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Weltmeister? Der Bremer, der Sylt rockte und die Konkurrenz ins Salzwasser schickte

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Sylt. Es war ein Tag, an dem die Nordsee ihre besten (und wildesten) Manieren zeigte: Zunehmender Wind und Wellengang. Perfekt für die Freestyler beim Citroën Windsurf World Cup Sylt, die endlich ihre schwindelerregenden Tricks aus der Tasche holen durften. Die Slalom-Fahrer hatten ihre Pflicht brav erfüllt; nun war Zeit für die Kür – und für echtes Seemannsgarn.

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Es ging nicht nur um den schnöden Event-Sieg, nein, auf Sylt wird seit Neuestem der Windsurf-Gott des Jahres gekürt. Und der amtierende Champion, Lennart Neubauer (21, Bremer Jung, fährt für Griechenland – man muss Prioritäten setzen), kam mit einer Hypothek auf die Insel: Nur Platz fünf vom letzten World Cup. Er musste gefühlt an einer ganzen Armada von Rivalen vorbei: Caers, Testa, Van Broeckhoven, Moriya.

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Aber Neubauer gab sich norddeutsch-wortkarg: „Mein Ziel ist es, hier zu gewinnen.“ Keine große Rede, nur eine Ansage, die das Meer erzittern ließ.
Triple Culo: Als Neubauer den Windsurf-Code knackte
Die Regeln des Freestyle sind einfach: Acht Minuten Höllenritt, sechs Tricks müssen sitzen. Der deutsche Starter Niclas Nebelung legte mit Bravour vor und gewann seinen ersten Heat. Die Menge tobte – auf Sylt werden Heldem geboren!


Dann die zweite Runde, und Lennart Neubauer betrat die Bühne, als wäre es sein persönlicher Spielplatz. Er hatte ein Freilos, aber er brauchte es nicht. Was dann passierte, war so unerhört, so wahnwitzig, dass die Wellen kurz innehielten, um zuzusehen: Neubauer zog den „Triple Culo“! Für alle Landratten: Das ist ein Rückwärtssprung mit dreifacher Rotation. Klingt nach einer Mischung aus Akrobatik, Wahnsinn und Magie. Nie, wirklich NOCH NIE wurde dieser Trick in einem World Cup gezeigt. Die Jury hyperventilierte und zückte die Punkte wie beim Lotto-Jackpot: 9.5 und 9.2! Neubauer stellte einen neuen Tour-Rekord auf: 48.2 von 60 möglichen Punkten. Er hat den Windsurf-Code offiziell geknackt und neu geschrieben.
Herzschlag-Finale gegen den Erzfeind
Die anderen Top-Shots? Sie versuchten, mitzuhalten. Yentel Caers, Jacopo Testa und Steven Van Broeckhoven zogen mit beeindruckenden, aber menschlichen Scores in die nächsten Runden. Einzig der Japaner Takumi Moriya, Nummer vier der Welt, musste sich dem Belgier Dieter van der Eyken geschlagen geben – vermutlich noch schockiert vom Triple Culo.
Im Halbfinale kam es zum ersten Giganten-Treffen: Neubauer gegen den Italiener Jacopo Testa (Nummer 2 der Welt). Testa kratzte mit über 40 Punkten am Himmel, aber Neubauer? Er lieferte abermals schwindelerregende 44.8 Punkte. Das Publikum am Strand und auf der Promenade? Ein einziger, ekstatisch zappelnder Jubel-Haufen.


Finale!

Wie es das Drehbuch des Windsurf-Dramas vorschrieb, wartete dort sein größter Kontrahent: Der zweifache Weltmeister Yentel Caers. Die beiden lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, Tricks gegen Tricks, Sprung gegen Sprung. Aber am Ende hatte der norddeutsche Wind-Tänzer die Nase vorn: 44.2 Punkte gegen 42 Punkte.
Neubauer, durchnässt, glücklich und wahrscheinlich immer noch drehend, kam aus dem Wasser: „Ich bin mega happy. Die Bedingungen waren im Finale nicht einfach, aber es haben alle Moves geklappt, die ich mir vorgenommen hatte.“
Ob die Konkurrenz den Windsurf-Gott aus Bremen morgen noch vom Thron stoßen kann? Das entscheidet sich, wenn morgen die Wave-Disziplin mit Philip Köster und Lina Erpenstein ruft. Aber eines ist sicher: Der Weltmeistertitel für Yentel Caers ist nach seinem zweiten Platz in der Single Elimination mehr als wahrscheinlich – es sei denn, Neubauer erfindet morgen den „Quadruple Culo“.
Foto Credit: John Carter/PWAWorldTour.com

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