Moin und herzlich willkommen zu Ihrer Wochenschau! Wer dieser Tage durch das beschauliche Keitum spaziert, merkt: Die Insel reckt und streckt sich. Und ein ganz deutliches Zeichen dafür, dass der Winter langsam seine Koffer packt, ist die Betriebsamkeit bei Nielsens Kaffeegarten.
Das Ende der „Heizungs-Kapitulation“
Man muss es ja mal ehrlich sagen: Wer die riesige, wunderschöne Fensterfront bei Nielsens kennt, weiß, warum dort im tiefsten Winter traditionell die Schotten dicht sind. Bei Windstärke 7 aus Ost hat man dort zwei Möglichkeiten: Entweder man baut sein eigenes Fernwärmekraftwerk im Garten auf oder man macht es wie der Chef und sagt: „Nich’ mit mir!“
Nachdem die Familie die Winterpause genutzt hat, um auf Zypern oder in Portugal die eigenen Batterien aufzuladen (und mal ohne Wollpulli am Frühstückstisch zu sitzen), weht jetzt wieder ein frischer Wind durch die „Wachstube“. Die Heizung hat den Kampf gegen die Meeresbrise wieder aufgenommen, und wir können endlich wieder den Logenplatz über dem Wattenmeer einnehmen.
Generationenwechsel mit Kliff-Blick
Das Schönste bei Nielsens ist ja diese herrliche Beständigkeit. Während sich andernorts die Konzepte schneller ändern als die Gezeiten, bleibt man hier bodenständig. Der Chef selbst philosophiert zwar gerne mal darüber, dass er gefühlt schon seit „107 Jahren“ am Tresen steht, aber die Nachfolge ist ein echtes Sylter Wintermärchen: Die Tochter ist längst fest im Boot und sorgt dafür, dass die Familientradition mit frischem Schwung weitergeht. Da atmet der Stammgast auf – die Zukunft des gepflegten Nachmittagskaffees ist gesichert.
Kulturwandel am Kaffeetisch
Auch kulinarisch beobachtet man im Kaffeegarten den Wandel der Zeit mit einem Schmunzeln. Waren es früher noch die rüstigen Runden, die schon mittags die Weinflaschen als „Grundnahrungsmittel“ betrachteten, geht es heute ein bisschen gesitteter zu. Der Trend geht zum Cappuccino oder zum stillen Wasser – man genießt bewusster, aber nicht weniger herzlich.
Und wer pünktlich zum Biikebrennen kommt, weiß: Ohne Reservierung geht beim Grünkohl gar nichts. Da ist die Hütte voll, es wird geschnackt, gelacht und man rückt zusammen – genau so, wie es in Keitum eben sein muss.
Nielsens Kaffeegarten ist und bleibt der Ankerpunkt für alle, die das echte Sylt suchen. Es ist ein Ort ohne Allüren, dafür mit ganz viel Ausblick und Herzblut. Schön, dass ihr wieder da seid!
Wir sehen uns auf einen Keks und einen Klönschnack am Kliff!
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