Zum dritten Mal hat auf Sylt der Lehrgang „Brandungsretter“ stattgefunden. 22 Teilnehmende aus dem ganzen Bundesgebiet reisten an, dazu drei Kollegen der DLRG aus St. Peter-Ording. Auf dem Stundenplan stand das, was sich schlecht im Hallenbad üben lässt: retten, wo die Welle bricht
Der Stundenplan ließ wenig Luft
Geübt wurden Rettungstechniken in der Brandung, in enger Taktung und über mehrere Tage. Wer schon einmal versucht hat, in auflaufender See eine Person zu fassen, während die Rinne zwischen zwei Sandbänken andere Pläne hat, weiß, warum solche Griffe sitzen müssen, bevor der Ernstfall sie abfragt.
Genauso viel Raum bekam der Teil, der auf keiner Technikliste steht: Absprachen, Handzeichen, das Wissen, wer hinter einem im Wasser steht. In der Brandung sieht man sich sekundenweise nicht, hört sich noch seltener, und muss sich trotzdem aufeinander verlassen können.
Abschlussübung mit Kreuzer und Hubschrauber
Den Abschluss bildete eine gemeinsame Übung mit der DGzRS und dem NHC aus St. Peter-Ording. Damit war zusammen, was im Ernstfall auch zusammenarbeitet: Wasserretter vom Strand, Seenotretter vom Boot, Luftrettung von oben.
Vier Teilnehmer erlebten dabei ihren ersten Winchvorgang. Der Hubschrauber dahinter ist an der Küste ein bekanntes Gerät: Die Northern HeliCopter GmbH betreibt am Flugplatz St. Peter-Ording seit 2014 rund um die Uhr den Offshore-Rettungshubschrauber mit dem Rufnamen „Northern Rescue 01″, eine Airbus EC 155 mit Rettungswinde. Gebaut wurde die Station für Windparks und Schiffe in der Deutschen Bucht, im Einsatz war sie aber auch schon mehrfach, um Menschen aus dem Watt zu holen. Wer einmal an diesem Seil gehangen hat, erzählt beim Abendessen erfahrungsgemäß nichts anderes mehr.
Und dann kam ein Song
Zwischen den Blöcken blieb Zeit für Gespräche, Fachsimpeleien und die üblichen Geschichten, die nach dem dritten Tag Salzwasser entstehen. Herausgekommen ist dabei ein eigener Song, den Teilnehmende im Anschluss geschickt haben. Er ist auf unserer Website zu hören — reinhören lohnt sich, auch wenn die Charts vorerst nicht in Gefahr sind.
Wer das getragen hat
Möglich gemacht haben den Lehrgang der DRK-Ortsverein Sylt und die Mitglieder der Wasserwacht Sylt, von denen einige bis zu 48 Stunden für die Durchführung eingeplant haben. Dazu kamen die DGzRS und das NHC, die die Abschlussübung mitgetragen haben.
Der Brandungsretter 2027 ist gesetzt. Wer bis dahin trainieren möchte: Die Nordsee vor Sylt hat ganzjährig geöffnet.
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