Wenn man das Gelände der Manufaktur betritt, erwartet man vielleicht einen anonymen Industriebetrieb – stattdessen landet man mitten im warmen, wuseligen Herz einer echten Sylter Familie. Seit nunmehr 50 Jahren steht der Name für die gemütlichsten Rückzugsorte der Insel. Doch hinter den kultigen Sylter Strandkörben steckt weit mehr als nur Holz und Flechtwerk: Es ist eine Familiengeschichte voller Leidenschaft, Humor und echtem Insel-Spirit.
Wenn die Wiege in der Manufaktur steht
Bei den Trautmanns ist der Strandkorb buchstäblich Familiensache. Schon als kleine Kinder wuchsen die Nachkommen zwischen Spänen und Polstern auf. Tochter Svenja, die heute selbst mit anpackt, erinnert sich schmunzeln zurück, wie sie als Dreijährige zwischen den Flechtern stand und zur Beschäftigung dicke Nägel in Holzklötze hämmerte – von wegen Kinderarbeit, hier wurde der Grundstein für eine echte Handwerks-Leidenschaft gelegt!
Auch Senior Willi Trautmann, der den Betrieb 1976 in Eigenregie übernahm, ist der beste Beweis dafür, dass die Arbeit auf Sylt jung hält. Selbst wenn kurz nach der Geburt von Tochter Svenja die Auslieferung für die Sansibar wichtiger war als pünktlich im Kreißsaal zu stehen (der Arzt nahm es ihm mit den Worten „Leider wieder kein Tischler geworden“ nicht übel) – hier brennt jeder Einzelne für sein Handwerk.
Handarbeit, die um die Welt reist
In einer Zeit, in der fast alles maschinell gefertigt wird, hält man bei den Sylter Strandkörben die alte Handwerkskunst hoch. Bis heute gibt es keine Maschine der Welt, die einen Strandkorb flechten kann – jede einzelne Weide wird von geübten Händen gezogen. Rund 164 präzise Einzelteile stecken in einem Standardkorb, an dem ein kleines Team mit viel Hingabe arbeitet.
Das Beste: Die gemütlichen Insel-Oasen bleiben längst nicht nur auf Sylt. Neben den Stammgästen, die sich ihr Urlaubsgefühl nach Hause holen, gab es schon die verrücktesten Missionen – wie etwa die Lieferung von 21 Strandkörben ins ferne Aserbaidschan, inklusive abenteuerlicher Zoll- und Sprachhürden, die der Familienbetrieb mit Bravour meisterte! Ob in der Schweiz, in Spanien oder im eigenen Garten: Ein Stück Sylter Familienbande reist immer mit.
Arbeit aus Liebe zur Insel
Was diesen Betrieb so besonders macht, ist das Miteinander. Wenn der Arbeitstag geschafft ist, bleibt man zusammen, lacht über verwechselte Artikel und packt gemeinsam an. Es ist diese handgemachte Ehrlichkeit, die man in jedem einzelnen Korb spürt.
Wer also das nächste Mal an der Küste in seinem Strandkorb sitzt, den Wind im Rücken und die Nordsee vor Augen hat, weiß: Man sitzt nicht einfach nur in einem Möbelstück. Man sitzt auf 50 Jahre Familiengeschichte, handwerklichem Stolz und purem Sylter Herzblut.
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