiten Durchgang) streiften sich mutig die Torwarthandschuhe über und vertraten ihre Kollegin mit Bravour.
Auf dem schwer bespielbaren, tiefen Rasenplatz – ein typisches Bild für diese Jahreszeit, mit dem aber bekanntlich beide Teams klarkommen müssen – legten die Sylterinnen los wie die Feuerwehr. Bereits in der 4. Minute schlug Tormaschine Emilia Otto zum ersten Mal zu und brachte ihre Farben in Führung. In der 16. Minute legte sie direkt das 2:0 nach. Die Gastgeberinnen aus Wiesharde zeigten jedoch, warum sie im oberen Tabellendrittel stehen, und verkürzten nur zwei Minuten später durch L. Matzen auf 1:2 (18.). Mit diesem knappen Vorsprung ging es in die Kabinen.
Sylt nimmt den Kampf an – Emilia Otto schnürt den Dreierpack
Nach dem Seitenwechsel brauchten die Insel-Kickerinnen einen kurzen Moment, um sich an die zunehmend harte Gangart der Heimmannschaft zu gewöhnen. Doch anstatt zurückzuschrecken, hielten die Sylterinnen phänomenal dagegen. In der 36. Minute belohnte Lana Borowicz diesen Einsatz mit dem wichtigen Treffer zum 3:1.
Dann war wieder Zeit für Emilia Otto: In der 48. Minute markierte sie das 4:1 und machte ihren persönlichen Dreierpack perfekt. Eine schlichtweg unglaubliche Quote – es war bereits ihr 32. Saisontreffer! Spätestens mit dem 5:1 durch Thia Jacobsen (56.) war die Moral der Gastgeberinnen endgültig gebrochen. Nur eine Minute später schnürte Lana Borowicz ihren Doppelpack zum 6:1 (57.). Die erneute Ergebniskorrektur durch Wieshardes L. Matzen (68.) konterte Thia Jacobsen im direkten Gegenzug (69.) mit ihrem zweiten Treffer zum 7:2-Endstand. Dass der Schiedsrichter danach überpünktlich und ohne jegliche Nachspielzeit abpfiff – trotz diverser Wechsel, Tore und Verletzungsunterbrechungen –, blieb am Ende nur eine Randnotiz.
Starke Defensive und ein herausragendes Talent
Der deutliche Sieg war das Resultat einer geschlossenen und altersübergreifenden Mannschaftsleistung. Das Sylter Aufgebot (drei Spielerinnen des Jahrgangs 2011, zwei aus 2012 sowie jeweils eine aus 2013, 2014 und 2010) harmonierte prächtig:
- Die Abwehrmauer: Solvej Scheel, Luzie Glapa und Enny Berlin hatten gegen die robusten, körperlich kompakten Gegenspielerinnen mächtig zu tun, erledigten ihre Aufgabe aber bravourös und ließen insgesamt nur zwei Gegentore zu.
- Die Antreiberinnen: Alisa Russkova war mit ihrer enormen Schnelligkeit eine absolute Waffe – sowohl im ständigen Vorwärtsgang als auch in der schnellen Rückwärtsbewegung. Savanna Wahedi wirbelte auf der rechten Seite, suchte ohne Zögern den Abschluss und hatte großes Pech bei gleich mehreren Pfosten- und Lattentreffern.
- Der Youngster: Ein Sonderlob verdiente sich das jüngste Talent auf dem Platz. Maria Zamfir (Jahrgang 2014) zeigte eine riesige Leistung. Sie kämpfte unermüdlich gegen den Ball und agierte extrem mutig im Angriffsspiel. Ihr fulminanter Schuss von der linken Seite krachte leider nur an das obere rechte Tordreieck – ein eigenes Tor hätte sie sich für diesen couragierten Auftritt mehr als verdient gehabt.






