Musik ahoi! Die Syltfähre wird zur schwimmenden Konzerthalle
Am Samstag stechen fünf Bands in See. Plätze gibt es genug, Rettungswesten auch und hoffentlich reichlich Rhythmusgefühl.
Die meisten Leute nehmen die Fähre von List nach Havneby, um nach Dänemark zu kommen. Hotdogs, Lakritz, Pölser, das Übliche. Am kommenden Samstag ist die Überfahrt selbst das Ziel. Die Syltfähre wird für einen Nachmittag zum Musikdampfer, und wer an Bord geht, bekommt neben frischer Nordseeluft fünf Bands und eine ordentliche Portion Seemannsgarn. Die Wellen schaukeln dabei ganz von selbst mit.
Der Fahrplan (bitte ausschneiden und an den Kühlschrank kleben)
13:30 Uhr ab List
Den Anfang machen „Jörnsson und das Kleine Kurorchester Hanebüchen”. Schon der Name klingt nach Kurkonzert und Kaffeefahrt, und das ist voll beabsichtigt. Wer ein „Kurorchester” mit einem Ort namens „Hanebüchen” kombiniert, nimmt sich selbst nicht allzu ernst, die Musik aber offensichtlich schon. Der Fachbegriff dafür lautet: Unterhaltung. Liegestuhl-Romantik ist garantiert, Kurtaxe wird nicht erhoben.
14:30 Uhr ab Havneby, Rücktour nach List
Auf dem Rückweg übernimmt der Westerländer Musikverein, Blasmusik mit Heimvorteil. Wenn die Blechbläser auf offener See loslegen, hört man das vermutlich bis Rømø, und genau so gehört sich das. Die Möwen sind vorgewarnt.
15:30 Uhr ab List
Jetzt wird es rauer: Die „Bandless Bastards” entern das Deck. Eine Band, die sich „bandlos” nennt, hat entweder ein philosophisches Problem oder einen sehr guten Humor. Wir tippen auf Letzteres. Wer sich so einen Namen gibt, spielt erfahrungsgemäß nicht für die Ruhe im Raum.
16:30 Uhr ab Havneby, Rücktour nach List
Danach gibt’s „Rum On The Rocks”. Der Name ist zur Hälfte Getränkebestellung und zur Hälfte Musikrichtung, und auf einem Schiff passt beides. Hier wird gerockt, geschunkelt und mit etwas Glück auch ein bisschen gepiratet. Hinweis der Redaktion: Die Band heißt so. Das ist keine Aufforderung.
17:30 Uhr ab List
Zum Finale wird es bluesig: „The Slinkin’ Old Hippie Blues Band”. Bei diesem Namen weiß man, was man bekommt: entspannte Gitarren, grooviger Blues und die Gelassenheit von Leuten, die schon mehr Sonnenuntergänge gesehen haben als mancher Leuchtturm. Die perfekte Musik, um mit Blick aufs Wattenmeer kurz zu vergessen, wie spät es ist.
Auf der letzten Rücktour von Havneby wird abgebaut. Gegen 19:00 Uhr legt die Fähre wieder in List an, und alle sind um ein paar Ohrwürmer reicher.
Also: Leinen los!
Kommt zahlreich und bringt gute Laune mit. Eine Jacke schadet auch nicht, denn es ist Nordsee und nicht Mallorca. Lasst uns zusammen einen richtig schönen Nachmittag an Bord verbringen. Das wird ein feiner Törn mit reichlich Seemannsgarn und vor allem mit jeder Menge Musik.
Wir sehen uns an Deck! 🎶⚓
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