SYLT1 Audio Live TV
Montag, 21. September 2026 Westerland auf Sylt
TV Sender Sylt1 MagentaTV · Vodafone · Livestream
Live
14:00Cranberries sammeln: Naturschutz, bei dem man etwas mitnehmen darf10:00Strandkorbversteigerung in List: Zum ersten, zum zweiten, verkauft09:27Erster Heimsieg: TSV Westerland – HSG Jörl-Doppeleiche Viöl II 31:2808:07Spende von den Ringreitern aus Morsum: Bälle für die D-Jugend von Team Sylt06:43Adler Schiffe – Der Diesel schreibt jetzt den Fahrplan06:32Ortstafeln von Rantum und Hörnum gestohlen – Föhr war es✈ Ankunft 19:55 LH 2184 aus München✈ Abflug 20:40 LH 2185 nach München19:00 gleich: Tee wirkt - Sylter Teeseminar, Westerland19:00 gleich: Strempler singt COHEN - „Tributekonzert am 92. Geburtstag von Leonard Cohen“, Wenningstedt-Braderup19:15 gleich: Rantum auf Sylt bei Nacht, Rantum19:30 gleich: "Klassik - aufgefrischt !", Westerland14:00Cranberries sammeln: Naturschutz, bei dem man etwas mitnehmen darf10:00Strandkorbversteigerung in List: Zum ersten, zum zweiten, verkauft09:27Erster Heimsieg: TSV Westerland – HSG Jörl-Doppeleiche Viöl II 31:2808:07Spende von den Ringreitern aus Morsum: Bälle für die D-Jugend von Team Sylt06:43Adler Schiffe – Der Diesel schreibt jetzt den Fahrplan06:32Ortstafeln von Rantum und Hörnum gestohlen – Föhr war es✈ Ankunft 19:55 LH 2184 aus München✈ Abflug 20:40 LH 2185 nach München19:00 gleich: Tee wirkt - Sylter Teeseminar, Westerland19:00 gleich: Strempler singt COHEN - „Tributekonzert am 92. Geburtstag von Leonard Cohen“, Wenningstedt-Braderup19:15 gleich: Rantum auf Sylt bei Nacht, Rantum19:30 gleich: "Klassik - aufgefrischt !", Westerland

Flugplan Flughafen Sylt

Alle Ankünfte und Abflüge am Flughafen Sylt (GWT), mit Verspätungen, Gates und Check-in-Schaltern.

Ankünfte

    Abflüge

      Daten powered by Flughafen Sylt · Stand 21.09.2026, 16:07. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Anzeigen am Flughafen.

      Die Cranberry, die in den Sylter Dünentälern wächst, gehört dort nicht hin. Die kanadische Art ist eingeschleppt, breitet sich aus und verdrängt heimische Pflanzen – ein klassischer Fall von invasivem Neophyt.

      Der Naturschutz reagiert darauf mit einer Aktion, die ungewöhnlich angenehm ist: Ausgerüstet mit Gummistiefeln und Handschuhen geht es in die Dünentäler, um die Pflanzen zurückzudrängen. Gesammelt wird von Hand.

      Dünentäler sind nasse, weiche Standorte – ohne Gummistiefel wird es unangenehm. Treffpunkt für diesen Termin ist Buhne 16 in Kampen.

      Der Termin ist einer von mehreren im Herbst; wer ihn verpasst, bekommt im Oktober eine zweite Gelegenheit, dann ab List.

      Die Großfrüchtige Moosbeere, wie die kanadische Cranberry botanisch heißt, wurde vor Jahrzehnten auf Sylt eingebracht und hat sich in den feuchten Dünentälern stark ausgebreitet. Sie bildet dichte Teppiche und verdrängt dabei die heimische Vegetation — Sonnentau, Moorlilie und andere Arten, die auf diese nährstoffarmen Standorte angewiesen sind.

      Das Sammeln ist deshalb tatsächlich Naturschutzarbeit und nicht bloß eine nette Beschäftigung. Die geernteten Früchte dürfen mitgenommen werden; verarbeitet ergeben sie Kompott oder Chutney, roh sind sie ausgesprochen sauer.

      Dünentäler sind nasse, weiche Standorte — Gummistiefel sind Pflicht, Handschuhe empfehlenswert. Treffpunkt für diesen Termin ist Buhne 16 in Kampen. Wer ihn verpasst, bekommt Mitte Oktober eine zweite Gelegenheit ab List.

      Wann: Samstag, 10. Oktober 2026, 11:00 Uhr
      Wo: Buhne 16, Kampen
      Tickets: Keine Onlinebuchung hinterlegt — Karten an der Abendkasse oder beim Veranstalter erfragen.
      Alle Angaben zu dieser Veranstaltung

      Ein Strandkorb ist auf Sylt kein Möbelstück, sondern eine kleine Institution. Wer einen besitzt, hat ein Stück Insel im Garten stehen.

      Am Erlebniszentrum Naturgewalten in List gibt es die Gelegenheit, einen zu erwerben: Versteigert werden ausgediente, aber charmante und liebevoll aufbereitete Körbe. Zum ersten, zum zweiten, zum dritten – verkauft.

      Versteigerungen dieser Art sind vor allem eines: unterhaltsam. Die Preise entstehen im Saal, und wer schon einmal dabei war, weiß, dass die Sache Dynamik entwickelt, sobald zwei Bieter denselben Korb im Auge haben.

      Wer erfolgreich bietet, sollte den Abtransport im Kopf haben – ein Strandkorb passt in keinen Kofferraum. Beginn am frühen Nachmittag.

      Strandkörbe sind eine norddeutsche Erfindung des späten 19. Jahrhunderts und bis heute an keinem anderen Küstenabschnitt der Welt so verbreitet. Auf Sylt stehen im Sommer Tausende davon; sie werden jahrelang genutzt, überholt und irgendwann ausgemustert — und genau diese Exemplare kommen hier unter den Hammer.

