Das Sprichwort des Monats auf Sölring lautet:
„Di Kü, diar ek böset, kumt uk tö Terp.“
Auf Hochdeutsch etwa: Auch die Kuh, die nicht losstürmt, erreicht das Dorf.
Wer im Hochsommer hinter einer Kolonne auf der Straße nach List hängt, kann den Satz als Beruhigungsformel gebrauchen. Früher oder später ist man da, ganz ohne Hupen.
Im Sölring Blog des Vereins dreht sich im September alles um den Leuchtturm Kampen, auf Sölring „Di Füürtoorn fan Kaamp“. Den Text gibt es wie gewohnt mit deutscher Übersetzung.
Ein paar Eckdaten zum ältesten Leuchtturm der Insel: Gebaut wurde er 1855 am Roten Kliff, zu einer Zeit, als Sylt noch dänisch war und Frederik VII. regierte. Seit dem 1. März 1856 sendet er Licht aufs Meer. Der Turm misst gut 40 Meter, das Feuer brennt 62 Meter über dem Wasserspiegel und ist bis zu 20 Seemeilen weit zu sehen. Das Mauerwerk besteht aus gelben Klinkern von Bornholm, die ursprüngliche Linse kam aus Frankreich. Innen führen 179 Stufen nach oben. Sein schwarz-weißes Kleid trägt er seit 1953, 1974 wurde er unter Denkmalschutz gestellt. Ein Kuriosum am Rande: 1922 zierte er einen Notgeldschein über 50 Pfennig.
Auf der Insel heißt er auch „Langer Christian“. Seit 170 Jahren steht er an derselben Stelle, und wie die Kuh aus dem Sprichwort hat er es dabei nie eilig gehabt.
Quellen: Newsletter „WAT NIIS“, September 2026; deutsche-leuchtfeuer.de; Wikipedia: Leuchtturm Kampen






