Zehn Jahre an der Spitze der Sölring Museen: Vorstand würdigt Alexander Römer
Seit September 2016 leitet der Kunsthistoriker die Keitumer Museen. Die Vereinsvorsitzende Maren Jessen findet dafür ungewohnt warme Worte.
Friesen loben selten und dann eher knapp. Maren Jessen, Vorsitzende der Sölring Foriining, kennt diese Eigenart genau und zitiert sie selbst: Wer nicht meckert, hat schon genug gelobt. Umso auffälliger ist der lange Dankesbrief, den sie jetzt im Vereinsnewsletter an Alexander Römer richtet.
Der Kunsthistoriker hat am 1. September 2016 die Leitung der Sölring Museen übernommen. Dazu zählen das Sylt Museum und das Altfriesische Haus in Keitum, der Denghoog in Wenningstedt und der Naturpfad Vogelkoje in Kampen. Getragen werden sie vom 1906 gegründeten Kultur- und Heimatverein.
Professionelle Museumsarbeit ist dort eine vergleichsweise junge Errungenschaft. Jahrzehntelang haben Ehrenamtliche aus dem Brauchtums-Ausschuss den kompletten Betrieb organisiert und selbst durch die Räume geführt. Dank kam dafür selten, Kritik umso öfter, schreibt Jessen. Immer wieder wurde auch gestritten, wie viel Heimatstube die Häuser bleiben sollten. Erst 2013 holte der Verein mit Dörte Ahrens eine hauptberufliche Leiterin, drei Jahre später übernahm Römer.
Im Vorstand war man damals gespannt und etwas zurückhaltend. Die Zusammenarbeit war offenbar nicht immer bequem: Jessen erinnert sich an etliche Debatten mit dem neuen Museumsleiter und räumt ein, dass sie durch ihn auch zeitgenössische, international beachtete Aktionskunst im Sylt Museum akzeptiert hat. Aus dem Mund einer Vorsitzenden, die sich selbst als eher konservativ beschreibt, wiegt das schwer.
Als Verdienste nennt der Vorstand kommentierte Ausstellungsfilme im Netz, ein weit gespanntes Netzwerk, wachsende Spenden und zuletzt Geld für zusätzliches Fachpersonal. Dazu kommen die Arbeit mit Geschäftsführer Sven Lappoehn, der Einsatz für den Freundeskreis der Museen und die Unterstützung für die Inselsprache Sölring.
Jessen hofft auf viele weitere Jahre mit Römer und ausdrücklich auch auf Projekte, über die man streiten kann. Nach zehn Jahren gemeinsamer Diskussionen klingt das wie ein Versprechen.
Quelle: Newsletter „WAT NIIS“ der Sölring Foriining, September 2026
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