Neuer Trainer, neue Spielerinnen, neue Torhüterin – und ein Testspiel in Flensburg, das zeigt, wo die Mannschaft steht. Dass es diese Saison überhaupt eine Damenmannschaft auf Sylt gibt, war lange alles andere als sicher.
Wer die Handballerinnen des TSV Westerland in diesen Wochen im Training beobachtet, sieht eine Mannschaft, die sich gerade neu sortiert. „Diese Saison steht bei uns alles ein ganz kleines bisschen unter dem Motto “Neu„, sagt eine Spielerin – und das ist beinahe untertrieben.
Es stand auf der Kippe
Denn im Frühjahr war offen, ob es die Damenmannschaft überhaupt weitergeben würde. Der Kader war klein, und einige Spielerinnen waren nur für ein Jahr auf der Insel. „Es war klar: Wenn die weg sind, sind wir eigentlich zu wenige, wenn keine Neuen dazukommen.“

Dazu kam der Trainerwechsel. Alex Zaspel, der das Team zuletzt betreut hatte, gab das Amt an der Seitenlinie ab. Damit fehlte der Mannschaft neben Spielerinnen auch die Person, die alles zusammenhält.
Ein Trainer, der auf der Insel neu anfängt
Gefunden wurde die Lösung im eigenen Team: Über Spielerin Jana Petersen kam der Kontakt zu Kay Hoffmann zustande – dem neuen Trainer der Sylter Handballerinnen.
Hoffmann hat auf Sylt zuvor noch nie eine Mannschaft trainiert; die Westerländerinnen sind seine erste Insel-Mannschaft. Selbst gespielt hat er früher, und in seiner alten Heimat betreute er nach Erzählungen eine Jugendmannschaft. Ein Neustart also auf beiden Seiten.
Werbung, die gewirkt hat
Als feststand, dass es einen neuen Trainer gibt und der harte Kern der vergangenen Saison zusammenbleibt, machte das Team offensiv Werbung – mit Erfolg. Mehrere neue Spielerinnen sind seitdem dazugekommen.
Ein, zwei von ihnen stehen zum allerersten Mal in der Halle, eine andere hat vor zwei Jahren noch bei Altenholz gespielt. Und im Tor gibt es ein Wiedersehen: Torhüterin Martha, die schon vor einigen Jahren für die Mannschaft spielte und berufsbedingt pausieren musste, ist zurück. Sie teilt sich die Position in dieser Saison mit Glenna.
Bewusst in der alten Liga geblieben
Ein Aufstieg stand nicht zur Debatte – und das ganz bewusst. Weil lange unklar war, ob es die Mannschaft überhaupt weiter gibt, und weil so viele neue Gesichter dazugekommen sind, bleiben die Westerländerinnen in ihrer bisherigen Liga.
„Es nützt uns noch nichts, eine Liga höher zu spielen“, heißt es aus dem Team. Das Ziel: oben in der Tabelle wieder mitspielen – und sich vor allem erst einmal wieder zusammenfinden.
28:32 gegen einen höherklassigen Gegner
Der erste echte Test kam am Sonntag in Flensburg. Gegner war die dritte Mannschaft des DHK – ein Team, das eine Liga über den Sylterinnen spielt. Am Ende stand ein 28:32.
Das Ergebnis war dabei zweitrangig. Wichtiger war die Frage, wie neue und bisherige Spielerinnen gemeinsam auf der Platte funktionieren. Trainer Kay Hoffmann wechselte viel durch, tauschte Positionen und probierte unterschiedliche Aufstellungen aus.
Über weite Strecken hielt die Mannschaft gut mit. Gleichzeitig lieferte das Spiel klare Hinweise darauf, woran bis zum Saisonstart gearbeitet werden muss – eine erste Standortbestimmung nach Neuaufstellung und Trainerwechsel.
Der Testspiel-Kader: Shaira Barth, Jana Petersen, Nieke Kruse, Merit Knapp, Emily Walter, Glenna Zilz, Marisol Schnittgard, Maike Segner, Nadja Middeke und Maya. An der Seitenlinie: Kay Hoffmann.
Wichtig dabei: Es handelt sich ausdrücklich um den Kader für dieses Testspiel – nicht um den endgültigen Saisonkader. In der weiteren Vorbereitung kann sich die Zusammensetzung noch verändern.
Der Blick nach vorn
Für die Sylterinnen war Flensburg ein wichtiger Schritt Richtung neue Saison. Nun gilt es, die Erkenntnisse mit ins Training zu nehmen und das Zusammenspiel weiterzuentwickeln.
Dass diese Mannschaft in dieser Saison überhaupt wieder auflaufen kann, ist dabei die eigentliche Nachricht. „Wir haben uns zum Glück weiterhin zusammenfinden können“ – und mit neuen Spielerinnen, neuem Trainer und einer zurückgekehrten Torhüterin startet der Handball der Damen auf Sylt in eine Saison, die vor wenigen Monaten noch alles andere als sicher war.
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