Leonard Cohen war Lyriker, bevor er Musiker wurde, und man hört es seinen Liedern bis zuletzt an. Am 7. November 2016 ist er gestorben. Zu seinem 92. Geburtstag widmet Oliver Strempler ihm einen Abend in der Friesenkapelle am Dorfteich in Wenningstedt.
Cohens Karriere hat mehrere Leben gehabt: der frühe Erfolg in den Sechzigern, lange Jahre im Halbschatten, dann die späten Tourneen, auf denen ein Mann jenseits der siebzig vor ausverkauften Hallen stand. Seine Stücke halten das aus – sie sind so gebaut, dass sie mit wenig auskommen.
Die Friesenkapelle ist ein kleiner Raum, und für diese Musik ist das kein Nachteil, sondern die Voraussetzung. Das Konzert dauert rund anderthalb Stunden.
Cohen war fast dreißig, als seine erste Platte erschien — davor hatte er Gedichtbände und zwei Romane veröffentlicht. Diese Reihenfolge erklärt viel: Seine Lieder sind gebaute Texte, bei denen die Melodie dem Wort folgt und nicht umgekehrt. „Suzanne“, „Famous Blue Raincoat“, „Hallelujah“ — die bekanntesten funktionieren auch ohne Musik.
Nach Jahren im Rückzug ging Cohen ab 2008 noch einmal auf ausgedehnte Tourneen, weil seine Managerin sein Vermögen veruntreut hatte. Was als finanzielle Notwendigkeit begann, wurde zum späten Triumph: Ein Mann über siebzig füllte Hallen, in denen er sich Jahrzehnte zuvor schwergetan hätte.
Die Friesenkapelle am Dorfteich in Wenningstedt ist klein, und genau das braucht diese Musik. Das Konzert dauert rund anderthalb Stunden.
Wann: Montag, 21. September 2026, 19:00 Uhr · Dauer etwa 1:30 Stunden
Wo: Friesenkapelle am Dorfteich, Wenningstedt-Braderup
Anfahrt: Lage auf der Karte
Tickets: Online buchbar über den Veranstalter, außerdem an den Sylter Vorverkaufsstellen.
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