Während der Rest der Welt am kommenden Samstag mit roten Rosen und Pralinen liebäugelt, greift man auf Sylt lieber zu Fällwerkzeug und Arbeitshandschuhen. Am Valentinstag heißt es in Kampen nämlich: „Hünengräber freischneiden!“ Eine Liebeserklärung der besonderen Art – an die Heimat und ihre steinernen Ahnen.
Wer am Samstag, den 14. Februar, um 10 Uhr zum Kampener Leuchtturm blickt, wird dort keine einsamen Romantiker finden, sondern eine motivierte Truppe, die dem „Gurt Brönshoog“ ein neues Styling verpasst. Der mächtigste noch existierende Grabhügel der Insel hat über die Jahre nämlich ordentlich „Pelz“ angesetzt. Damit das monumentale Bauwerk wieder stolz und freistehend in der Landschaft thront, braucht es viele helfende Hände, die den Bewuchs fachgerecht stutzen.
Sagenhafter Arbeitseinsatz
Man munkelt ja, im Brönshoog liege König Bröns auf seinem goldenen Wagen begraben. Ob man beim Freischneiden auf Gold stößt? Unwahrscheinlich. Dafür gibt es aber etwas viel Wertvolleres: das gute Gefühl, gemeinsam mit der Sölring Foriining und dem Naturschutz Sylt ein Stück Inselgeschichte bewahrt zu haben. Und mal ehrlich: Ein freigestellter Grabhügel ist doch viel nachhaltiger als jeder Blumenstrauß, der nach drei Tagen den Kopf hängen lässt.
Suppe statt Sekt
Die Belohnung fällt stilecht norddeutsch aus. Statt Schampus in Kampen gibt es für die fleißigen Helfer eine warme Suppe. Die Veranstalter weisen jedoch charmant darauf hin: „Eigendynamik ist alles“ – wer löffeln will, muss seinen eigenen Suppenteller und Besteck mitbringen. Ein bisschen rustikale Vorbereitung gehört auf der Insel eben dazu.
Die Eckdaten für alle Kurzentschlossenen:
- Wann: Samstag, 14. Februar 2026, ab 10:00 Uhr
- Wo: Treffpunkt Brönshoog am Kampener Leuchtturm
- Gepäck: Arbeitshandschuhe, (falls vorhanden) Astschere oder Fällwerkzeug und natürlich das eigene Suppengeschirr.
- Kontakt: Bei Fragen hilft info@naturschutz-sylt.de weiter.
Also, schnappt euch eure Liebsten (oder einfach eure schärfste Schere) und zeigt dem Brönshoog mal wieder, wie schön er ohne sein struppiges Kleid aussieht. Heimatliebe geht schließlich nicht nur durch den Magen, sondern manchmal auch durch die Hornhaut an den Händen!
Mit Astschere gegen das Vergessen: Sylt rückt den Hügeln auf den Leib

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