Frische Farbe, neue Stege, dichte Schleusen: Die Sölring Foriining saniert ihre Häuser
Im Sylt Museum, im Altfriesischen Haus und in der Kampener Vogelkoje wird seit Monaten gearbeitet. Ein Teil der Projekte zieht sich bis 2027.
Historische Gebäude auf einer Nordseeinsel brauchen Pflege, und zwar laufend. Salz, Sturm und Feuchtigkeit arbeiten rund ums Jahr, die Handwerker entsprechend auch. Seit Januar lässt die Sölring Foriining an mehreren ihrer Liegenschaften restaurieren.
Im Sylt Museum in Keitum stehen die Fenster im Mittelpunkt. Sie werden überarbeitet und neu lackiert, ausgetauscht wird nur, was sich nicht mehr retten lässt. Fertig sein soll das im Sommer 2027. Die Fassade bekam kleinere Reparaturen, und der alte Friesenwall an der Kliffseite wurde gemeinsam mit der Denkmalpflege instand gesetzt.
Im Altfriesischen Haus wurde bereits im Frühjahr der Pesel aufgearbeitet, der repräsentative Raum eines friesischen Hauses, der früher für Feste, Besuch und besondere Anlässe reserviert war. Momentan bekommen die eisernen Maueranker und die Jahreszahlen an der Fassade neuen Glanz, die Fensterrahmen neuen Anstrich. Ab dem Spätherbst sind Küche, Flur, Speisekammer und Kellerkammer an der Reihe. 2027 folgt ein Arbeitsschritt, den man eher auf einer Werft vermutet: Die Fenster werden kalfatert, also nach alter Schiffbauerart mit Fasermaterial abgedichtet.
Die größte Baustelle liegt in Kampen. Die Vogelkoje wurde im 18. Jahrhundert zum Fang von Wildenten angelegt und ist heute ein geschütztes Feuchtbiotop. Dort sind neue Treppen, Stege und Geländer entstanden, alle Wasserkreuze an den Staustufen wurden ersetzt. Noch in diesem Monat wird eine Hauptschleuse von Grund auf erneuert. Eine verstärkte Froschklappe, im Wasserbau der Name für eine Klappe, die nur in eine Richtung öffnet, soll bei Sturmflut das Salzwasser draußen halten. Für die bevorstehende „Sturmsaison“, wie Wasserbauer den Sylter Winter nennen, ist das eine beruhigende Nachricht, auch für die Amphibien vor Ort.
Im kommenden Frühjahr sollen eine Aussichtsplattform am Deich und neue Bohlenwege folgen. Finanziert wird das Programm mit Zuschüssen der Sylter Gemeinden.
Quelle: Newsletter „WAT NIIS“ der Sölring Foriining, September 2026; Hintergrund Vogelkoje: Wikipedia
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