      Aufbereitet sind sie, aber nicht neu: Wer bietet, kauft ein gebrauchtes Möbelstück mit Geschichte. Der Reiz der Versteigerung liegt im Verfahren selbst. Der Preis entsteht im Saal, und sobald zwei Interessenten denselben Korb im Auge haben, entwickelt die Sache eine Eigendynamik.

      Eine praktische Warnung: Ein Strandkorb wiegt gut siebzig Kilo und passt in keinen Kofferraum. Wer mitbietet, sollte den Transport vorher geklärt haben. Beginn 13:30 Uhr am Erlebniszentrum Naturgewalten in List.

      Wann: Samstag, 10. Oktober 2026, 13:30 Uhr
      Wo: Erlebniszentrum Naturgewalten, List
      Anfahrt: Lage auf der Karte
      Tickets: Keine Onlinebuchung hinterlegt — Karten an der Abendkasse oder beim Veranstalter erfragen.
      Alle Angaben zu dieser Veranstaltung

      Der TSV Westerland hat sein erstes Heimspiel der Saison gewonnen: 31:28 gegen die HSG Jörl-Doppeleiche Viöl II, am Samstagabend im Neuen Sportzentrum Tinnum. Nach einem ausgefallenen Auftakt und einer Niederlage im zweiten Spiel stehen damit die ersten beiden Punkte auf dem Konto.

      Es war kein souveräner Sieg. Es war einer mit Blitzstart, Einbruch, Konter und Zitterphase – also alles, was ein erstes Heimspiel so hergibt.

      Erste Halbzeit: 11:4 – und dann?

      Die ersten fünf Minuten waren offen, danach lief es. Zwischen der 5. und der 15. Minute zog Westerland von 3:3 auf 11:4 weg: Tim Luca Holst traf dreimal in vier Minuten, dazu Dennis Woysch und ein Treffer von Alexander Zaspel zum höchsten Vorsprung des Abends. Jörl nahm in der 15. Minute Auszeit und verwarf kurz darauf einen Siebenmeter.

      Die Auszeit wirkte – leider auf der falschen Seite. Aus 11:4 wurde bis zur 28. Minute ein 15:13. Neun der nächsten dreizehn Tore gingen an die Gäste, Michel Stolley stellte dabei zweimal nach, auch Westerland nahm in der 26. Minute Auszeit. Erst zum Schluss der Halbzeit fing sich das Team: Mattes Melius, Eike Sjard Knudsen und Melius noch einmal mit der Schlusssirene – 18:13 zur Pause.

      Unterm Strich: Fünf Tore Vorsprung, die sich besser anfühlten, als sie zwischendurch aussahen.

      Zweite Halbzeit: einmal zittern, einmal durchatmen

      Jörl kam besser aus der Kabine. Stolley traf zweimal, dazwischen und danach blieb Westerland lange blass: Zwischen der 34. und der 40. Minute fielen sechs Minuten lang keine Sylter Tore, der Vorsprung schmolz auf 19:17. Kurz darauf stand es 21:19, dann 22:20 – die Gäste waren dran.

      Dann kam die Phase, die das Spiel entschied. Mattes Melius traf fünfmal in Folge (39. bis 46. Minute), Knudsen und Holst legten nach, und aus 22:20 wurde bis zur 50. Minute ein 27:21. Sechs Tore Luft, zwei Jörler Zeitstrafen inklusive.

      Ganz ruhig wurde es trotzdem nicht. Über Pascal Hergen Heesch, Stolley und zweimal Cord Görrissen kamen die Gäste auf 30:27 heran. Melius stellte 90 Sekunden vor Schluss auf 31:27, Stolley verkürzte noch auf 31:28 – zu spät.

      Der Trainer, der sich selbst einwechselt

      Die Geschichte des Abends stand nicht auf dem Spielberichtsbogen ganz oben: Lars Schnittgard, Trainer des TSV, Sylter Handball-Urgestein, 60 Jahre alt, wechselte sich ab der 40. Minute selbst ein. Das war keine Geste. Er hielt das Tempo mit, und vor allem: Er ordnete das Spiel. Genau in der Phase, in der Jörl auf zwei Tore herangekommen war, bekam der Angriff wieder Struktur – und Westerland zog auf sechs davon.

      Man kann darüber diskutieren, ob ein 60-Jähriger in der Kreisliga mithalten kann. Nach 20 Minuten Einsatzzeit und dem ersten Heimsieg der Saison fällt die Diskussion aber ziemlich kurz aus.

      Torschützen und Zahlen

      TSV Westerland (31): Mattes Melius 13, Tim Luca Holst 8, Eike Sjard Knudsen 7, Dennis Woysch 2, Alexander Zaspel 1.

      HSG Jörl-Doppeleiche Viöl II (28): Michel Stolley 11, Robin Schrank 5, Pascal Hergen Heesch 4, Dominik Drax 2, Jasper Julius Leu 2, Cord Görrissen 2, Marten Thomsen 1, Malte Hünefeld 1.

      TSV WesterlandHSG Jörl-Viöl II
      Endstand3128
      Halbzeit1813
      Torschützen58
      Zeitstrafen43
      Verworfene Siebenmeter03

      Zwei Zahlen stechen heraus. Erstens: Melius und Holst zusammen 21 der 31 Tore – die Last verteilt sich noch sehr ungleich. Zweitens: Jörl vergab drei Siebenmeter (Schrank, Hünefeld, Drax). Bei einem Drei-Tore-Endstand ist das genau der Unterschied.

      Nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga ist die Mannschaft neu zusammengesetzt, und das war zu sehen. Die Phase von 11:4 auf 15:13 war ein Team, das sich noch sucht – zwei Auszeiten in einer Halbzeit sprechen für sich.

