Wisst ihr noch? Vor gut einem Jahr waren wir alle voller Vorfreude. Hörnum stand in den Schlagzeilen – und zwar mit richtig guten Nachrichten. Bürgermeister Udo Hanrieder wurde als tatkräftiger Gestalter gefeiert, der das Dorf mit einer neuen Fußgängerzone auf das Level von Borkum oder Norderney heben wollte. 160 Meter purer Flanierspaß vom Edeka bis zum Hotel „54 Grad Nord“. Sogar Spötter, die Hörnum früher mal frech als die „DDR der Insel“ bezeichnet hatten, mussten zugeben: Im Süden bewegt sich was!
Ein Jahr später: Die Posse des Jahres
Doch wer am Dienstag die Einwohnerversammlung besucht hat, merkte schnell: Die einzige Bewegung, die es aktuell gibt, ist das Kopfschütteln der Beteiligten. Es lohnt sich eben immer wieder, hinzugehen und den echten „Schnack“ mitzubekommen. Denn was die Kollegen der shz dort notiert haben, klingt eher nach einem Drehbuch für eine Groteske als nach modernem Insel-Management.
Eigentlich sollte die Verkehrsberuhigung längst für Sicherheit sorgen – ein Thema, das nach dem Unfall im Herbst 2024, bei dem ein Kind verletzt wurde, traurige Dringlichkeit hat. Doch statt Schildern und gemütlicher Aufenthaltsqualität gibt es bisher vor allem eins: Papierkram.
Wenn Anwälte die Straße entwidmen
Haltet euch fest: Die Verwaltung in Westerland rätselt offenbar immer noch darüber, wie man eine Straße rechtlich „entwidmet“. Weil man dort anscheinend nicht weiterweiß, wurde nun eine der teuersten Anwaltskanzleien in ganz Schleswig-Holstein eingeschaltet, um dieses bürokratische Rätsel zu lösen. Bürgermeister Hanrieder formulierte es mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus: Wahrscheinlich wird der millionenschwere Hafen eher fertig saniert, als dass wir diese 160 Meter Asphalt für Autos sperren dürfen.
Nach einem Jahr „Rumeiern“ stehen wir also wieder am Anfang. Zwei Verkehrsschauen sind ergebnislos verpufft und die Anordnung vom Kreis lässt weiter auf sich warten. Während man auf anderen Nordseeinseln längst entspannt ohne Auto erkundet, wird in Hörnum noch juristisches Latein gepaukt. Schwierigkeiten, die sicherlich einen Hintergrund haben. Wir klären in den nächsten Stunden auf.
Wir bleiben optimistisch (und am Ball)
Trotz der aktuellen Posse: Das Ziel bleibt richtig und wichtig. Wir wollen weniger Abgase, weniger Raser und mehr Lebensqualität für uns Insulaner und unsere Gäste. Der wunderschöne Ausblick bleibt uns ja zum Glück erhalten – auch wenn man ihn momentan noch mit dem einen oder anderen Falschfahrer teilen muss.
Wir von Sylt1 halten für euch die Stellung. Sobald die ersten 100 Meter Straße endlich offiziell den Fußgängern gehören und die teuren Anwälte ihre Akten schließen, erfahrt ihr es bei uns!
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