Führung nach vier Minuten, zwei vergebene Elfmeter binnen zwei Minuten, 62 Minuten Wartezeit und am Ende der zweite Viererpack der Saison
Das Video hierzu folgt in den nächsten Stunden und wird hier verlinkt.
Auf dem Papier war die Aufgabe unter Flutlicht überschaubar, und der SC Norddörfer brauchte genau vier Minuten, um das zu bestätigen. Frederik Rose spielte aus der eigenen Hälfte einen Pass, der die komplette Stedesander Abwehr aushebelte — ein Ball, wie man ihn in dieser Liga selten sieht — und Arne Spiegel blieb vor dem Gästetor ruhig. 1:0 nach vier Minuten.
Dass bis zum zweiten Treffer noch 62 Minuten vergehen würden, hätte an dieser Stelle niemand vermutet.
Zwei Elfmeter in zwei Minuten, zwei Fehlversuche
Die Insulaner bestimmten von Beginn an das Geschehen, hatten deutlich mehr vom Ball und kamen vor allem über die rechte Seite immer wieder in gefährliche Räume. Stedesand zog sich zurück, verteidigte tief und nutzte das feuchte Geläuf für Grätschen, die hin und wieder auch den Ball trafen. In den übrigen Fällen ging die Reise für die schnellen Norddörfer Außen Richtung Bande. Ernsthafte Verletzungen blieben aus, was an einem solchen Abend die wichtigere Nachricht ist.
Wenn eine dieser Aktionen im Strafraum endet, entscheidet der Schiedsrichter wie vorgesehen. In der 33. Minute zeigte er auf den Punkt. Nicholas Asiedu Okyere Manford übernahm die Verantwortung und scheiterte aus elf Metern am Gästekeeper.
Zwei Minuten später die Wiederholung. Erneut eine Grätsche mit ordentlichen Haltungsnoten, diesmal allerdings mit Handeinsatz. 35. Minute, zweiter Strafstoß, wieder Manford — und diesmal klatschte der Ball an die Latte. Zwei Gelegenheiten innerhalb von 120 Sekunden, keine davon genutzt, und das ausgerechnet von einem Spieler, der ansonsten zu den Auffälligsten auf dem Platz gehörte.
Offensiv kam vom TSV in der Folge wenig. Die von Bendix Bussius organisierte Norddörfer Abwehr stand kompakt, technisch fand Stedesand keine Mittel, um diese Ordnung zu öffnen. So ging es mit einem 1:0 zum Halbzeittee, das den Spielanteilen nicht entsprach.
Eine Wackelphase — und dann 14 Minuten, die alles klären
Auch nach dem Seitenwechsel wollte der zweite Treffer zunächst nicht fallen. Einige leichtfertige Ballverluste im Aufbau brachten die Gäste ins Spiel, Stedesand kämpfte weiter und bekam für ein paar Minuten Oberwasser. Der SCN wackelte in dieser Phase erkennbar, ohne in echte Not zu geraten.
Die Antwort kam über das Tempo. In der 66. Minute zerlegten die Insulaner die Gästeabwehr mit einer schnellen Kombination, am Ende stand wieder Spiegel — 2:0.
Zwei Minuten später das 3:0. Moritz Piossek stoppte einen Stedesander Angriff mit voller Wucht, der Ball sprang zu Spiegel, und der machte, was er an diesem Abend viermal machte. Dieses Mal mit einem Heber.
In der 80. Minute folgte nach einer feinen Hereingabe das 4:0.
Der zweite Viererpack der Saison
Vier Tore in einem Spiel, zum zweiten Mal in dieser Spielzeit nach dem 6:1 in Klixbüll: Arne Spiegel ist derzeit der wohl treffsicherste Angreifer der Kreisklasse A 1. Bemerkenswert ist die Bandbreite der Zuarbeit — in Klixbüll setzte ihn Manford dreimal in Szene, an diesem Abend kamen die Vorlagen aus der Abwehr, aus einem Zweikampf im Zentrum und von der Außenbahn.
Die klare Führung nutzte Nick Schmidt außerdem, um sich selbst einzuwechseln. Nach zwei Auswärtsspielen, in denen er sich in den Kader eingetragen hatte, ohne eingreifen zu müssen, stand der Trainer diesmal auf dem Platz.
Piossek: Licht und Schatten
Bei allen vier Toren auf ein Konto sollte eine Leistung nicht untergehen, die schwerer zu sortieren ist. Moritz Piossek hatte an diesem Abend beide Seiten seines Spiels dabei.
