Entkusseln statt Strandkorb: Urlauber packen in der Sylter Heide mit an
Zum vierten Mal läuft auf Sylt die Voluntourismus-Woche: 21 Freiwillige befreien Heide und Dünentäler von Kiefern und Cranberry.
Anpacken statt ausspannen: Zum vierten Mal in Folge läuft auf Sylt die Voluntourismus-Woche. 21 Freiwillige aus ganz Deutschland sind dafür auf die Insel gekommen und arbeiten eine Woche lang in Heide und Dünen. Veranstaltet wird das Seminar von der Akademie am Meer gemeinsam mit den Sylter Naturschutzverbänden.
Voluntourismus verbindet Urlaub mit freiwilliger Arbeit und findet weltweit immer mehr Anhänger. Wer mitmacht, will die Natur nicht bloß anschauen, sondern selbst etwas für sie tun. Einige in der Gruppe sind schon zum wiederholten Mal dabei.
Menschenkette durch die Heide
Was „Entkusseln“ bedeutet, wussten die meisten bis zum Einführungsabend nicht. Schon am zweiten Tag standen sie selbst in der Heide und zogen junge Kiefern aus dem Boden. Die Bäumchen wurden in einer langen Menschenkette aus dem Gebiet gereicht. Die Stimmung war so gut, dass sogar ein paar Leute, die gerade vorbeifuhren, anhielten und spontan mit anfassten. Nach drei Stunden war der erste Einsatz geschafft.
Der Hintergrund: Kiefern und eingeschleppte Arten wie die Cranberry breiten sich in der Dünenheide und in den feuchten Dünentälern aus und verdrängen die typischen Pflanzen. Die Gruppe ist deshalb die ganze Woche an verschiedenen Stellen der Insel unterwegs. Angeleitet wird sie von Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer und von Charlie Esser, der Naturschutzbotschafterin der Sylter Naturschutzverbände.
Zwischen den Arbeitseinsätzen stehen Exkursionen ins Watt, durch die Dünen und in die Heide auf dem Programm. So lernen die Teilnehmenden die Insel von einer Seite kennen, die vielen Gästen verborgen bleibt.
Bald auch für Schulklassen
Die Naturschutzverbände wollen solche Einsätze ab diesem Herbst auch für Schulklassen anbieten. Mehr zum Projekt gibt es auf Instagram unter @naturschutzbotschaft_sylt.
Foto: Charlie Esser
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