Drei Paraden, eine Rote Karte, ein Elfmeter — das Finale des Kreispokals Nordfriesland hatte alles. Am Ende stand Team Sylt oben. Die B-Junioren besiegten SV Frisia 03 Risum-Lindholm mit 3:1 und holten den Pokal auf die Insel.
Frisia kam mit Physis und Pressing. In der Anfangsphase hatten sie damit Erfolg — Team Sylt brauchte Zeit, um ins Spiel zu finden. Was die Sylter rettete, war Torwart Rucki. Drei Paraden der Extraklasse hielten seine Mannschaft im Spiel. Bei der letzten sorgte er für einen Schreckmoment und verletzte sich, konnte aber nach Behandlung weiterspielen. Immer wieder überliefen die schnellen Spitzen der Frisia, die zeitweise wie ein Hühnerhaufen wirkende Sylter Mannschaft. Es kam wie es kommen musste: Andresen nutzte eine Schwäche der Sylter Hintermannschaft aus und traf zum zu diesem Zeitpunkt verdienten 1:0 für Frisia 03 Lindholm.
Die Partie wurde knüppelhart geführt und als Appel von einem Frisia Spieler beinahe über die Bande gecheckt wurde, erhielt er Gelb. Sein Gegenspieler erhielt für seine Tätlichkeit nicht einmal eine Verwarnung. Appel wurde vom Spielfeld genommen, durfte dann aber in den letzten Minuten den Triumph auf dem Feld auskosten.
Frisia 03 bricht ein
Die zweite Halbzeit gehörte Team Sylt. Die Lindholmer zollten nun Tribut für ihre starke Laufleistung und das Spiel hart an der Grenze des Erlaubten. Und das nutze ein Mann: Abdul Touré, der bereits in der ersten Hälfte mit einem knappen Abschluss aufmerksam gemacht hatte, legte jetzt los. In der 56. Minute traf Touré zum 1:1. Nur wenige Minuten später war der flinke Stürmer seinem Gegenspieler enteilt, der nun versuchte zu sperren und dabei keine gute Figur machte. Ein für diesen Tag normaler Zweikampf, doch der Schiedsrichter hatte endlich ein Einsehen und zückte Rot. Damit war das Spiel im Grunde entschieden.
Lindemann-Rathjen erhöhte in der 63. Minute auf 2:1, Finn Jacobsen verwandelte in der 72. Minute einen Elfmeter zum 3:1-Endstand. Kreispokal Nordfriesland — Team Sylt.
Touré war der Schlüsselspieler dieser Partie. Immer wieder riss er Lücken, wurde mit jeder Minute stärker und entschied das Finale mit seinem Treffer und dem herausgeholten Platzverweis. Rucki war der Grundstein — ohne ihn wäre der Pokal nicht nach Sylt gegangen.
Ein verdienter Titel. Erkämpft, nicht geschenkt. Genau so soll es sein.
Tore: 0:1 Andresen, 1:1 Abdul Touré (56.), 2:1 Lindemann-Rathjen (63.), 3:1 Finn Jacobsen (72., Elfmeter)
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