Sylt | 27. Mai 2026 – Sie sieht aus wie eine harmlose Wiesenblume, doch hinter den weiß-strahlenden Dolden verbirgt sich eine der gefährlichsten Pflanzen Deutschlands: Die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, treibt auf Sylt wieder massenhaft aus – und sorgt für ernsthafte Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier.
Was macht die Pflanze so gefährlich?
Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus enthält sogenannte Furanocumarine – Stoffe, die in Kombination mit Sonnenlicht eine photochemische Reaktion auf der Haut auslösen. Die Folge: schwere Verbrennungen zweiten und dritten Grades, großflächige Blasenbildung und Entzündungen, die wochenlang anhalten können. Besonders tückisch: Die Reaktion setzt oft erst Stunden nach dem Kontakt ein – wenn man das Schlimmste bereits verhindert zu haben glaubt.
Wer sich längere Zeit in unmittelbarer Nähe der Pflanzen aufhält, riskiert zudem Atemnot und eine akute Bronchitis, die bis zu drei Wochen andauern kann. Allein der Kontakt mit abgebrochenen Blättern oder dem Stiel reicht aus, um ernsthafte Schäden zu verursachen.
Gefahr für Hunde und andere Haustiere
Besonders Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer sollten auf Sylt derzeit besonders wachsam sein. Hunde streifen beim Schnüffeln und Toben häufig durch Vegetation, ohne dass Herrchen oder Frauchen es bemerken.
Folgen beim Hund:
- Rötungen, Blasen und Wunden an unbehaarten Stellen wie Bauch, Leiste, Pfoten und Maul
- Entzündete Augen bei Kontakt mit dem Saft
- Schwellungen im Maulbereich, falls die Pflanze angeknabbert wird
- Im schlimmsten Fall Schluckbeschwerden oder Atemnot
Auch Katzen, Kaninchen und andere Kleintiere können betroffen sein, wenn sie Zugang zu befallenen Gartenbereichen haben. Bei Verdacht auf Kontakt sollte sofort eine Tierarztpraxis aufgesucht werden.
💡 Tipp: Meiden Sie mit Ihrem Hund Bereiche mit hohem Bewuchs und halten Sie ihn an der Leine, wenn Sie sich in der Nähe von Ufern, Ruderalflächen oder ungepflegten Wegrändern bewegen.
Was tut die Inselverwaltung?
Die Inselverwaltung Sylt ist bereits aktiv: An Gehwegen, Plätzen und öffentlich frequentierten Bereichen werden die Pflanzen systematisch entfernt. Inselverwaltungs-Sprecher Florian Korte betont dabei: Eingewachsene Pflanzen in abgelegenen Bereichen können nicht vollständig beseitigt werden. Anwohnerinnen und Anwohner werden deshalb gebeten, Pflanzen auf dem eigenen Grundstück noch vor der Samenreife zu entfernen – denn jede einzelne Pflanze kann bis zu mehrere 10.000 Samen produzieren, die der Wind weitertragen kann.
So entfernen Sie die Pflanze sicher
Wer selbst aktiv wird, sollte folgende Schutzmaßnahmen unbedingt einhalten:
- ✅ Vollständige Schutzkleidung tragen: langen Ärmel, Handschuhe, Schutzbrille
- ✅ Stängel dicht am Boden abkappen
- ✅ Dolden über den Hausmüll entsorgen – nicht in die Biotonne
- ✅ Regelmäßig nachkontrollieren, da Pflanzen erneut austreiben
- ❌ Keinen Hautkontakt riskieren
Falls es dennoch zu Kontakt kommt: Sofort aus der Sonne gehen, die betroffene Stelle gründlich mit Wasser und Seife oder Spiritus reinigen und ärztlichen Rat einholen.
Wo Hilfe und Information gibt es?
Der Fachbereich Umwelt und Bauen der Inselverwaltung Sylt steht bei Rückfragen zur Verfügung:
📞 04651 – 851-0
Haben Sie einen Befall auf öffentlichem Gelände entdeckt? Melden Sie ihn der Inselverwaltung – jeder Hinweis hilft, die Ausbreitung auf der Insel einzudämmen.

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