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Basstölpel auf Sylt aus Plastikfäden befreit – Naturschützer fordern EU-weites Verbot sogenannter Dolly Ropes

Basstölpel auf Sylt aus Plastikfäden befreit – Naturschützer fordern EU-weites Verbot sogenannter Dolly Ropes
Foto: Redaktion
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Ein Freiwilligenteam der Schutzstation Wattenmeer hat Anfang dieser Woche auf Sylt einen Basstölpel aus lebensgefährlicher Not befreit. Das Tier hatte sich bei Hörnum in sogenannten Dolly Ropes, Kunststofffäden aus der Fischerei, verfangen. Urlauber bemerkten den hilflosen Seevogel und alarmierten umgehend die Naturschützer.

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Die Helfer erreichten den Vogel rasch. Um das Tier ans Ufer zu bringen, mussten sie teilweise ins Wasser steigen. Die Befreiung gestaltete sich schwierig, da die Plastikfäden eng an Beinen und Schnabel lagen. Mit Geduld und Präzision verhinderten die Retter Verletzungen an den empfindlichen Körperstellen. „Ohne unser Eingreifen wäre der Basstölpel vermutlich binnen weniger Tage verhungert“, sagt Dennis Schaper, Leiter der Schutzstation auf Sylt.

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Dolly Ropes werden als Scheuerschutz an Schleppnetzen eingesetzt und zählen inzwischen zu den häufigsten Plastikfunden an Nordseestränden. Schätzungen zufolge gelangen jährlich Dutzende Tonnen ins Meer. „Für Seevögel sind diese Kunststoffreste eine große Gefahr – viele verheddern sich, verletzen sich schwer oder verhungern“, warnt Barbara Ganter, Ornithologin der Schutzstation. Sie fordert ein europaweites Nutzungsverbot der Dolly Ropes und die Umstellung auf umweltfreundlichere Alternativen.

Nach der Rettung zeigte sich der Vogel kräftig genug, um sofort wieder ausgewildert zu werden. Bei späteren Kontrollgängen wurde er nicht mehr gesichtet – ein glückliches Ende für den Seevogel, das ohne das schnelle Handeln der Helfer vermutlich anders verlaufen wäre.

Hintergrund:
Dolly Ropes sind Kunststofffäden, die den Abrieb von Fangnetzen am Meeresboden verhindern sollen. Ihre Abnutzung führt dazu, dass die Fäden ins Meer gelangen. Während in Deutschland bereits viele Krabbenfischer freiwillig auf den Einsatz verzichten, fehlt bisher eine verbindliche EU-weite Regelung. Erfolgreiche Pilotprojekte mit alternativen Netzdesigns zeigen, dass ein Ersatz praktikabel ist.

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Von Andreas Trepte – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=339367

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