Nächster Halt: Nervenzusammenbruch – Das Sylt-Pendler-Desaster geht in die nächste Runde
Es ist ein schlechter Scherz, der einfach nicht enden will. Auch morgen dürfen die Sylt-Pendler wieder das ausbaden, was auf der Marschbahn längst zum frustrierenden Dauerzustand mutiert ist: grenzenlose Unzuverlässigkeit und schieres Chaos.
Wer ab Klanxbüll auf die Insel will, bekommt einen Rhythmus diktiert, der wie blanker Hohn klingt: Die Züge fahren ab dort jeweils nur um 11 nach der vollen Stunde. Genau einmal pro Stunde tröpfelt der Verkehr über den Damm. Das ist kein verlässlicher Nahverkehr, das ist eine absolute Zumutung für all die Menschen, die einfach nur versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Als wäre dieser ausgedünnte Takt nicht schon Schikane genug, garniert man das Ganze morgens und abends – also genau dann, wenn es für die Berufstätigen am kritischsten ist – mit weiteren „Fahrplanänderungen“. Es ist das Unwort des Jahres für jeden, der bei Wind und Wetter am Bahnsteig festsitzt.
Die Menschen, die täglich diese Strecke ertragen müssen, sind das absolute Rückgrat der Insel Sylt. Ohne sie bleibt im wahrsten Sinne des Wortes die Küche kalt, die Hotelbetten bleiben ungemacht und der Einzelhandel geschlossen. Und wie wird dieser immense Einsatz gewürdigt? Mit stundenlangem Warten an zugigen Bahnhöfen, gestohlenen Feierabenden und wertvoller Lebenszeit, die im Takt einer ewig defekten Infrastruktur auf der Strecke bleibt. Es ist ein beispielloses Armutszeugnis. Man lässt die Leute am langen Arm verhungern, während ihr täglicher Weg zur Arbeit zum reinen Zermürbungskrieg wird. Die Wut und Frustration sind mehr als gerechtfertigt.
Dringender Appell an alle Leidtragenden:
Verlasst euch auf absolut nichts, was im gedruckten Fahrplan steht, und vertraut keinen Gewohnheiten. Schaut unbedingt und immer aktuell in die App! Prüft eure Verbindungen bis zur letzten Minute vor dem Losgehen in der DB Navigator App oder auf der Webseite, um herauszufinden, wann und ob überhaupt noch ein Zug über den Hindenburgdamm kriecht. Erspart euch das sinnlose Frieren am Bahnsteig, wenn der Zug ohnehin nicht kommt.
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