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Kritik am der Marschbahn nach Sylt: Realitätsfern und geschönt…

Zugausfälle Marschbahn
Foto: Redaktion
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Der Kreis Nordfriesland übt heftige Kritik am Entwurf des landesweiten Nahverkehrsplans (LNVP) 2027 bis 2031. Obwohl die viel diskutierte Marschbahn nach Sylt darin eine Hauptrolle spielt, gehen die Pläne der Kreispolitik nicht weit genug. Der Wirtschaftsausschuss hat nun eine deutliche Stellungnahme verabschiedet. Diese hat die SHZ unter die Lupe genommen.

Hier sind die größten Kritikpunkte des Kreises im Überblick:

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Wackelige Finanzierung der Verbesserungen

Der Hauptkritikpunkt: Sämtliche angekündigten Projekte – wie der zweigleisige Ausbau auf 19 Kilometern (zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie Morsum und Tinnum) oder die Elektrifizierung in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre – stehen unter Finanzierungsvorbehalt. Im Entwurf gelten sie lediglich als „voraussichtlich finanzierbar“. Der Kreis bemängelt das scharf, denn nur Maßnahmen, die finanziell gesichert sind, kommen am Ende auch bei den Fahrgästen an. Zudem fehlen klare Fristen, bis wann die Modernisierung der alten Züge (Baujahr 2005) endlich abgeschlossen sein soll.

Geschönte Pünktlichkeits-Statistik

Der LNVP benennt das Dauerproblem der Marschbahn zwar klar: Die Pünktlichkeitsquote sank von 81,9 Prozent (2021) auf magere 76,5 Prozent im Jahr 2024. Doch die Realität dürfte für viele Pendler noch düsterer aussehen. Der Kreis Nordfriesland merkt an, dass in dieser ohnehin schwachen Statistik nur Züge auftauchen, die tatsächlich ihr Ziel erreichen. Komplett ausgefallene Züge werden in dieser Rechnung gar nicht erst berücksichtigt.

Realitätsferne Auslastungszahlen

Die ständigen Verspätungen werden im LNVP-Entwurf mit der dichten Belegung der Strecke zwischen Niebüll und Westerland begründet. Kurioserweise fehlt aber exakt dieser Abschnitt in der offiziellen Liste der „komplett ausgelasteten Strecken“. Der Kreis vermutet, dass der Autozugverkehr in der Statistik schlichtweg ignoriert wird, was den Blick auf die tatsächliche, chronische Überlastung der Trasse massiv verschleiert.

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Neue Haltestellen könnten Fahrplan sprengen

Ein weiteres Risiko sieht der Kreis in möglichen neuen Haltestellen entlang der Marschbahn (geprüft werden aktuell Husum-Nord, Risum-Lindholm und Hattstedt). Die Politik befürchtet, dass zusätzliche Stopps die ohnehin fragile Stabilität des Bahnverkehrs weiter ins Wanken bringen. Da neue Bahnhöfe auch direkte Auswirkungen auf den Anschluss-Busverkehr hätten, fordert der Kreis von Nah.SH, deutlich früher in die Planungen einbezogen zu werden.

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