Turbo mit Handbremse: Was Sylt am Montag beim Bauen erlauben will
Am Montag, 26. Oktober, entscheidet der Bau- und Planungsausschuss, wie Sylt den Bau-Turbo des Bundes nutzt. Nach einem Bericht der Sylter Rundschau sollen Projekte, die den Turbo bekommen, keine Ferienwohnungen enthalten dürfen und Mieten für Sylter gedeckelt werden. Die CDU fürchtet, dass so viele Bedingungen den Turbo am Ende abwürgen.
Was der Turbo kann
Das Bundesgesetz gilt seit dem 30. Oktober 2025. Es erlaubt Gemeinden, für Wohnungsbau vom Bebauungsplan abzuweichen, ohne den Plan jahrelang zu ändern. Ein zusätzliches Geschoss, ein Haus in der zweiten Reihe, Wohnungen über dem Supermarkt. Die Sonderregel läuft bis zum 31. Dezember 2030.
Der Schlüssel bleibt im Rathaus. Ohne Zustimmung der Gemeinde geht nichts. Allerdings gilt: Wer drei Monate lang nicht entscheidet, hat zugestimmt. Liegenlassen ist auf Sylt also erstmals eine Form der Genehmigung.
Worüber gestritten wird
Die Gemeinde will einen Kriterienkatalog, nach dem sie entscheidet. Laut Sylter Rundschau sollen darin zwei Bedingungen stehen: keine Ferienwohnungen und gedeckelte Mieten für Einheimische. Auf einer Insel mit nach Schätzung des Kreises mehr als 11.000 Ferienwohnungen klingt das wie eine Selbstverständlichkeit, die man trotzdem aufschreiben muss.
Die CDU Sylt hatte vor vier Wochen nachgefragt, warum die Insel die Chance nicht längst nutzt. Anlass war ein Vorhaben der Deutschen Rentenversicherung Nord. Sie möchte in bestehenden Gebäuden der Fachklinik Sylt Dauerwohnungen für Mitarbeiter einrichten. Die stellvertretende Ausschussvorsitzende Ines Dreisow sagte dem Sylter Spiegel, ein Kriterienkatalog dürfe den Turbo nicht faktisch ausbremsen.
Was sonst auf dem Tisch liegt
Der Ausschuss berät am selben Abend über neuen Asphalt für Sylter Straßen, eine barrierefreie Bushaltestelle Tinnum Mitte, eine Planänderung westlich der Morsumer Kirche und den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „Sylt Quelle“ in Rantum.
Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus, Andreas-Nielsen-Straße 1 in Westerland. Es gibt zwei Einwohnerfragestunden, eine am Anfang und eine am Ende. Wer wissen will, wie schnell auf Sylt gebaut werden darf, sollte pünktlich sein.
Quellen: SYLT1-Vorschau · Sylter Spiegel / CDU · Haufe (11.000 Ferienwohnungen) · Sylter Rundschau, „Bauturbo auf Sylt“, shz.de
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