Leonard Cohen hat in seiner langen Karriere Lieder geschrieben, die in einer anderen Kategorie sind als die meiste Popmusik. Nicht weil sie kompliziert wären – im Gegenteil, Cohens Songs haben oft nur wenige Akkorde, einfache Melodien, und Texte, die auf den ersten Blick verständlich sind. Aber wann immer man tiefer schaut, ist da mehr. Eine zweite Bedeutungsebene, eine dritte, eine vierte. Cohen schrieb über Liebe und Vergänglichkeit, über Glaube und Zweifel, über die kleinen Zerstörungen des Alltags und die großen Augenblicke der Gnade – und das alles mit einer Sprache, die gleichzeitig biblisch und alltagsnah war.
„Hallelujah“ ist sein bekanntestes Lied, aber sein Werk ist weit größer: „Suzanne“, „Bird on the Wire“, „Sisters of Mercy“, „Famous Blue Raincoat“, „Tower of Song“ – Stücke, die zu den meistgecoverten der Musikgeschichte gehören, weil sie etwas Universelles berühren.
Oliver Strempler ist ein Musiker, der die Kunst des Tributs versteht. Es geht nicht darum, Cohen zu imitieren – denn Cohens Stimme, seine Präsenz, seine Art zu singen waren unverwechselbar und unwiederholbar. Es geht darum, den Geist seiner Musik zu ehren, ihr Feuer weiterzutragen, die Texte zum Leuchten zu bringen in einem neuen Kontext und durch eine neue Stimme.
Die Friesenkapelle in Wenningstedt-Braderup ist der ideale Rahmen für diesen Abend: klein, intim, mit einer Akustik, die Musik direkt und ohne Distanz in den Raum stellt. Zwischen Holz und Stein, mit dem Sommerlicht durchs Fenster und Cohens Worten in der Luft – das ist Konzert als Begegnung. Reservierung empfohlen.
Montag, 15. Juni 2026 · 19:00 Uhr · Friesenkapelle, Wenningstedt-Braderup




