Urlaubsverlängerung „All Inclusive“: Kater Tommy bucht das Schubladen-Paket
Man kennt das ja: Da packt man auf Sylt die Koffer, und irgendwas bleibt immer liegen. Meistens ist es das Ladekabel, die Lieblingssocke oder der Verstand nach zu viel Champagner in der Sansibar. In einer Ferienwohnung in Tinnum blieb diesmal allerdings etwas zurück, das miaut, acht Monate alt ist und ganz offensichtlich absolut keine Lust auf Hamburg hatte.
Operation „Versteck dich im Bad“
Während seine zweibeinigen Dosenöffner am Sonntagvormittag fröhlich gen Festland düsten, hatte Kater Tommy wohl beschlossen, seinen Aufenthalt eigenmächtig zu verlängern. Seine Strategie? Exzellent. Er wählte den sichersten Ort der Welt: Eine dunkle Badezimmerschublade.
Dumm nur, dass Ferienwohnungen irgendwann geputzt werden müssen. Das Reinigungsteam staunte nicht schlecht, als das Bad plötzlich seltsame „Quak-Geräusche“ von sich gab. Statt eines Wasserrohrbruchs fanden sie beim Öffnen der Schublade zwei riesige, empörte Augen.
Friesische Diplomatie
Die Vermieterin Claudia Kochanek, die eigentlich ihren freien Sonntag genoss (Handy aus, Füße hoch), wurde kurzerhand zur Hoteldirektorin für gestrandete Fellnasen. Tommy war allerdings not amused. Sechs Stunden in der Schublade hatten seine Laune auf „Krawall“ sinken lassen. Doch Claudia, katzenerfahren und tiefenentspannt, bot Kost, Logis und Streicheleinheiten an.
Als die Besitzer aus der Ferne andeuteten, die Abholung könnte eventuell etwas dauern („äußere Umstände“ und so), packte die Chefin laut shz den berühmten friesischen Charme aus. Sie stellte ein Ultimatum, das man nicht ablehnen kann:
„Entweder ihr holt ihn sofort, oder wir bürgern ihn ein. Dann wird aus Tommy ein echter Sylter Jung namens ‚Desche‘!“
Das Happy End
Die Drohung (oder das Angebot?) wirkte Wunder. Die Besitzer legten den Rückwärtsgang ein und eilten zurück auf die Insel. Am Dienstag gab es dann das große Wiedersehen. Tommy wurde mit VIP-Geleitschutz zum Zug gebracht – sicher ist sicher, nicht dass er sich noch im Kiosk im Süßigkeitenregal versteckt.
Fazit: Tommy ist wieder zu Hause, die Rechnung für das „Katzenhotel“ ist beglichen, und Sylt ist um eine Anekdote reicher. Nächstes Mal bucht Tommy aber hoffentlich offiziell – oder nimmt wenigstens sein eigenes Handy mit.Foto von Nick Bosch
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