      Aber: Nach dem Einbruch kam die Antwort, und in der entscheidenden Phase der zweiten Halbzeit traf Westerland sechsmal in sieben Minuten. Dass ein Team, das sich erst findet, ein Drei-Tore-Ende übersteht, ist mehr wert als ein ruhiger Kantersieg.

      Und das Wichtigste stand ohnehin nie zur Debatte. Die Mannschaft ist in dieser Saison angetreten, um Spaß zu haben. Am Samstag in Tinnum sah es genau danach aus – mit zwei Punkten obendrauf.

      Das Morsumer Kinderringreiten spendet 500 Euro an die D-Jugend von Team Sylt

      Beim Ringreiten zielt man im Galopp mit einer Lanze auf einen kleinen Ring. Beim Fußball will man einen deutlich größeren Ball in ein deutlich größeres Tor bringen. Beide Sportarten haben mehr gemeinsam, als man denkt, zumindest in Morsum. Am Samstag bekam die D-Jugend von Team Sylt eine Spende von 500 Euro aus der Kasse des traditionellen Morsumer Kinderringreitens.

      Birgit Decker und Ann Kristin Decker übergaben das Geld an Trainer Sascha Scheibe und seine Mannschaft. Einen Teil davon hat das Team schon ausgegeben, und zwar für neue Bälle. Wer einmal eine Jugendmannschaft beim Training gesehen hat, weiß, wie schnell die alten verschwinden: über den Zaun, in die Hecke, platt oder einfach weg. Neue Bälle braucht ein Verein eigentlich immer.

      Das Kinderringreiten gehört seit mehr als 25 Jahren zum Morsumer Dorfleben. Die Tradition kommt aus Nordfriesland, wo das Ringreiten seit Generationen gepflegt wird. In Morsum dürfen die Jüngsten ran. Was dabei an Startgeldern und Spenden zusammenkommt, fließt immer wieder in die Jugendarbeit auf der Insel. In diesem Jahr ging es an die Fußballer.

      Ringreiten Morsum Geldspende Team Sylt

      Die D-Jugend spielt in der Altersklasse der Elf- und Zwölfjährigen. In diesem Alter wird aus dem Gewusel auf dem Platz langsam echtes Fußballspielen. Neue Bälle helfen dabei, und manchmal auch das Wissen, dass im eigenen Dorf jemand an einen denkt.

      Team Sylt bedankt sich bei den Organisatorinnen und allen, die beim Kinderringreiten mitgemacht und gespendet haben.

      Adler-Schiffe streicht ab 21. September einzelne Fahrtage. Offizieller Grund: Diesel. Der tatsächliche Grund ist derselbe, er kostet nur gerade 2,43 Euro pro Liter.

      Drei Schiffe der Reederei Adler-Schiffe fahren ab Montag, dem 21. September 2026, an einzelnen Tagen nicht mehr. Die „Adler Rüm Hart“ legt sonntags und montags Liegetage ein und bedient Dagebüll nur noch dienstags und mittwochs, an den übrigen Fahrtagen startet sie in Wyk. Der „Adler-Express“ nimmt sich den Montag frei, zwischen Dienstag und Donnerstag ändern sich einzelne Verbindungen zwischen Nordstrand, Hooge, Amrum und Sylt, von Freitag bis Sonntag bleibt alles beim Alten. Die „Adler CAT“ macht ebenfalls montags Pause, die Helgoland-Fahrten am Dienstag und Mittwoch bleiben.

      Als Begründung nennt die Reederei die stark gestiegenen Dieselpreise. Weniger Verbrauch, weniger CO2. Beides stimmt gleichzeitig, und für einen Satz in einer Pressemitteilung ist das eine bemerkenswerte Doppelverwertung.

      Was hinter der Zahl steht

      Der Dieselpreis ist in diesem Jahr durch die Decke gegangen. Das Statistische Bundesamt meldet für den 14. September 2026 einen Tagesdurchschnitt von 2,43 Euro je Liter, 4,3 Prozent mehr als in der Vorwoche. Der ADAC verzeichnet für den August einen Monatsschnitt von 2,223 Euro, und der 7. April 2026 war mit 2,446 Euro je Liter der teuerste Tanktag seit Beginn der Preisaufzeichnungen. Zur Erinnerung: Im September 2022, als das Land den Spritpreis wochenlang in den Hauptnachrichten hatte, lag der Diesel bei 2,10 Euro.

      Die Ursachen liegen teils weit weg, teils erstaunlich nah. Internationale Konflikte treiben den Rohölpreis, und im Westen Deutschlands hat nach ADAC-Angaben ein Rhein-Pegel unter zehn Zentimetern am Messpunkt Kaub den Kraftstofftransport per Binnenschiff gestört. Der Rhein führt zu wenig Wasser, deshalb fahren an der Nordsee Schiffe seltener. Man muss sich die Zusammenhänge dieser Volkswirtschaft nicht ausdenken, sie liefert selbst.

      Für die gewerbliche Schifffahrt kommt eine Besonderheit dazu: Sie ist von der Energiesteuer befreit. Ein Ausflugsschiff zahlt also nicht die 47 Cent Energiesteuer und nicht die CO2-Abgabe, die auf jeder Tankquittung an Land stehen. Was durchschlägt, ist der reine Produktpreis, und der schwankt ohne dämpfende Steuerquote umso heftiger. Wenn eine Reederei mit 29 Schiffen anfängt, Fahrtage zu zählen, hat das eine Vorgeschichte in der Buchhaltung.

      Wie groß der Einschnitt wirklich ist

      Überschaubar. Die Nordseesaison endet am 1. November, es geht also um sechs Wochen. Der „Adler-Express“ fuhr in diesem Jahr ohnehin bis zum 18. Mai montags nicht, der freie Montag kehrt am Saisonende lediglich zurück. Von Freitag bis Sonntag, wenn die Tagesgäste kommen, ändert sich nichts.

