Unter dem Kanal statt über die Brücke: Marschbahn-Tunnel bei Brunsbüttel im Gespräch
Statt über die Hochbrücke Hochdonn soll die Marschbahn den Nord-Ostsee-Kanal künftig unterqueren. Das Wirtschaftsministerium hat Überlegungen zu einem Bahntunnel bei Brunsbüttel bestätigt. Für Sylt geht es um die Lebensader nach Westen.
Westküste. Die Marschbahn nach Sylt soll künftig nicht mehr über die Eisenbahnhochbrücke Hochdonn den Nord-Ostsee-Kanal queren. Das Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein hat Überlegungen bestätigt, die Strecke stattdessen durch einen Bahntunnel unter dem Kanal bei Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) zu führen. Das berichtete der NDR am 4. November 2026 unter Berufung auf das Ministerium.
Hintergrund ist ein Gutachten des Bundesverkehrsministeriums zur Fortschreibung des geplanten Deutschlandtakts. Demnach könnte der Schienentunnel rund 1,6 Milliarden Euro kosten. Eine eigene Pressemitteilung des Landesministeriums zu dem Tunnel lag am 5. November 2026 öffentlich noch nicht vor; die Bestätigung der Überlegungen ist bislang über die NDR-Berichterstattung dokumentiert.
Für Sylt ist das mehr als ein Linienplan-Detail. Die Marschbahn bleibt die Nabelschnur der Insel. Wer pünktlich nach Westerland will, hängt an genau dieser Strecke – und an jeder Brücke, jedem Gleis und jedem Signal dazwischen. Ein Tunnel bei Brunsbüttel würde die historische Hochdonn-Querung ersetzen und zugleich Brunsbüttel sowie das größte Industriegebiet des Landes stärker an Heide und Itzehoe anbinden.
Genau das begrüßen vor Ort Bürgermeister Martin Schmedtje und die IHK Dithmarschen. Schmedtje verwies laut NDR darauf, dass Bund und Land Ideen aus dem Konzept „Brunsbüttel 2040“ aufgriffen. IHK-Geschäftsstellenleiter Thomas Bultjer nannte die bessere Bahnanbindung des Standorts sinnvoll.
Ob und wann aus der Überlegung ein Bauprojekt wird, ist offen. Fest steht bislang nur: Die Frage, wo die Marschbahn den Kanal künftig unterquert, ist auf dem Tisch. Und wer auf Sylt auf den nächsten Zug wartet, darf sich wenigstens kurz vorstellen, dass irgendwann auch unter dem Wasser Schienen liegen könnten.
Quellen: NDR Schleswig-Holstein (04.11.2026, Bestätigung Wirtschaftsministerium SH); Kontext Marschbahn-Ausbau: Pressemitteilung Wirtschaftsministerium SH / Madsen, 06.03.2026. Abruf 05.11.2026.
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