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Nach über 4.000 Tagen: „R.SH auf Sylt“ verabschiedet sich

Nach über 4.000 Tagen: „R.SH auf Sylt" verabschiedet sich

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Am Freitag, dem 28. August, geht Carsten Köthe zum letzten Mal auf Sendung — nach elf Jahren Inselradio und fast 40 Jahren R.SH

Westerland/Kiel. Es ist ein Satz, den viele auf dieser Insel im Ohr haben: „Herzlich willkommen zu R.SH auf Sylt mit Carsten Köthe.“ Am Freitag, dem 28. August, wird er zum letzten Mal zu hören sein. Nach mehr als zehn Jahren endet das Inselprogramm von R.SH — und für seinen Hauptmoderator beginnt der Ruhestand. In einer Meldung auf dem Facebookprofil von Carsten Köthe war die traurige Nachricht zu hören.

„Das waren über 4.000 Tage ‚Radio für und von Sylt'“, fasst R.SH-Programmdirektor Dirk Klee das Engagement des Senders auf der Insel zusammen. Angelegt war das Ganze ursprünglich auf zehn Jahre. Auf Wunsch von Carsten Köthe wurden elf daraus.

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Jeden Morgen um zehn

Angefangen hat es im Sommer 2015, zunächst mit einer vierstündigen Sendung. „Jeden Morgen um 10 Uhr ging das Rotlicht an und wir waren ‚on air'“, erinnert sich Köthe, der von der ersten Sendung an die Stimme des Inselprogramms war.

Was dann folgte, war Radio, wie es sein soll: Geschichten und Meldungen von der Insel, Interviews, Service, Veranstaltungstipps. Zusammengetragen von ihm und seiner Ehefrau Miriam, ausgestrahlt über die UKW-Frequenz 102,8 MHz und im Livestream.

Der Livestream war es auch, der das Programm weit über den Hindenburgdamm hinaustrug. „Viele Urlauber und Gäste haben sich ein Stück Insel-Feeling für den Alltag nach Hause geholt — in München genauso wie in Berlin oder im Pott“, berichtet Köthe. Belegt haben das über die Jahre unzählige Gespräche, E-Mails — und Postkarten. Wer heute noch Postkarten an einen Radiosender schickt, meint es ernst.

Eine Antwort auf neue Frequenzen

Entstanden war die Idee, nachdem in Schleswig-Holstein mehrere Regionalfrequenzen vergeben worden waren und unter anderem auf Sylt und in Lübeck neue Radiostationen entstehen sollten. „Darauf wollten wir reagieren — und dann mit Power“, sagt Dirk Klee. Carsten Köthe und seine Frau Miriam übernahmen diese Aufgabe.

In den vergangenen beiden Jahren wurde das regionale Programm ausgeweitet und zusätzlich von dem gebürtigen Nordfriesen Frank Bremser moderiert. Mit dem Ende von „R.SH auf Sylt“ klingt auch das Programm von 14 bis 18 Uhr aus.

Mehr als ein Moderationsplatz

Über die Jahre wurde „R.SH auf Sylt“ zu einer festen Institution. Das Team war gern gesehener Gast bei zahllosen Veranstaltungen — vom Surf World Cup über das Biikebrennen bis zu den kleinen und großen Terminen zwischen Hörnum und List.

Für Carsten Köthe war das Inselprogramm dabei nie nur ein Sendeplatz im Studio. „Es war auch ein Teil von mir und uns“, sagt er. Das uns meint Miriam Köthe, die das Programm über viele Jahre mit ihm gemeinsam gestaltete und im Mai 2022 nach schwerer Krankheit verstarb. Wer die beiden zusammen erlebt hat, weiß, dass dieses Radio aus zwei Menschen bestand.

40 Jahre R.SH — und mittendrin Carsten Köthe

Mit dem Abschied endet für den Sender weit mehr als ein Inselprogramm. Es endet eine fast 40-jährige R.SH-Geschichte. Über vier Jahrzehnte hat Carsten Köthe das meistgehörte Radioprogramm Schleswig-Holsteins mitgeprägt — als Moderator, als Stimme, viele Jahre auch als prägende Stimme des „R.SH Frühstücksclubs“.

„Carsten, wir sagen von Herzen Danke“, sagt Dirk Klee. „Danke für 40 Jahre R.SH, für unzählige Sendestunden, Geschichten, Begegnungen und natürlich für mehr als zehn Jahre ‚R.SH auf Sylt‘. Du hast unser Programm und damit auch das Radio in Schleswig-Holstein über Jahrzehnte geprägt. Das bleibt. In unseren Erinnerungen, in vielen Radiomomenten und ganz sicher bei den Menschen, die euch zugehört haben.“

Sylt soll im Programm von R.SH auch künftig eine Rolle spielen — als Insel, die Geschichten erzählt und für viele Hörerinnen und Hörer ein Sehnsuchtsort bleibt. Das tägliche Inselradio aber endet am 28. August.

Ein Verlust für die Insel

Wir bedauern das sehr. Elf Jahre lang gab es auf Sylt jeden Tag eine Stimme, die von hier erzählte — nicht über die Insel, sondern aus ihr heraus. Das ist etwas, das man erst richtig bemerkt, wenn es fehlt. Und es wird fehlen.

Carsten Köthe wünschen wir von Herzen alles Gute für den Ruhestand, viel Gesundheit und dass er dieser Insel verbunden bleibt. Vierzig Jahre Radio schafft kaum jemand. So, dass die Leute Postkarten schreiben, noch weniger.

Frank Bremser wünschen wir für alles, was jetzt kommt, das Beste — und dass seine Stimme auf Sylt zu hören bleibt.

Am 28. August geht das Rotlicht zum letzten Mal an. Danke für 4.000 Tage.

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