Es gibt Orte in Keitum, die erzählen Geschichten, noch bevor man die erste Stufe über die Türschwelle setzt. Die historische Reetdach-Kate in der Süderstraße 40 ist genau so ein Ort. Lange Zeit als „Salon 1900“ bekannt, beginnt hier nun ein neues Kapitel, das Tradition und moderne Genusskultur auf wunderbare Weise verbindet: Das Restaurant „Kökken“ ist flügge geworden.
Nach einer liebevollen und aufwendigen Kernsanierung hat das kulinarische Herzstück des Benen-Diken-Hofs sein Nest im Hotel verlassen, um sich nur wenige Meter weiter, in den eigenen vier Wänden, „selbstständig in den Wind zu stellen“.
Stiller Luxus unter Reet
Wer das neue „Kökken“ betritt, spürt sofort die Handschrift der Familie Johannsen. Es ist ein Ort des „stillen Luxus“. Friesische Substanz trifft hier auf zeitlose Eleganz: Gedeckte Farben und ein moderner Industrieboden bilden den Rahmen für die Kunst des Keitumer Malers Ingo Kühl, dessen Werke das Leben am Meer atmen. Sobald die Nordseeluft im Frühling etwas milder wird, lädt zudem eine neue Terrasse dazu ein, die besondere Atmosphäre Keitums unter freiem Himmel zu genießen.
Radikal regional: Die Handschrift von Lennart Dewies
In der Küche führt ein alter Bekannter Regie, der seine Wurzeln genau hier hat. Küchenchef Lennart Dewies (37), der bereits im Benen-Diken-Hof lernte und später Erfahrungen in der deutschen Sterne-Gastronomie sammelte, setzt auf eine moderne nordische Küche. Sein Credo: Radikale Regionalität.
In seinen Töpfen werden klassische Wintergemüse wie Spitz- oder Rotkohl zu den eigentlichen Stars auf dem Teller. Besonders spannend ist die komplett vegetarische Menüfolge, die Dewies mit viel Fingerspitzengefühl kreiert hat. Um die Aromen der Insel das ganze Jahr über einzufangen, nutzt das Team den hauseigenen Kräutergarten, trocknet und kocht ein – eine Vorratshaltung ganz nach alter Väter Sitte, aber modern interpretiert.
Ein neuer Treffpunkt: Weinbar und späte Snacks
Eine echte Bereicherung für das Keitumer Abendleben ist die integrierte Weinbar unter der Leitung von Restaurantleiterin und Sommelière Stefanie Windl. Hier schließt das „Kökken“ eine charmante Lücke auf der Insel: Bis Mitternacht werden anspruchsvolle Bar-Snacks gereicht – der perfekte Ort für alle, die den Abend bei einem guten Glas Wein und einer feinen Kleinigkeit ausklingen lassen möchten.
Das neue „Kökken“ zeigt eindrucksvoll, wie man die Geschichte eines historischen Hauses bewahren kann, während man gleichzeitig mutig und frisch in die Zukunft blickt. Ein Besuch in der Süderstraße verspricht ab sofort nicht nur ein kulinarisches Erlebnis, sondern ein echtes Stück neues Sylt-Gefühl.
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