Das Licht: der Zweikampf vor dem 3:0. Ein Stedesander Angriff, der bereits in Bewegung war, endete an einer Aktion, die Wucht, Timing und Entschlossenheit in einem hatte — und aus der binnen Sekunden ein Norddörfer Treffer wurde. Genau dafür steht der Kapitän im Zentrum, und genau das hat dieser Mannschaft am 3. Spieltag gegen Nordau II gefehlt, als er nicht dabei war.
Der Schatten: einige unsaubere Zuspiele im Aufbau, aus denen Gefahrensituationen für das eigene Tor entstanden. Die Wackelphase Mitte der zweiten Halbzeit hatte hier ihren Ursprung, und gegen einen gefährlicheren Gegner als Stedesand wäre mindestens eine dieser Situationen teuer geworden.
Beides gehört zusammen. Ein Sechser, der so aggressiv gegen den Ball arbeitet, steht nach dem Ballgewinn oft in Positionen, aus denen das Weiterspielen schwierig ist. Die Bilanz des Abends fällt trotzdem klar positiv aus — an einem Gegentor war Piossek nicht beteiligt, an einem Tor schon.
Die weiteren Auffälligen
Arne Spiegel war mit vier Toren der Unterschiedsspieler, ohne dafür besonders viele Gelegenheiten gebraucht zu haben. Frederik Rose lieferte auf der linken Abwehrseite eine starke Vorstellung ab und dazu den Pass des Abends. Nicholas Asiedu Okyere Manford blieb trotz der beiden vergebenen Strafstöße ein Aktivposten und war an mehreren Gelegenheiten beteiligt.
Sechs oder sieben Treffer wären möglich gewesen. Vier plus die Null hinten reichen erst einmal.
Einordnung: Rang drei, und der Heimauftrag ist erledigt
Mit dem Sieg steht der SC Norddörfer bei 13 Punkten aus acht Spielen und Rang drei — vier Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen, Torverhältnis 20:13. Punktgleich mit dem TSV Süderlügum, zwei Zähler hinter Spitzenreiter SV Dörpum II.
Eine Einschränkung gehört dazu: Der SCN hat als einziges Team der Liga bereits acht Partien absolviert, die Konkurrenz an der Spitze steht bei fünf beziehungsweise sechs. Rang drei ist die Momentaufnahme eines Teams mit dem vollsten Spielplan. Der Punkteschnitt von 1,6 pro Spiel ergibt hochgerechnet rund 39 Zähler — Aufstiegsniveau liegt in dieser Liga grob bei 56 bis 65 Punkten. 16 Spiele und 48 Punkte sind noch zu vergeben.
Interessanter ist die Verteilung. 13 Tore in drei Auswärtsspielen standen bis Freitag einer Heimbilanz gegenüber, in der zuletzt gegen den Husumer SV II kein eigener Treffer gefallen war. Die Aufgabe, die sich die Mannschaft nach dem 6:3 in Arlewatt gestellt hatte, lautete, die Auswärtsform auf den eigenen Platz zu übertragen. Vier Tore gegen einen tief stehenden Gegner, dazu die Null, sind dafür eine brauchbare Antwort.
20 erzielte Treffer sind der zweitbeste Wert der Liga, nur einen hinter Dörpum II. Und trotz des Viererpacks verteilen sie sich über die Saison: vier von Spiegel in Klixbüll, drei von Sarafadine Ours-Bang´Na in Arlewatt, dazu Bendrich, Manford, Petersen und Masekowsky auf der Liste.
Was bleibt: die Chancenverwertung. Zwei Elfmeter ohne Ertrag und 62 Minuten zwischen dem ersten und dem zweiten Treffer. Daran lässt sich im Training arbeiten — und ab jetzt wird auf der Insel bekanntlich wieder häufiger trainiert.
Tabelle Kreisklasse A 1 nach dem 8. Spieltag
| # | Mannschaft | Sp | Tore | Pkt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Dörpum II | 6 | 21:8 | 15 |
| 2 | TSV Süderlügum | 5 | 17:7 | 13 |
| 3 | SC Norddörfer | 8 | 20:13 | 13 |
| 4 | FC Ellingstedt-Silberstedt | 5 | 13:9 | 12 |
| 5 | Husumer SV II | 6 | 15:11 | 10 |
| 6 | TSV Klixbüll | 7 | 14:16 | 8 |
| 7 | SG Mitte NF II | 6 | 7:10 | 7 |
| 7 | SV Blau-Weiß Löwenstedt III | 6 | 7:10 | 7 |
| 9 | SG Wiedingh.-Emmelsbüll | 6 | 14:14 | 6 |
| 10 | SZ Arlewatt II | 5 | 10:14 | 6 |
| 11 | SG Drelsdorf/Goldebek | 5 | 6:13 | 5 |
Ausblick
Am nächsten Sonntag ist ein Sieg gegen Drelsdorf/Goldebeck Plficht.
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