      Spürbar wird es an anderer Stelle. Hörnum lebt im Herbst von Tagesgästen, die mittags aufs Schiff steigen und nachmittags in der Hafenstraße stehen. Jeder gestrichene Fahrtag ist ein Tag ohne diese Leute, und die Fischbrötchenwirtschaft an der Südspitze rechnet in Stückzahlen, nicht in Quartalen. Für Föhr und Amrum gilt dasselbe mit umgekehrtem Vorzeichen.

      Und der Fluchtweg nach Föhr, den wir an dieser Stelle gestern in aller Ausführlichkeit rekonstruiert haben, hat ab sofort zwei Liegetage. Wer unsere Ortsschilder zurückbringen möchte, sollte den Fahrplan vorher prüfen.

      Was Adler sonst noch alles anbietet

      Wer die Reederei nur als Fähre nach Amrum kennt, unterschätzt den Umfang des Programms erheblich.

      Ab Hörnum fährt der „Adler-Express“ um 12:00 nach Amrum, Aufenthalt rund dreieinhalb Stunden, Rückkehr gegen 17:10. Dieselbe Abfahrt bringt Gäste zur Hallig Hooge, dort mit gut zweieinhalb Stunden Aufenthalt. Richtung Festland geht es um 12:00 und 17:15 nach Nordstrand, die Hin- und Rückfahrt kostet 52,50 Euro, über Amrum und Dagebüll 65 Euro. Autos nimmt das Schiff nicht mit, was den Charme der Verbindung ausmacht.

      Dazu kommen die Seehundfahrten ab Hörnum und ab List, inklusive Seetierfang mit Erläuterung durch die Schutzstation Wattenmeer. Zwischen Sylt und Amrum liegt eines der größten Seehundsrudel der deutschen Nordseeküste, vor Hörnum werden bis zu 1000 Tiere angegeben. Die Kutter „Gret Palucca“ und „Rosa Paluka“ fahren ab List zu Austernbank- und Krabbentouren mit Verkostung an Bord, zum Whisky-Tasting oder zum Makrelenangeln auf offener See. Ab Hörnum gibt es mit der „Adler VI“ die Muschelsafari zur Sylter Muschelkultur, 90 Minuten, Verkostung und ein Glas Wein inbegriffen. Für alle, die das Wattenmeer lieber laut mögen, liegt die MS „KOI“ als Partyschiff bereit.

      Weiter draußen: Die „Adler CAT“ verbindet Helgoland mit dem Festland und Cuxhaven mit Sylt. Ab Nordstrand fährt die flachgehende „Adler V“ zu den Halligen Gröde und Nordstrandischmoor sowie nach Pellworm, Gröde immerhin die kleinste Gemeinde Deutschlands. Im Programm stehen außerdem Whisky-Verkostungen auf Föhr und Dinnerfahrten auf dem Schaufelraddampfer „Freya“.

      Die Reederei sitzt in der Boysenstraße in Westerland, fuhr ihre erste Tour 1950 mit einem Fischkutter von Nordstrand nach Nordstrandischmoor und wird seit 1986 in zweiter Generation von Sven Paulsen geführt. Aus einem Kutter sind 29 Passagierschiffe geworden, von der Kieler Förde über Wismar bis Swinemünde. Wer in diesem Maßstab Treibstoff einkauft, merkt jeden Cent doppelt.

      Für die Reiseplanung

      Adler-Schiffe bittet Gäste, sich vor der Buchung über die aktuellen Fahrtage zu informieren. Das ist in diesem Fall mehr als die übliche Floskel am Ende einer Mitteilung, denn die Änderungen betreffen einzelne Wochentage und einzelne Verbindungen, nicht ganze Routen. Fahrpläne und Buchung: www.adler-schiffe.de, Servicenummer 04651 – 9870888.

      Wer montags ans Schiff denkt, denkt in den nächsten sechs Wochen besser an den Dienstag.

      Bild von Maurids Grode

      Die Ortstafeln von Rantum und Hörnum sind verschwunden. Wir haben den Fall über Nacht gelöst, ohne Polizei, dafür mit Fahrplan.

      Rantum steht nicht mehr an der Straße. Hörnum auch nicht. Die beiden gelben Tafeln, die Autofahrern seit Jahrzehnten mitteilen, wo sie gerade sind, wurden abgeschraubt und mitgenommen. Die Orte selbst sind noch da, das immerhin konnten wir am Samstag überprüfen.

      Das gelbe Schild trägt die Nummer 310 in der Straßenverkehrsordnung. Mit ihm beginnt die geschlossene Ortschaft und damit Tempo 50 (§ 3 Abs. 3 StVO). Wer es abmontiert, nimmt ein Stück Verkehrsrecht mit nach Hause und begeht einen Diebstahl nach § 242 StGB, Strafrahmen bis zu fünf Jahre. Wird dadurch jemand gefährdet, kommt § 315b StGB dazu, auch bis zu fünf Jahre. Ein teures Andenken für ein Regal in Gelsenkirchen.

      Die Polizei wird jetzt Anzeige gegen unbekannt aufnehmen. Wir möchten an dieser Stelle behilflich sein, denn unbekannt ist der Täter nur, wenn man nicht nachdenkt.

      Das Motiv

      Föhr ist 82 Quadratkilometer groß, hat rund 8.400 Einwohner, sechzehn Dörfer und eine einzige Stadt. Die Insel heißt die grüne Insel, weil dort Wiesen, Felder und laut Tourismusangaben 850 Pferde stehen. Föhr hat also alles, was man zum Glücklichsein braucht, außer einer Südspitze mit Leuchtturm und einem Ort, der so schmal ist, dass man vom Nordseestrand ins Watt spucken kann.

