Der Landschaftszweckverband Sylt (LZV) wendet sich heute mit einem kleinen, aber wichtigen Anliegen an Sie. Es geht um einen Mitbewohner, dessen Name deutlich glamouröser klingt, als er eigentlich ist: den Goldafter.
Dieser heimische Schmetterling wäre an sich ein völlig entspannter Zeitgenosse, hätten seine Raupen nicht eine ausgeprägte Vorliebe für wehrhafte kleine Brennhaare, die bei uns Menschen für unschöne Hautreizungen und Allergien sorgen. Aktuell schlummern diese wehrhaften Tierchen noch friedlich in ihren recht auffälligen Wintergespinsten in unseren Sträuchern und Hecken.
Die gute Nachricht: Der Frühjahrsputz hat schon begonnen
Bereits im Dezember hat der Kreis Nordfriesland in Kampen fleißig die invasive Kartoffelrose entfernen lassen. Das war in erster Linie ein dringend nötiges Wellness-Programm für unsere Dünen- und Heidelandschaft, hatte aber den charmanten Nebeneffekt, dass wir dem Goldafter gleich ein paar seiner bevorzugten Wohnzimmer entzogen haben.
Jetzt sind wir alle gefragt
Die Wintermonate sind der absolut perfekte Zeitpunkt, um die restlichen Wintergespinste ganz unkompliziert zu entfernen – und zwar bevor der Frühling die Raupen weckt und unsere Vögel in den Hecken mit dem Brüten beginnen.
Auf den öffentlichen Flächen sind die Bauhöfe in den kommenden Wochen bereits für Sie im Einsatz, und auch die Tourismusbetriebe haben die Gartenschere im Anschlag.
Nun ein kleiner Appell an alle privaten Grundstückseigentümer und Gartenfreunde: Bitte werfen Sie doch einen prüfenden Blick in Ihr heimisches Grün. Finden Sie dort die besagten Wintergespinste, bitten wir Sie, diese zügig zu entfernen.
So klappt der Auszug reibungslos (und sicher)
Damit der Garteneinsatz kein juckendes Nachspiel hat, hier die wichtigsten Spielregeln:
- Großzügig kappen: Schneiden Sie das Gespinst am besten im Ganzen heraus.
- Sicher verpacken: Gut verschließen, damit niemand entwischt.
- Richtig entsorgen: Der einzige sichere Weg führt in den Restmüll oder (wer die Möglichkeit hat) in eine Anlage zur geschlossenen Verbrennung.
- Absolute Tabuzone: Bitte auf keinen Fall auf den Kompost oder in die Biotonne werfen – sonst feiern die Raupen im Frühjahr einfach ein paar Grundstücke weiter ihre fröhliche Wiederauferstehung.
Sollte die Lage im eigenen Garten etwas unübersichtlich sein oder der Befall zu groß, scheuen Sie sich nicht, eine Fachfirma zurate zu ziehen.
Gemeinsam haben wir das im Griff
Florian Korte, Sprecher der Inselverwaltung Sylt, fasst die Lage beruhigend zusammen: „Wir haben die Entwicklung frühzeitig gemeinsam mit dem Kreis Nordfriesland bewertet und handeln abgestimmt und besonnen.“
Wenn wir also alle – von der Naturschutzbehörde über die Bauhöfe bis hin zum engagierten Gartenbesitzer – jetzt gemeinsam anpacken, haben wir dieses flauschige Problemchen noch vor dem Frühjahr ganz elegant gelöst.



