Kurioser Auftakt mit Verzögerung
Die angesetzte Begegnung dieser beiden Mannschaften – bei der der Erste gegen den Letzten der Klasse antrat – begann direkt mit einem Novum.
Der Spielbeginn war für 15:30 Uhr angesetzt, der Anpfiff konnte jedoch erst um 16:00 Uhr erfolgen. Der Tagesspielplan der Halle war so eng getaktet, dass die Umkleidekabinen noch von den Teams der vorherigen Partie belegt waren. So mussten beide Mannschaften zunächst etwas Geduld aufbringen.
Und die Reihe der sportlichen Besonderheiten ging sogleich in die zweite Runde: Erstmalig in dieser Saison mussten die Damen des TSV Westerland in den ersten Minuten einem Rückstand hinterherlaufen. Erst nach fünf Minuten konnten sie das Spiel drehen und gingen mit 4:3 in Führung. Bis zur 11. Minute war vom Unterschied in der Tabellensituation noch nicht viel zu spüren. Die Sieverstedterinnen versuchten immer wieder, ihr Spiel aufzubauen, und Petersen erzielte mit mehreren Treffern aus der 9-Meter-Zone erfolgreiche Abschlüsse. Die Westerländerinnen taten sich hingegen etwas schwer und hatten Mühe mit den sehr gut ausgeführten Hüftwürfen der Gegnerinnen.
Schrecksekunde als Initialzündung
In Spielminute 11 kam dann die Sylter Nummer 4 nach einer missglückten Abwehraktion der Sieverstedterinnen am gegnerischen 6-Meter-Kreis unglücklich zu Fall, woraufhin die Partie kurz unterbrochen werden musste. Nach kurzer Zeit konnte die Spielerin unter dem Applaus der rund 60 Zuschauer jedoch glücklicherweise weiterspielen.
Diese kurze Unterbrechung schien bei den Frauen des TSV Westerland eine regelrechte Initialzündung ausgelöst zu haben. Das Spiel gewann an Tempo, und allen voran die Sylterinnen Miedecke und Petersen konnten mit starken Rückraumtreffern glänzen und zogen das Spiel gekonnt auf. Dabei wurden nun auch die Außenspielerinnen hervorragend in Szene gesetzt. Zudem fand unsere Torfrau zu ihrer gewohnten Stärke, stellte sich auf die Fernwürfe ein und parierte gleich zwei Siebenmeter. Zur Pause stand somit ein solider 7-Tore-Vorsprung für die Frauen des TSV Westerland auf der Anzeigetafel.
Panzertape-Einsatz am Tornetz
Die zweite Halbzeit begann erneut mit sehr kämpferischen Gegnerinnen. Die Partie wurde härter, da sich die Damen des TSV Sieverstedt noch lange nicht aufgegeben hatten. Folgerichtig kam es in der 32. Minute zum ersten Siebenmeter für den TSV Westerland, der sicher verwandelt wurde.
In der 37. Minute machte das nächste Kuriosum den heutigen Dreier dann perfekt: Es gab eine Spielunterbrechung, weil die Sylterinnen Petersen den Ball derart hart ins Netz warf, dass dieses bei den Gegnerinnen unten links am Pfosten abriss. Der gut leitende Schiedsrichter musste den Schaden höchstpersönlich mit Panzertape beheben! Aller guten Dinge sind eben drei.
Danach entspann sich bis zur 45. Minute eine muntere Partie. Es ging temporeich hin und her, wobei jedoch die Frauen des TSV Westerland die deutlich größere Treffsicherheit bewiesen. Auch die Sylter Torfrau lief nun zur Hochform auf und verhinderte schnelle Konter sowie Gegentore durch verdeckte Distanzwürfe. So gelang es dem TSV Westerland, sich einen beruhigenden 10-Tore-Vorsprung herauszuspielen.
Dominante Schlussphase und Respekt für die Gäste
Danach nahm Westerland das Tempo etwas heraus, während die Sieverstedterinnen immer wieder versuchten, unser Spiel mit einer gezielten Zweier-Fraudeckung zu stören. Das bot unseren Außenspielerinnen endlich die Chance aufzutrumpfen: Nach präzisen Zuspielen ihrer Mannschaftskolleginnen aus der Mitte warfen sie ein Tor nach dem anderen.
DieGäste bewiesen jedoch bis zur letzten Sekunde großen Kampfgeist. Selbst bei einem 15-Tore-Rückstand versuchten sie unermüdlich, ihr Spiel kontrolliert aufzubauen. Letztlich setzten aber eine nun überstarke Defensive der Westerländerinnen und ein famoses Angriffsspiel den Schlussminuten eindrucksvoll ihren Stempel auf. So gewannen die Frauen des TSV Westerland dieses Spiel völlig verdient mit 44:27.
Ein großes Lob geht an die Damen des TSV Sieverstedt, die durchweg vollen Einsatz zeigten, dabei stets fair agierten und nie den Glauben an sich verloren. Damit haben sie – trotz des am Ende deutlichen Sieges der Westerländerinnen – maßgeblich zu einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Spiel beigetragen.
Spielanalyse: René Dahm.
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