      Und Föhr liegt geschützt. Die eigene Kurverwaltung wirbt damit, dass Amrum und Sylt die scharfen Westwinde abfangen und das Klima auf Föhr deshalb milder ist. Seit Jahrhunderten steht Rantum im Sturm, damit es die Föhrer beim Frühstück nicht zieht. Als Dankeschön verschwindet das Ortsschild. Man kennt das aus Familien.

      Die Vorgeschichte

      Wyk darf sich seit 1819 Seebad nennen, als erstes in ganz Schleswig-Holstein. Westerland zog erst Jahrzehnte später nach und hat seitdem trotzdem das ganze Gerede für sich reserviert, die Prominenz, die Immobilienpreise und die Fernsehteams. Wer 200 Jahre lang der ältere Bruder ist, über den nie jemand redet, sammelt Groll an. Von 1842 bis 1847 residierte immerhin Dänenkönig Christian VIII. den Sommer über in Wyk. Seitdem: relative Ruhe.

      Dazu die Vorstrafen. Bei Borgsum steht die Lembecksburg, ein Ringwall aus der Wikingerzeit. Eine Insel, auf der man Wallanlagen von Leuten besichtigen kann, die berufsmäßig Sachen von Nachbarn mitnahmen, darf sich über Verdächtigungen nicht beschweren.

      Die Gelegenheit

      Ab dem Hörnumer Hafen fahren in der Saison täglich Ausflugsschiffe zu den Nachbarinseln, planmäßig vom 28. März bis zum 1. November 2026, Abfahrt mittags, Rückkehr 17:10. Zollkontrolle: keine. Gepäckdurchleuchtung: keine. Seehunde als Zeugen: notorisch schweigsam.

      Auf Föhr angekommen, fährt der Linienbus als Ringlinie, wahlweise mit oder gegen den Uhrzeigersinn. Ein Fluchtweg in zwei Richtungen, beide fahrplanmäßig. Und am Flugplatz Wyk starten wetterabhängig täglich Rundflüge über das Wattenmeer und die Nachbarinseln. Aufklärung aus der Luft, im Inselprospekt als Freizeitangebot getarnt.

      Der Verbleib der Beute

      In Alkersum steht das Museum Kunst der Westküste, ganzjährig geöffnet. Sammeln ist auf Föhr institutionell verankert. Zwei gelbe Objekte mit klarer Provenienz und guter Erzählbarkeit wären eine Bereicherung für jede Dauerausstellung.

      Vor allem aber: Auf den Friedhöfen von Nieblum, Süderende und Boldixum stehen die berühmten sprechenden Grabsteine, in die ganze Lebensläufe von Walfängern gehauen wurden. Auf Föhr reden also sogar die Steine. Zu unseren Ortsschildern schweigt die Insel bis heute. Auffällig ist das schon.

      Wie es weitergeht

      Föhr hat die Vorwürfe bisher nicht bestritten, weil niemand welche erhoben hat. Wir haben das jetzt erledigt. Die Insel kann sich melden, gern mit Anwalt, sehr gern mit den Schildern.

      Bis dahin gilt die unromantische Verdachtslage: Akkuschrauber im Kofferraum, Ferienwohnung mit weißer Wand, ein Abend mit guter Laune und schlechter Impulskontrolle. Die Gemeinde zahlt, der Bauhof bohrt neu, und irgendwo im Binnenland hängt ein Ortsname, der hier fehlt. Was Sylt an Ortstafeln verliert, gewinnt der deutsche Hobbykeller.

      Wer eine gelbe Tafel im Gepäck hat, kann sie beim Bauhof abgeben. Ohne Beifall, ohne große Fragen. Der Rückweg über Föhr ist dafür ausdrücklich nicht nötig.

      Es ist eine der berühmtesten Begegnungen der Musikgeschichte: Im Februar 1969 trafen sich Johnny Cash und Bob Dylan in Nashville zu einer Studiosession. Sie spielten Countrysongs, Gospels und eigene Klassiker – weitgehend spontan. Jahrzehntelang kursierten die Aufnahmen nur in Ausschnitten.

      Der Abend im Alten Kursaal nimmt diese Session zum Ausgangspunkt. Zwei Legenden, zwei Freunde, zwei sehr verschiedene Arten, ein Lied anzufassen: Cash mit dem Boden unter den Füßen, Dylan mit dem Hang, jede Zeile noch einmal umzudrehen.

      Für Sylt ist das der zweite Cash-Abend binnen weniger Wochen – offenbar trifft der Mann in Schwarz hier einen Nerv.

      Beginn am Abend, rund zwei Stunden.

      Die Session vom Februar 1969 in den Columbia Studios in Nashville ist Legende. Cash und Dylan kannten sich seit Jahren brieflich und aus gegenseitiger Bewunderung; als sie sich endlich im Studio trafen, spielten sie über ein Dutzend Stücke ein — Countrysongs, Gospels, eigene Klassiker. Veröffentlicht wurde damals nur ein einziges davon, „Girl from the North Country“ auf Dylans Album Nashville Skyline.

      Der Rest kursierte jahrzehntelang als Bootleg, bis Columbia die Aufnahmen offiziell zugänglich machte. Was man dort hört, ist kein perfektes Produkt, sondern zwei Musiker, die einander abtasten — und genau darin liegt der Reiz.

      Der Abend im Alten Kursaal nimmt diese Begegnung zum Ausgangspunkt. Beginn 20 Uhr, Dauer rund zwei Stunden.

