Gebohrt wird nachts: Das zweite Sylt-Gleis kommt erst mal als Bodenprobe
Zwischen Lehnshallig und Klanxbüll bohrt die Deutsche Bahn ab dieser Woche Löcher in die Marsch. Sie will wissen, ob der Boden ein zweites Gleis trägt. Die Untersuchungen laufen nach Angaben der Bahn bis Mitte Dezember.
Geplant wird das zweite Gleis zwischen Niebüll und Klanxbüll seit Jahren. Der 13 Kilometer lange Abschnitt ist bis heute eingleisig, und die Züge haben sich daran gewöhnt, aufeinander zu warten.
Was jetzt passiert
Direkt am Gleis darf nur gebohrt werden, wenn keine Züge fahren. Das heißt: nachts. Anwohner zwischen Lehnshallig und Klanxbüll müssen mit Maschinenlärm rechnen, der sich nicht an die Nachtruhe hält, weil er sie ausdrücklich braucht.
Zwei Bahnübergänge werden zeitweise gesperrt, nach Angaben des Sylter Spiegels im November: Emmelsbüll und Hesbüll. Ausweichen lässt sich über die Übergänge Lehnshallig und Klanxbüll. Autofahrer kennen das Prinzip vom Autozug: Man wartet, und irgendwann geht es weiter.
Was später kommen soll
Das Bundesverkehrsministerium hat den Bericht zur Vorplanung im März an den Bundestag übergeben (Drucksache 21/4948). Geplant ist ein zweites Gleis zwischen Niebüll und Klanxbüll und eines zwischen Morsum und Tinnum. Auf dem Festlandabschnitt sollen die Züge danach 140 statt 100 km/h fahren dürfen.
Im Bundesverkehrswegeplan stehen für beide Abschnitte rund 221 Millionen Euro. Ob dieses Geld rechtzeitig fließt, sagt die Bodenprobe nicht. Sie sagt nur, ob der Boden hält. Bei der Marschbahn ist das schon mal eine gute Nachricht.
Gut zu wissen: Der Abschnitt Klanxbüll–Morsum über den Hindenburgdamm ist bereits zweigleisig. Der Engpass liegt davor und dahinter.
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