Das Herz von Sylt schlägt blau – und in Tinnum momentan sogar ein bisschen schneller. Am 4. Februar bewies die dortige Jugendfeuerwehr bei ihrer Mitgliederversammlung, dass man auch mit Gummistiefeln und Helm eine verdammt gute Figur machen kann. Der scheidende Jugendgruppenleiter Ben Bauer durfte neben 21 hochmotivierten Kameradinnen und Kameraden auch die „große Politik“ begrüßen: Von Bürgermeisterin Tina Haltermann bis zur Gemeindewehrführung war alles erschienen, was auf der Insel Rang, Namen und vermutlich eine wetterfeste Jacke hat.
Der Rückblick auf das Jahr 2025 liest sich wie der Terminkalender eines Rockstars, nur eben mit mehr Löschwasser. Ob beim Biikebrennen, wo die Jugendlichen traditionell dafür sorgen, dass das Feuer dort bleibt, wo es hingehört, oder bei den Laternenumzügen – der Nachwuchs war gefühlt überall. Besonders beim Arenafest in Keitum zeigten sie gemeinsam mit den Archsumern, dass sie die Schläuche schon so souverän im Griff haben, dass mancher Altgediente fast ein wenig neidisch werden könnte.
Natürlich ist die Feuerwehr immer auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Das bedeutet leider auch, dass man nicht jünger wird und der Nachwuchs auf einer Insel wie Sylt nicht gerade auf den Bäumen wächst. Während es in Tinnum geradezu „flutscht“, blickt man in Rantum und Hörnum derzeit mit etwas sehnsüchtigeren Augen auf die Mitgliederlisten. Dort könnte man definitiv noch ein paar helfende Hände gebrauchen, um die Statistik wieder aufzuhübschen.
Trotz der kleinen Sorgenfalten im Insel-Süden wird überall auf Sylt eine Jugendarbeit geleistet, vor der man eigentlich nur den Helm ziehen kann. In Tinnum trägt diese Arbeit nun ganz konkrete Früchte: Gleich fünf junge Retter wurden in die Einsatzabteilungen überstellt. Besonders charmant ist dabei, dass mit Haakon und Mika Jung nun die ersten Archsumer Gründungsmitglieder offiziell die Tinnumer Reihen verstärken – eine Art „Entwicklungshilfe“ unter Nachbarn, die zeigt, dass Kameradschaft keine Ortsgrenzen kennt.
Zum Abschluss wurde dann noch ordentlich gewählt, denn Ordnung muss schließlich sein. Zuzanna Stwora übernimmt nun das Zepter als Jugendgruppenleiterin, flankiert von Kristin Elena Schemhaus und einem Team aus motivierten Mitstreitern wie Jan Niklas Holst, Michel Kröger und Danny Herbrich. Mit dieser Truppe und Jugendwart Dieter Joost im Rücken kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Man darf sich sicher sein: Wenn es irgendwo brennt (oder auch nur eine Katze auf dem Baum sitzt), stehen diese jungen Leute bereit – und das ist ein verdammt beruhigendes Gefühl für uns alle.
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