Manchmal muss man die Insel eben doch verlassen – vor allem, wenn das Staatsoberhaupt höchstselbst zum Tee (oder zum fachlichen Austausch) bittet. Kai Müller, seines Zeichens Bürgermeister von Wenningstedt-Braderup, tauschte für einen Moment den Nordseestrand gegen das Parkett von Schloss Bellevue.
Ein Ehrenamt geht auf Reisen
Eingeladen von der Körber-Stiftung, vertrat Müller nicht nur sein eigenes schönes Fleckchen Erde, sondern fungierte quasi als „Stimme des Nordens“ für die über 6.000 ehrenamtlichen Bürgermeister Deutschlands. Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dabei den Dialog suchte, zeigt: Auch in Berlin hat man erkannt, dass Demokratie dort am besten funktioniert, wo man sich noch persönlich beim Bäcker trifft.
Zwischen Häppchen und harter Politik
Natürlich ging es im „Demokratie-Forum“ nicht nur um das Berliner Wetter. Es wurde über die üblichen Verdächtigen debattiert:
- Gähnende Leere: In den Gemeindekassen (finanzieller Handlungsspielraum).
- Neuland: Die Digitalisierung der Verwaltung.
- Zusammenhalt: Wie man die Gesellschaft kittet, wenn es mal stürmt.
Einigkeit auf dem Felsen
Kai Müller nahm die Lorbeeren bescheiden im Namen aller Sylter Amtskollegen entgegen. Und während man in der Hauptstadt oft über das „Phänomen Sylt“ rätselt, betonte Müller lieber die harte Arbeit an der Basis. Auch Tina Haltermann aus der Inselverwaltung zeigte sich sichtlich angetan von der Berliner Wertschätzung – denn wenn die Insel in Berlin glänzt, freut sich das heimische Rathaus gleich mit.
Fazit: Ein erfolgreicher Ausflug, der beweist, dass man auch ohne Dienstwagen und Millionenbudget im Schloss Bellevue eine gute Figur machen kann. Schön, dass Berlin mal wieder daran erinnert wurde, dass Deutschland hinter der Stadtgrenze noch ein ganzes Stück weitergeht – bis ganz nach oben an die Kante.