      Wann: Freitag, 9. Oktober 2026, 20:00 Uhr · Dauer etwa 2 Stunden
      Wo: Alter Kursaal am Rathausplatz, Westerland
      Anfahrt: Lage auf der Karte
      Tickets: Online buchbar über den Veranstalter, außerdem an den Sylter Vorverkaufsstellen.
      Alle Angaben zu dieser Veranstaltung

      Die E-Junioren des SC Norddörfer Sylt haben auch ihr zweites Quali-Spiel gewonnen. Gegen die SG Südtondern Nord setzten sich die Insulaner am Sonntagvormittag mit 8:2 durch und führen die Staffel 1 nach zwei Spieltagen mit 6 Punkten und 16:6 Toren an. Vier Treffer steuerte Bartosz Strzalba bei.

      Eine Halbzeit, vier Tore, ein Torjäger

      Norddörfer war von Beginn an da. Bartosz Strzalba traf in der 6. Minute zum 1:0, Lenn Mattis Binn erhöhte in der 11. Minute, und nur eine Minute später stand es durch Strzalba bereits 3:0. In der 23. Minute machte der Siebener mit seinem dritten Treffer das 4:0, mit dem es in die Pause ging.

      Erschwerend kam der Wind dazu, der auf der Insel auch an diesem Sonntag wieder ein Mitspieler war. Die Mannschaft hat sich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen.

      Südtondern kommt zurück ins Spiel – kurz

      Nach dem Seitenwechsel meldete sich der Gast an. Jeremy Borgböhmer verkürzte in der 30. Minute auf 4:1. Die Antwort kam eine Minute später: Strzalba machte mit seinem vierten Tor das 5:1 (31.).

      Danach übernahmen die Eingewechselten. Maximilian Jaeckstat verwandelte in der 41. Minute einen Strafstoß zum 6:1, Oscar Jaeckstat – zur Pausenzeit für Leon Reinhardt gekommen – traf in der 43. Minute zum 7:1. Bo-Lewe Pauls verkürzte in der 45. Minute ebenfalls per Strafstoß auf 7:2, ehe Maximilian Jaeckstat in der 50. Minute den 8:2-Endstand herstellte.

      Zweiter starker Gegner abgehakt

      Damit ist der zweite Gegner der Staffel zumindest im Hinspiel geschlagen. Nach dem 8:4 in Niebüll zum Auftakt steht nun der zweite klare Sieg, und die Tordifferenz von +10 ist nach zwei Spieltagen die beste der Staffel.

      Nächste Woche das Spitzenspiel

      Am kommenden Wochenende geht es gegen den SV Frisia 03 Risum-Lindholm, der am Sonntag mit 8:0 gegen Rot-Weiß Niebüll gewann und mit vier Punkten auf Platz zwei steht. Es ist damit das direkte Duell der beiden bislang ungeschlagenen Teams.

      Um das Ziel geht es dabei ganz konkret: Wer sich in der Qualifikation unter die letzten sechs spielt, ist in der Kreisliga dabei – der Staffelerste darf in der höchsten Klasse antreten. Die Norddörfer haben es nach zwei Spieltagen selbst in der Hand.

      Team Sylt hat am Sonntagmittag in Drelsdorf mit 4:3 gewonnen. Die Gäste, mit sechs Punkten aus drei Spielen angereist, führten zur Pause mit 2:0, gaben diesen Vorsprung nach dem Wechsel binnen 13 Minuten ab und entschieden die Partie in der Schlussphase per Foulelfmeter.

      Auf dem Platz stand eine runderneuerte Sylter Mannschaft: jung, hungrig und mit Spielfreude. Der Umbruch des Sommers zeigte sich in der Aufstellung – mit Marco Krah im Tor sowie Carl Jonte Hartmann, Bjarne Köhn, Stephani Jean Fabrice Randrianaridor und Jakub Michal Starzak standen gleich mehrere Spieler in der Startelf, die vor wenigen Wochen noch nicht dabei waren.

      Der Start gehörte den Gästen. Nach einer Ecke in der 4. Minute stieg Amir Hassein Ahmadi am höchsten und köpfte zur Führung ein. Drelsdorf antwortete mit zwei Annäherungen: In der 14. Minute klatschte ein Abschluss der Gastgeber an die Latte, in der 18. strich ein Freistoß knapp über das Tor von Krah. In der 27. Minute setzte sich Ahmadi erneut durch, ein Drelsdorfer Verteidiger klärte in höchster Not. Die 33. Minute brachte die nächste Sylter Kombination über Ahmadi und Nevio Rosowski, der fällige Treffer wurde wegen Abseits zurückgenommen. Eine Minute später brachte Starzak den Ball aus aussichtsreicher Position nicht aufs Tor. In der 40. Minute saß der Abschluss: Nach Vorarbeit von Rosowski traf Starzak aus 16 Metern ins Eck zum 0:2.

      Starzak, Ahmadi und Rosowski trugen den Sylter Angriff und legten Spielzüge auf den Rasen, die Qualität hatten. Mit Starzak ist ein echter Stürmer auf Sylt angekommen: Er schirmt den Ball ab, hält ihn gegen zwei Gegenspieler fest und geht dorthin, wo es wehtut. Zwei Treffer und eine Vielzahl an Chancen waren der Ertrag. Ahmadi bediente die Kollegen und traf selbst, Rosowski arbeitet gut nach vorne, holte den Elfmeter und verwandelte ihn.

      Team Sylt erkämpft sich einen 4:3  Sieg in Drelsdorf
      Screenshot

      Die Partie war nach 45 Minuten in trockenen Tüchern. Die ersten zehn Minuten nach dem Wechsel änderten das. Team Sylt leistete sich im Spielaufbau eine Reihe von Ballverlusten, Drelsdorf rückte höher und bekam Zugriff in der Sylter Hälfte – und ein Spieler wie der Drelsdorfer Pascal Wuggazer, wurde damit brandgefährlich. In der 52. Minute zog Lennis Becker aus 23 Metern ab und verkürzte auf 1:2. Zwei Minuten später prüfte Ahmadi nach einem Freistoß per Kopf den Drelsdorfer Keeper Dennis Christiansen. In der 56. Minute glich Wuggazer zum 2:2 aus. Trainer Mikolassek hatte genau davor gewarnt. Die Festländer waren schon geschlagen. Doch haarsträubende Fehler in der Abwehr machten die Drelsdorfer wieder stark.

