Team Sylt hat am Sonntagmittag in Drelsdorf mit 4:3 gewonnen. Die Gäste, mit sechs Punkten aus drei Spielen angereist, führten zur Pause mit 2:0, gaben diesen Vorsprung nach dem Wechsel binnen 13 Minuten ab und entschieden die Partie in der Schlussphase per Foulelfmeter.
Auf dem Platz stand eine runderneuerte Sylter Mannschaft: jung, hungrig und mit Spielfreude. Der Umbruch des Sommers zeigte sich in der Aufstellung – mit Marco Krah im Tor sowie Carl Jonte Hartmann, Bjarne Köhn, Stephani Jean Fabrice Randrianaridor und Jakub Michal Starzak standen gleich mehrere Spieler in der Startelf, die vor wenigen Wochen noch nicht dabei waren.
Der Start gehörte den Gästen. Nach einer Ecke in der 4. Minute stieg Amir Hassein Ahmadi am höchsten und köpfte zur Führung ein. Drelsdorf antwortete mit zwei Annäherungen: In der 14. Minute klatschte ein Abschluss der Gastgeber an die Latte, in der 18. strich ein Freistoß knapp über das Tor von Krah. In der 27. Minute setzte sich Ahmadi erneut durch, ein Drelsdorfer Verteidiger klärte in höchster Not. Die 33. Minute brachte die nächste Sylter Kombination über Ahmadi und Nevio Rosowski, der fällige Treffer wurde wegen Abseits zurückgenommen. Eine Minute später brachte Starzak den Ball aus aussichtsreicher Position nicht aufs Tor. In der 40. Minute saß der Abschluss: Nach Vorarbeit von Rosowski traf Starzak aus 16 Metern ins Eck zum 0:2.
Starzak, Ahmadi und Rosowski trugen den Sylter Angriff und legten Spielzüge auf den Rasen, die Qualität hatten. Mit Starzak ist ein echter Stürmer auf Sylt angekommen: Er schirmt den Ball ab, hält ihn gegen zwei Gegenspieler fest und geht dorthin, wo es wehtut. Zwei Treffer und eine Vielzahl an Chancen waren der Ertrag. Ahmadi bediente die Kollegen und traf selbst, Rosowski arbeitet gut nach vorne, holte den Elfmeter und verwandelte ihn.

Die Partie war nach 45 Minuten in trockenen Tüchern. Die ersten zehn Minuten nach dem Wechsel änderten das. Team Sylt leistete sich im Spielaufbau eine Reihe von Ballverlusten, Drelsdorf rückte höher und bekam Zugriff in der Sylter Hälfte – und ein Spieler wie der Drelsdorfer Pascal Wuggazer, wurde damit brandgefährlich. In der 52. Minute zog Lennis Becker aus 23 Metern ab und verkürzte auf 1:2. Zwei Minuten später prüfte Ahmadi nach einem Freistoß per Kopf den Drelsdorfer Keeper Dennis Christiansen. In der 56. Minute glich Wuggazer zum 2:2 aus. Trainer Mikolassek hatte genau davor gewarnt. Die Festländer waren schon geschlagen. Doch haarsträubende Fehler in der Abwehr machten die Drelsdorfer wieder stark.
Die Antwort der Gäste kam im Gegenzug: In der 57. Minute traf Starzak mit dem Außenrist zum 2:3. Drelsdorf hielt das Tempo hoch und kam in der 65. Minute erneut heran – Krah zeigte bei einem Schuß von Wuggazer aus kürzester Distanz eine bundesligareife Parade, mußte dem Ball aber hinterherschauen, wie er sich über ihn ins Tor senkte.
Die erneute Führung für die Sylter fiel in der 72. Minute. Rosowski setzte sich im Dribbling durch und wurde im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte er selbst zum 3:4. Zwei weitere Gelegenheiten ließ der Angreifer liegen: In der 79. Minute fischte Christiansen einen Freistoß von ihm aus dem Winkel, in der 84. blieb Rosowski nach einem Solo durch die Abwehrkette am Torwart hängen.
Ahmadi bemängelte nach dem Spiel zurecht die überharte Gangart des Gegners. Die Drelsdorfer arbeiteten wiederholt mit kleinen Nickligkeiten und versuchten, die Sylter zu Reaktionen zu bewegen. In der 54. Minute holte der Drelsdorfer Otzen gegen den schnellen Mittelfeldspieler zum Schlag aus und verfehlte ihn. Bei ihm wurden zu diesem Zeitpunkt deutliche konditionelle Defizite sichtbar. Da kann einen ein Spieler wie Amir schon einmal zur Verzweiflung bringen. Die Rote Karte gegen Brodersen in der Schlussphase war die Summe von 85 Minuten wiederholter Grenzüberschreitungen. Er hatte speziell in der zweiten Halbzeit hart für die Karte gearbeitet.

Wenn das Sylter Team zusammenbleibt und vielleicht noch die ein oder andere Verstärkung erhält, werden wir in dieser Saison noch eine Menge Spaß an ihm haben. Defizite in der Abwehr lassen sich leicht lösen. Einfach immer ein Tor mehr schießen als der Gegner.
Tore: 0:1 Ahmadi (4.), 0:2 Starzak (40.), 1:2 Becker (52.), 2:2 Wuggazer (56.), 2:3 Starzak (57.), 3:3 Wuggazer (65.), 3:4 Rosowski (72., Foulelfmeter)
Rote Karte: Bordersen (Drelsdorf)
Team Sylt: Marco Krah – Rohullah Ahmadi, Nico Schnack, Carl Jonte Hartmann, Bjarne Köhn, Jakub Andrzej Lwow (C) – Stephani Jean Fabrice Randrianaridor, Abdessamad Jardouge, Jakub Michal Starzak, Amir Hassein Ahmadi, Nevio Rosowski. Bank: Finn-Luca Röhner, Bendix Matteo Georg Thomsen. Trainer: Rüdiger Mikolassek
SG Drelsdorf/Goldebek II: Dennis Christiansen – Rene Weinbrandt, Keven Otzen (C), Tade Johannes Steffen, Jannik Biell, Luis Petersen, Tillman Jensen, Hauke Renger, Pay Nahne Brodersen, Lennis Becker, Pascal Wuggazer. Bank: Andre Briesemeister, Niclas Pascal Hansen, Christian Rueckborn. Trainer: Christian Rueckborn
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