Sylt. Naturschutzverbände der Insel rufen zum Mitmachen auf.
In den feuchten Dünentälern zwischen List und Hörnum soll die eingeschleppte Cranberry entfernt werden. Wer mithilft, darf die Beeren behalten. Gemeinsam mit der Schutzstation Wattenmeer und Naturschutzbotschafterin Charlie Esser geht es in den kommenden Wochen in die Naturschutzgebiete der Insel. Die Helfer ziehen die Ranken der nordamerikanischen Cranberry (Großfrüchtige Moosbeere) samt Wurzel aus dem Boden. Die Pflanze breitet sich auf Sylt seit Jahren immer weiter aus.
Warum die Cranberry auf Sylt ein Problem ist
Einzelne Pflanzen richten kaum Schaden an. Problematisch wird es, wenn sich die Cranberry massenhaft ausbreitet. Sie wächst mit langen Ausläufern kriechend über den Boden und bildet mit der Zeit dichte, geschlossene Teppiche. Darunter bleibt kaum Licht und Platz für andere Pflanzen.
Genau das macht sie in den feuchten Dünentälern so gefährlich. Diese Lebensräume sind nass und nährstoffarm und auf ganz Sylt selten. Hier wachsen hoch spezialisierte, niedrige Arten, die auf offene, lichte Flächen angewiesen sind. Dazu gehört der fleischfressende Sonnentau und die heimische Moosbeere, eine kleine Verwandte der Cranberry. Gegen die kräftigere Einwanderin haben sie auf Dauer keine Chance. Wo die Cranberry sich durchsetzt, verarmt der Lebensraum: Aus einem vielfältigen Mosaik seltener Pflanzen wird eine eintönige Cranberry-Fläche. Mit den Pflanzen verschwinden auch Insekten und andere Tiere, die auf sie angewiesen sind.
Die Cranberry komplett von der Insel zu verbannen, ist kaum möglich. Durch regelmäßiges Ausreißen lässt sich ihre Ausbreitung aber deutlich bremsen. So bekommen die heimischen Arten wieder Raum.
Beeren sammeln erlaubt
Die Beeren, die bei der Arbeit anfallen, dürfen die Helfer gern für den eigenen Gebrauch mitnehmen. Ob als Kompott, Chutney oder Soße: So wird Naturschutz auch zum Genuss.
Termine und Ausrüstung
Termine und Treffpunkte stehen im digitalen Veranstaltungskalender der Insel Sylt. Mitbringen sollte man nach Möglichkeit Gummistiefel, einen Behälter für die Beeren und Kleidung, die zum Wetter passt.
Kontakt
Aktionen in Hörnum: hörnum@schutzstation-wattenmeer.de
Aktionen in List und Kampen: botschaft@naturschutz-sylt.de
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