      Die Antwort der Gäste kam im Gegenzug: In der 57. Minute traf Starzak mit dem Außenrist zum 2:3. Drelsdorf hielt das Tempo hoch und kam in der 65. Minute erneut heran – Krah zeigte bei einem Schuß von Wuggazer aus kürzester Distanz eine bundesligareife Parade, mußte dem Ball aber hinterherschauen, wie er sich über ihn ins Tor senkte.

      Die erneute Führung für die Sylter fiel in der 72. Minute. Rosowski setzte sich im Dribbling durch und wurde im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte er selbst zum 3:4. Zwei weitere Gelegenheiten ließ der Angreifer liegen: In der 79. Minute fischte Christiansen einen Freistoß von ihm aus dem Winkel, in der 84. blieb Rosowski nach einem Solo durch die Abwehrkette am Torwart hängen.

      Ahmadi bemängelte nach dem Spiel zurecht die überharte Gangart des Gegners. Die Drelsdorfer arbeiteten wiederholt mit kleinen Nickligkeiten und versuchten, die Sylter zu Reaktionen zu bewegen. In der 54. Minute holte der Drelsdorfer Otzen gegen den schnellen Mittelfeldspieler zum Schlag aus und verfehlte ihn. Bei ihm wurden zu diesem Zeitpunkt deutliche konditionelle Defizite sichtbar. Da kann einen ein Spieler wie Amir schon einmal zur Verzweiflung bringen. Die Rote Karte gegen Brodersen in der Schlussphase war die Summe von 85 Minuten wiederholter Grenzüberschreitungen. Er hatte speziell in der zweiten Halbzeit hart für die Karte gearbeitet. 

      Team Sylt erkämpft sich einen 4:3  Sieg in Drelsdorf
      Screenshot

      Wenn das Sylter Team zusammenbleibt und vielleicht noch die ein oder andere Verstärkung erhält, werden wir in dieser Saison noch eine Menge Spaß an ihm haben. Defizite in der Abwehr lassen sich leicht lösen. Einfach immer ein Tor mehr schießen als der Gegner.

      Tore: 0:1 Ahmadi (4.), 0:2 Starzak (40.), 1:2 Becker (52.), 2:2 Wuggazer (56.), 2:3 Starzak (57.), 3:3 Wuggazer (65.), 3:4 Rosowski (72., Foulelfmeter)

      Rote Karte: Bordersen (Drelsdorf)

      Team Sylt: Marco Krah – Rohullah Ahmadi, Nico Schnack, Carl Jonte Hartmann, Bjarne Köhn, Jakub Andrzej Lwow (C) – Stephani Jean Fabrice Randrianaridor, Abdessamad Jardouge, Jakub Michal Starzak, Amir Hassein Ahmadi, Nevio Rosowski. Bank: Finn-Luca Röhner, Bendix Matteo Georg Thomsen. Trainer: Rüdiger Mikolassek

      SG Drelsdorf/Goldebek II: Dennis Christiansen – Rene Weinbrandt, Keven Otzen (C), Tade Johannes Steffen, Jannik Biell, Luis Petersen, Tillman Jensen, Hauke Renger, Pay Nahne Brodersen, Lennis Becker, Pascal Wuggazer. Bank: Andre Briesemeister, Niclas Pascal Hansen, Christian Rueckborn. Trainer: Christian Rueckborn

      Dreimal liegt der Tabellenführer der B-Junioren gegen tief stehende Gäste zurück – dann kommen ein Lupfer wie 1958, drei Weitschüsse und ein Einwechselspieler, der mit der ersten Ballberührung den Winkel trifft. Am Ende steht ein 5:3.

      Keitum. Wenn Du sie vorne nicht machst… – Team Sylt hatte den Ball, das Feld und die Ideen. Blau Gelb Angeln hatte einen Plan, der sich in zwei Worten zusammenfassen lässt: hinten rein. Auf dem Neunerfeld heißt das: acht Mann am eigenen Strafraum, einer vorn. Und bis zur 50. Minute hatte Angeln außerdem dreimal die Führung.

      Ein Pelé-Moment und der Joker: Team Sylt B-Junioren dreht das Spiel gegen Blu-Gelb Angeln

      Erst die Parade, dann der Abstauber

      Keine zwei Minuten waren gespielt, da stand es 0:1. Dabei hatte Levi Putzler im Sylter Tor eigentlich schon alles richtig gemacht: Den ersten Abschluss der Gäste parierte er stark – nur landete der Abpraller vor den Füßen von Jasons Marquardt, und die Nummer 19 staubte ab. Marquardt war in der ersten Halbzeit Angelns einzige Sturmspitze und damit die Offensivabteilung in Personalunion: laufstark, unermüdlich, bei jedem Befreiungsschlag unterwegs.

      Ein Hauch von Schweden 1958

      Die Antwort fiel in die Kategorie „bitte noch mal in Zeitlupe“. Joel Oliete Lindemann-Rathjen nahm den Ball in der 10. Minute, hob ihn über seinen Gegenspieler, lief um ihn herum und schob ein. So hat das Pelé 1958 in Schweden gemacht. Der Unterschied: In Keitum war der Eintritt frei.

      Danach schien die Sache ihren erwartbaren Lauf zu nehmen. Sylt drückte, Angeln verteidigte – und die Befreiungsschläge der Gäste blieben immer wieder gefährlich. Aus einer dieser Szenen entstand in der 25. Minute ein Elfmeter, den Kapitän Justin-Noel Petersen zum 1:2 verwandelte. Ein Pausenstand, der das Spiel etwa so genau wiedergab wie ein Kompass neben einem Magneten.

