Wer braucht schon nur das alte Stolz-Kaufhaus, wenn man stattdessen gleich das halbe Stromnetz mit abreißen kann? In Tinnum hat ein Bagger bei den aktuellen Abrissarbeiten ganze Arbeit geleistet und geradezu zielsicher das Hauptstromkabel gekappt. Das Ergebnis: Ein spontaner, großflächiger Ausflug ins vorindustrielle Zeitalter für Teile der Insel. Das hatten wir auch bereits in der letzten Woche in Morsum
Wie Eric Diehl von der Energieversorgung Sylt (EVS) bestätigte, wurde nicht etwa irgendein unwichtiges Käbelchen angeknabbert, sondern direkt der absolute Jackpot unter den Versorgungsleitungen getroffen. Ein echter Volltreffer der Tiefbaukunst!
Wie geht es jetzt weiter im Dunkeln?
- Strom-Sudoku: Die Netzbetreiber spielen aktuell fleißig Reise nach Jerusalem mit dem verbliebenen Stromnetz („Netzumschaltungen“ nennt man das im Fachjargon). Einige Haushalte haben diese Runden bereits gewonnen und sind glücklicherweise wieder am Netz.
- Geduld ist eine Tugend: Da es sich um eine zentrale Leitung handelt, ist das Flicken leider etwas aufwendiger als das Austauschen einer Glühbirne. Wann genau der Kühlschrank überall wieder summt und der WLAN-Router blinkt, steht aktuell noch in den Sternen – die man in Tinnum mangels Lichtverschmutzung derzeit immerhin hervorragend beobachten kann.
Die Moral von der Geschicht‘: Wo ein schweres Gerät gräbt, ist selbst der schönste, bunte Leitungsplan manchmal eben doch nur eine grobe und völlig überbewertete Empfehlung.
(Quelle: Sylter Spiegel)
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