      Weitschuss, Staunen, Weitschuss

      Drei Minuten nach Wiederanpfiff stellte Lindemann-Rathjen die Verhältnisse gerade – diesmal ohne Lupfer, dafür aus der Distanz: Weitschuss, 2:2, sein zweiter Treffer des Nachmittags. Team Sylt spielte weiter souverän, klar überlegen, und das dritte Tor schien eine Frage von Minuten.

      Es fiel auch – nur auf der falschen Seite. In der 49. Minute zog Felix Krückeberg von der Strafraumecke ab, der Schuss war verdeckt, Putzler sah den Ball spät: 2:3. Am Spielfeldrand herrschte ungläubiges Staunen über so viel Angelner Glück.

      Das Staunen dauerte eine Minute. Luzie Glapa, in der 35. Minute eingewechselt, hielt aus der Distanz drauf, der Ball wurde abgefälscht und schlug zum 3:3 ein. Spätestens da war das Muster des Nachmittags komplett: Angeln führt, Sylt antwortet. Bemerkenswert war, dass die Gastgeber dabei zu keinem Zeitpunkt wie ein Verlierer wirkten.

      Lange nichts – dann der Kapitän

      Es folgte die zäheste Phase des Spiels: Sylt rannte an, Angeln stand, und gut zwanzig Minuten lang passierte auf der Anzeigetafel nichts. Dann wählte Maks Trsinski, Kapitän und Nummer 10, das Mittel, das an diesem Tag zuverlässig funktionierte: Weitschuss, 4:3 in der 73. Minute – die erste Sylter Führung des Spiels.

      Das Tor des Tages: eine Ballberührung, ein Winkel

      Den Schlusspunkt hätte sich kein Drehbuchautor getraut. In der 78. Minute kam Leoment Bujari aufs Feld. Seine erste Ballberührung war ein Schuss, und der schlug im Winkel ein – 5:3, Tor des Tages. Effizienter lässt sich ein Arbeitstag nicht gestalten.

      Durchgewechselt mit Blick auf die A-Jugend

      Dass Trainer Harald Fornoff munter rotierte, hatte einen Grund: Mehrere Spieler werden auch in der A-Jugend gebraucht, entsprechend wurde dosiert. Dreifachwechsel in der 35. Minute (Glapa, Len Johann Dreeskamp, Braxton Can Dehn), Doppelwechsel nach einer Stunde (Noel Jahron Otto, Ben Luca Rechlin), dazu Bujari kurz vor Schluss; auch Doppeltorschütze Lindemann-Rathjen ging im zweiten Durchgang vom Feld. Angeln dagegen war laut Spielbericht mit zehn Spielern angereist, also mit höchstens einem Wechsler fürs Neunerfeld. Das erklärt die Spielanlage – und es verdient Respekt, damit 80 Minuten durchzuhalten.

      Die Zahlen: 39 Schüsse, fünf Tore

      Wie einseitig dieser Nachmittag war, zeigt die Videoanalyse: 39:8 Torschüsse, 14:8 Ecken – und 22 Abstöße für den Angelner Torwart gegenüber sieben auf Sylter Seite. Nach der Pause gab es keinen einzigen Abstoß mehr für Team Sylt; das Spiel fand nur noch in einer Hälfte statt. Die Gäste kamen im zweiten Durchgang auf genau einen Torschuss. Der war drin. Angeln machte aus acht Abschlüssen drei Tore, Team Sylt brauchte für fünf Treffer 39 Versuche. Effizienz war an diesem Tag gelb-blau.

      Zur Ehrenrettung der Gäste: Ganz ohne eigene Offensive blieb Angeln nicht. Zwischen der 22. und 36. Minute tauchte die Mannschaft mehrfach vorn auf und holte in dieser Phase den Großteil ihrer fünf Ecken der ersten Halbzeit heraus.

      Team SyltBlau Gelb Angeln
      Tore53
      Torschüsse 1. Halbzeit227
      Torschüsse 2. Halbzeit171
      Torschüsse gesamt398
      Ecken (1. / 2. Halbzeit)14 (3 / 11)8 (5 / 3)
      Fouls64
      Einwürfe2720
      Abstöße722
      Elfmeter01 (Tor zum 1:2)

      80 Minuten überlegen – und trotzdem dreimal hinten

      Team Sylt war über die gesamte Spielzeit die klar bessere Mannschaft. Gemessen an den Gelegenheiten hätte dieses Spiel auch 10:3 oder 12:3 ausgehen können. Dass es bis zur 73. Minute auf der Kippe stand, lag an einer Chancenverwertung, die mit der Überlegenheit nicht Schritt hielt – und an drei Gegentoren, die allesamt vermeidbar waren: ein Abpraller, ein Elfmeter, ein verdeckter Schuss.

      Auffällig auch: Als das Kombinieren nicht reichte, halfen die Fernschüsse. Drei der fünf Treffer fielen aus der Distanz. Dazu ein Geniestreich und ein Sonntagsschuss vom Samstag.

      Tabellenführer mit Geschäftsmodell

      Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel führt Team Sylt die Vorrunde der Kreisliga an: sechs Punkte, 10:6 Tore. Die Rechnung dahinter ist simpel – vorn fünf, hinten drei, so lautete das Ergebnis bislang zweimal. Solange das Geschäftsmodell aufgeht, gibt es wenig zu meckern. Tragfähiger wird es, wenn hinten eine kleinere Zahl steht.

      Blau Gelb Angeln bleibt nach drei Spielen ohne Punkt (3:13 Tore) – alle drei Saisontreffer hat die Mannschaft in Keitum erzielt.

      Nächstes Spiel: Freitag, 25. September 2026, 19.00 Uhr, auswärts beim JFV Nordfriesland II (9er).

      error code: 521 1